Die Innung zeichnete die besten Jung-Gesellen(innen) der vergangenen Zimmerer(innen)-Prüfung aus, von links: Maximilian Cohrs, Nora Lührs, Vincent Schröder, Lenert Pahlke und Paul Gorius. Lehrlingswart Thomas Bock und Obermeister Sven Balck gratulierten. Foto: ks

Die besten Prüflinge der Zimmerer-Innung wurden ausgezeichnet – Immer mehr bleiben dem Handwerk treu

Winsen. „Wir wollen Euch für die besonderen Leistungen noch einmal belohnen“, so begrüßte Thomas Bock, Lehrlingswart der Zimmerer-Innung des Kreises Harburg, fünf von sechs Jung-Gesellen im Schatten des Winsener Schlosses. Fast alle hatten die Prüfung bereits im vergangenen Sommer abgelegt, mit herausragenden Ergebnissen. Die sind, das weiß man auch in der Innung, nicht selbstverständlich und für diese Leistung gebühre, so Bock, dem Nachwuchs Wertschätzung.
Diese Wertschätzung ist allerdings keine Einbahnstraße: Auch bei den jungen Nachwuchshandwerkern steht ihr Handwerk immer höher im Kurs. Das zeigt sich unter anderem darin, dass die beiden besten Prüflinge ihrem Beruf treu bleiben. Vincent Schröder schloss in Theorie und Praxis glatt mit einer Eins ab. Der 20-Jährige kam geradezu zwangsläufig über den väterlichen Betrieb Oelkers Holz- und Elementbau in Rosengarten in Berührung mit der Zimmerer-Kunst. „Ich hab schon als Schüler mit gearbeitet.“ Sein Vorteil in der Ausbildung: „Es ging gleich zu den Baustellen mit den spannenden Aufgaben.“ Das Fernziel des Sottorfers ist es, später den Meister zu machen.
Ebenfalls mit einer Eins in der Praxis und einer Zwei in der Theorie schloss Nora Lührs die Ausbildung ab. „Holz fand ich immer schon toll!“ Kontakt mit dem Material Holz gab es früh. Auch in der Waldorfschule, die sie besuchte, wurde viel Wert auf das Handwerken gelegt. Der Kontakt zum Lehrbetrieb von Zimmerer-Obermeister Sven Balck in Marxen entstand nach den Worten der 23-Jährigen „eher zufällig“. Nora lebte im gleichen Ort und wurde durch Zeitungsberichte auf die Innung und den Obermeister aufmerksam. Neugierig schnupperte sie zunächst als Bauhelferin in Beruf und Betrieb, ehe sie in die Lehre einstieg. Nach der Prüfung im vergangenen Sommer, war aber noch nicht Schluss mit der Ausbildung. Sie schloss, ebenfalls bei Balck, gleich eine Lehre als Dachdeckerin an. Noch in dieser Woche steht bereits die Zwischenprüfung an. Auch ihre Zukunftspläne liegen im Handwerk, vielleicht den Meister machen: „Möglich ist es“.
Geehrt wurden außerdem Lenert Pahlke (Ausbildungsbetrieb: Horst Müller/Brackel), der die Prüfung genauso wie Julian Windisch (Meyer Holzbau/Garstedt) in der Praxis mit Zwei und in der Theorie mit Eins abschloss. Mit jeweils einer Zwei in Praxis und Theorie schlossen Maximilian Cohrs (Marko Matthies/Hanstedt) und Paul Gorius (Zimmerei Thomas Noll/Tostedt) ab. Letzterer verkürzte die Ausbildung und legte die Prüfung vorzeitig jetzt im Winter ab.
Obermeister Sven Balck blickte auf die vergangenen Monate und so auch auf die Prüfungen zurück. „Es war besonders“. Aber die Schwierigkeiten wurden in der Schule und den Betrieben gemeistert. „Wir haben die Herausforderung angenommen.“ Er ist sich auch sicher, dass die Handwerksbetriebe die passenden Konzepte parat haben, mit der herrschenden Rohstoffknappheit zurechtzukommen.