Stadtbaurätin Heike Gundermann und Oberbürgermeister Ulrich Mädge wagten sich mit Gummistiefeln zum ersten Mal in das neue Wasserspiel in der Lüneburger Innenstadt. Foto: t&w

Wasserspiel eingeweiht: Acht kleine Fontänen sprudeln vor der IHK auf dem Platz Am Sande in Lüneburg

Lüneburg. Schlicht und einfach ist das neue Wasserspiel vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) am Sande in Lüneburg – so formulierte es Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei der Einweihung. Man könnte auch sagen: Es ist relativ unspektakulär für eine Installation, über die gut 20 Jahre lang diskutiert und gestritten wurde. Doch die Bauweise ist gut durchdacht.
Die Geschichte um einen Brunnen auf dem Platz am Sande begann mit dem Entwurf des „Grapengießers“, eine Brunnen­skulptur der Hamburger Bildhauerin Doris Waschk-Balz, der im Rahmen eines Wettbewerbs im Jahr 2000 als Sieger gekürt wurde. 2007 wurde die Idee jedoch bereits zu den Akten gelegt, weil nicht genug Spenden für die Umsetzung zusammenkamen.
Brunnenverein startete neuen Anlauf
2012 machte sich der Brunnenverein „Grapengießerbrunnen Am Sande e.V.“ auf, um das Projekt doch noch zu realisieren. Doch auch der zweite Versuch scheiterte – letztlich am Widerstand von Nachbarn, die ihr denkmalgeschütztes Eigentum am Sande durch die Brunnen­skulptur von Waschk-Balz beeinträchtigt sahen.
2014 gab es dann erste Ideen für ein Wasserspiel im Rahmen der Umgestaltung der Großen Bäckerstraße. Erste Entwürfe wurden im Oktober 2017 im Brunnenverein der Lüneburger Kaufleute präsentiert. Der Verein ist inzwischen Geschichte, er hinterließ der Stadt jedoch sein Vermögen in Höhe von 38 000 Euro für die Umsetzung des Brunnens. Im September 2019 beschloss der Rat der Hansestadt den Bau des Wasserspiels in seiner jetzigen Form, im Januar dieses Jahres begannen die Arbeiten vor der IHK.
Die Kosten für das Wasserspiel belaufen sich auf rund 160 000 Euro. Acht Fontänen sprudeln nun mit einer Höhe von 60 Zentimetern auf der rund 20 Quadratmeter großen Fläche. Die vorgesehenen Blöcke zum Sitzen sind wegen der Pandemie und der geltenden Abstandsregeln noch nicht installiert, sollen aber folgen. Das Wasser wird ab sofort immer zwischen April und Oktober sprudeln.
Wasserspiel soll Stadtklima verbessern
Die Installation kann dabei helfen, das Kleinklima in der Stadt zu verbessern, betonte Uta Hese­beck, Fachbereichsleiterin Grünplanung, Straßen- und Ingenieurbau, bei der Einweihung. Schließlich werde das Wasser vor allem an heißen Tagen für etwas Abkühlung sorgen. Oberbürgermeister Ulrich Mädge hofft, dass das Wasserspiel vor allem Kindern eine Freude bereiten wird. „Deshalb ist es auch so schlicht gehalten, damit niemand stolpern kann“, sagt Lüneburgs Rathauschef.
Die Bauweise füge sich gut in das Gesamtensemble des historischen Platzes ein, erklärt Stadtbaurätin Heike Gundermann. Auch deshalb könnte das Wasserspiel als Muster für andere Plätze in der Stadt dienen – im Blick haben die Verantwortlichen dafür bereits den Glockenhof. Von Lilly von Consbruch