Mehrgenerationsplatz kommt

Salzhausen. Dass Jugendliche den Spielplatz Am Gebersfeld in Salzhausen als Treffpunkt nutzen, stößt einigen Anwohnern der Straße sauer auf. Dabei geht es insbesondere um nächtliche Lärmbelästigung und Hinterlassenschaften wie zerbrochene Glasflaschen oder Zigarettenkippen, die zu einer Gefahr für spielende Kinder werden können. Der Plan des Salzhäuser Gemeinderates, den sanierungsbedürftigen Spielplatz zu einem inklusiven Mehrgenerationsplatz – mit Fitnessgeräten und Boulebahn ­– umzuwandeln, weckte Befürchtungen, dass die Örtlichkeit auch für die Jugendlichen noch attraktiver werden könnte (der WA berichtete). Um die Anlieger noch besser in die Planung miteinzubeziehen, entschloss sich der Gemeinderat daher, einen Ortstermin anzubieten. Wie Britta Keller (UWG), Vorsitzende des Jugendausschusses, in der jüngsten Sitzung des Gremiums in der Salzhäuser Dörpschün berichtete, kamen im April um die 25 Personen zusammen, um ihrem Unmut Luft zu machen. Ziemlich einheitlich waren die anwesenden Anlieger gegen die Errichtung eines inklusiven Mehrgenerationsplatzes Am Gebersfeld, so heißt es in der entsprechenden Sitzungsvorlage. Gegen einen inklusiven Spielplatz für Kinder bis zwölf Jahre habe es keine Einwände gegeben. Eine weitere Sorge der Anwohner: Eine starke Belastung der Straße durch zusätzlichen Verkehr. Sie wünschen sich zudem, dass der Spielplatz eingezäunt wird und mit einer Pforte – um 20 Uhr – verschließbar ist. Eine Beschilderung solle die Nutzung für Kinder bis zwölf Jahre anzeigen. Der Zaun würde zudem verhindern, dass die Fläche als Auslauf für Hunde genutzt werde.
„Ich muss sagen, es war keine angenehme Situation. Sie haben sich gegenseitig hochgejubelt und unterm Strich war das Ergebnis: Ihr könnt hier machen, was ihr wollt – aber bitte keine Jugendlichen anziehen“, sagte Ausschussmitglied und Bürgermeisterin Elisabeth Mestmacher (UWG). Und weiter: „Das ist glaube ich inzwischen schon ein politisches Problem. Das hört man gerade überall und sobald man wieder so einen Brennpunkt – es sind ja im Grunde klitzekleine Brennpunkte – zur Seite geräumt hat, suchen sich die Jugendlichen einen neuen Punkt zum treffen. Damit kommen wir kein Stück weiter.“ In der Planung sei man davon ausgegangen, dass ein Spielplatz für alle eine gewisse soziale Kontrolle untereinander mit sich brächte. „Ich frage mich, ob die anwesenden Anwohner auch mal jung waren. Für uns war eigentlich kein Zaun zu hoch. Und ich möchte da eigentlich keinen 1,80 Meter bis zwei Meter hohen Zaun mit abschließbarer Pforte haben“, so Elisabeth Mestmacher.
Zustimmung gab es unter anderem von Claus Hinrich Vogt (CDU): „Wenn wir an Mehrgenerationen denken, sollten wir die Jugendlichen nicht aussperren. Man kann das ein oder andere Argument vielleicht verstehen, aber ich tippe mal, dass bei diesen vielen Anwohnern auch ein paar Eltern dabei waren und die haben Kinder, die klein sind und Jugendliche werden, oder hatten Kinder in einem jugendlichen Alter. Ich finde, da sollten wir zumindest denen gegenüber nicht einknicken. Jugendliche gehören halt nun mal dazu und ob die nun immer und ewig auf diesem Spielplatz abhängen werden, wage ich mal zu bezweifeln.“
Mit Ausnahme einer Enthaltung einigten sich die Ausschussmitglieder auf die Empfehlung, dass die Neugestaltung des Spielplatzes Am Gebersfeld wie geplant umgesetzt werden soll. Außerdem sollen der beschädigte Zaun zum Sportplatz repariert und ein Poller aufgestellt werden, um die Durchfahrt zu verhindern. Zusätzlich soll das Schild umgestaltet werden, sodass die Nutzungszeiten erkennbar sind. Es wurde angeregt, dass sich der Straßen- und Wegeausschuss künftig mit der Verkehrssituation an der Straße beschäftigen soll. Von Marieke Henning