Heinz Hoenig verabschiedet sich von einem seiner Stiere, die er für Benefiz-Aktionen einsetzt. Diesen holte Peer Frenzke nach Lüneburg. Foto: Sebastian Weiß

Die Corona-Hilfe baut weiter auf die Unterstützung von Promis wie Schauspieler Heinz Hoenig

Lüneburg. So langsam lebt das Kulturleben auf. Doch ob und wenn, wie und ab wann frei arbeitende Künstler wieder ein halbwegs normales Leben führen können, das ist offen. Hilfe tut weiter Not. Die von Benjamin Klein und Timm Markgraf gegründete Corona-Künstlerhilfe hat bisher mehr als 700.000 Euro gesammelt, 640 Hilfeleistungen weitergegeben. Zusammen mit Peer Frenzkes „1st Class Session Artist Support“ starten zurzeit neue Aktionen. Es geht um einen Stier aus Kunstharz und um eine besondere Gitarre.
Bei der Gitarre handelt es sich um die 30.000. Lakewood aus der gleichnamigen Gießener Gitarrenmanufaktur. Eine Lakewood spielen zum Beispiel Musiker wie Thorsten Wingenfelder von Fury In The Slaughterhouse, Ritchie Blackmore und Gregor Meyle. Der Stier aus Kunstharz kommt aus dem Harz. Dort lebt der Schauspieler Heinz Hoenig. Er spielte in rund 200 Filmen, bekam den Deutschen und den Bayerischen Filmpreis, einen Bambi, die Goldene Kamera und manchen Preis mehr. Mit den Stieren, die bemalt und versteigert werden, engagiert sich Hoenig seit Jahren für traumatisierte Kinder – und nun auch für die Corona-Künstlerhilfe.
„Wir gehen in den nächsten Tagen mit dem Stier und der Gitarre bundesweit auf Tour“, sagt Frenzke. Sind beide Objekte mit vielen Promi-Unterschriften versehen und der Stier schön bunt, dann sollen sie versteigert werden. Der erste, der sich auf der Gitarre verewigt hat, ist der in Hamburg lebende Popmusiker Johannes Oerding. Frenzke berichtet von etlichen weiteren Zusagen, aber das ist erst dann wirklich spruchreif, wenn Stift und Farbe zum Einsatz gekommen sind.
Bedacht wird die Corona Künstlerhilfe auch beim Benefizfestival „AllHandsOnDeck“. Das fand in Hamburg auf dem Hausboot von Olli Schulz und Fynn Kliemann statt. Sie hatten das früher von Gunther Gabriel bewohnte Hausboot runderneuert. Ein Top-Line-Up präsentierte sich am Pfingstwochenende beim Festival, das auf tiktok gestreamt wurde: Annett Louisan, Jan Plewka, Gregor Meyle und viele mehr.
Die Veranstalter setzten sich ein ehrgeiziges Ziel: Eine Million Euro. Steht das tatsächliche Spendenergebnis fest, soll die Summe an die transparent arbeitenden Vereine handforhand und Corona-Künstlerhilfe gehen. Die reicht das Geld weiter an Künstler und Konzertmitarbeiter, die nach wie vor stark unter den Folgen der Pandemie leiden. Bis kurz nach Pfingsten liefen gut 126.000 Euro an Spenden ein.
Wann und wie die Versteigerungen von Stier und Gitarre laufen, steht noch nicht fest.