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Die Sporthalle der BBS Winsen wurde für die Unterbringung geflüchteter Menschen umfunktioniert und in Wohnparzellen aufgeteilt. Ab 27. Oktober werden nach und nach bis zu 180 „Weltflüchtlinge“ in der Sporthalle der BBS Winsen untergebracht. (Foto: LK Harburg)

Sporthalle der BBS Winsen als Flüchtlingsunterkunft keine Dauerlösung

Winsen. Ab Donnerstag nimmt der Landkreis Harburg die Sporthalle der BBS Winsen als Flüchtlingsunterkunft in Betrieb.

Bislang konnte dieser Schritt vermieden werden, doch nun sind die Unterbringungsmöglichkeiten in den regulären Unterkünften erschöpft. Grund hierfür sind die hohen Zuweisungszahlen durch das Land: Pro Woche werden dem Landkreis Harburg etwa 40 Geflüchtete aus Krisengebieten in aller Welt zur Unterbringung zugewiesen. Hinzu kommen wöchentlich bis zu 50 Ukrainerinnen und Ukrainer, die von den Städten und Gemeinden untergebracht werden.

„Wir haben alles getan, um diese Situation zu vermeiden, die für alle Beteiligten alles andere als angenehm ist. Nun sind wir angesichts der hohen Zahl geflüchteter Menschen, die bei uns im Landkreis Schutz und Obdach suchen, jedoch an die Grenzen der regulären Unterbringung gestoßen“, erklärt Landrat Rainer Rempe.

Keine
Dauerlösung

„Das ist keine gute Lösung und kann auch keine Dauerlösung sein. Wir kommen bei der Unterbringung der Weltflüchtlinge, genauso wie einige unserer Städte und Gemeinden bei der Unterbringung der Ukrainerinnen und Ukrainer, jedoch nicht mehr darum herum, vorerst auch auf Sporthallen zurückzugreifen.“ Rainer Rempe hob einmal mehr die herausragende Unterstützung der Johanniter hervor. Ohne sie und ohne das Deutsche Rote Kreuz könne die Herausforderung der Flüchtlingsunterbringung nicht bewältigt werden.

Wohnparzellen
eingerichtet

Die Sporthalle der BBS Winsen wurde für die Unterbringung geflüchteter Menschen umfunktioniert und in Wohnparzellen aufgeteilt. Jede Parzelle ist mit jeweils drei Doppelstockbetten und Spinden ausgestattet. Ab dem morgigen Donnerstag werden dort Schritt für Schritt bis zu 180 sogenannte Weltflüchtlinge untergebracht, also Geflüchtete, die nicht aus der Ukraine stammen. Betrieben und sozial betreut wird die Unterkunft durch die Johanniter Unfallhilfe. Dazu sind tagsüber eine Einrichtungsleitung, mehrere Betreuer sowie ein Sicherheitsdienst vor Ort, der auch in den Nachtstunden und an den Wochenenden präsent sein wird. Verpflegt werden die Geflüchteten zentral vor Ort.

Die BBS-Sporthalle und falls nötig auch weitere Sporthallen des Landkreises müssen als Übergangslösung für die akute Platznot so lange genutzt werden, bis Containerwohnanlagen in ausreichender Anzahl fertigstellt sind. Aktuell befinden sich 850 Plätze in mehreren Städten und Gemeinden des Landkreises (unter anderem in Hittfeld, Meckelfeld, Tostedt und Buchholz) im Aufbau. Darüber hinaus werden in Kürze mobile Wohnanlagen mit weiteren bis zu 900 Plätzen ausgeschrieben, die im kommenden Jahr errichtet werden sollen. Wann die akute Platznot beendet sein wird, hängt davon ab, wie sich die Zuweisungszahlen in Zukunft entwickeln und wie lange es dauern wird, die geplanten zusätzlichen Unterkünfte einzurichten.