Die Auswirkungen auf den Zugverkehr sollen so gering wie möglich gehalten werden. Foto: A/t&w

Lauenburger Elbbrücke wird im Herbst für Reparaturen eine Woche gesperrt

Hohnstorf/Elbe. Die Elbbrücke Lauenburg wird im Herbst für einige Tage unpassierbar sein. Nach derzeitigem Planungsstand steht Anfang Oktober eine einwöchige Sperrung für den Fahrzeugverkehr an. Grund sind Sanierungsarbeiten an dem Bauwerk. Ob Fußgänger trotzdem weiter die Brücke nutzen können, ist noch unklar. Denn dies und die konkreten Zeiten befänden sich momentan in der Abstimmung, würden aber rechtzeitig bekanntgegeben. Das erklärt eine Bahnsprecherin auf LZ-Anfrage.
„2019 wurde bei einer routinemäßigen Überprüfung des Bauwerks ein erhöhter Sanierungsbedarf festgestellt“, berichtet sie. „Daher werden in diesem Jahr kurzfristige Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.“ Geplant sei die punktuelle Reparatur korrodierter Stahlbauteile und einzelner Lager an der kombinierten Straßen- und Eisenbahnbrücke.
Erste Überlegungen, die Arbeiten in einem Zeitraum von Juni bis Oktober durchzuführen, haben die Bahn und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein als zuständige Baulastträger verworfen. „Nach dem jetzigen Stand werden die geplanten Arbeiten an den Brückenlagern gemeinsam mit Gleisbauarbeiten in Büchen im Oktober stattfinden“, erklärt die Bahnsprecherin. Dadurch sollen die Auswirkungen auf den Zugverkehr zwischen Büchen und Lüneburg so gering wie möglich gehalten werden.
Gleichzeitig zu den Arbeiten der Bahn im Herbst erneuert der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein die Fahrbahnübergänge an den Zufahrtsrampen der Brücke, heißt es aus der zuständigen Betriebsstelle in Lübeck. Fest steht, dass die Bahn die Sanierung der Elbbrücke im kommenden Jahr fortsetzen wird. „Ende 2022 sind weitere Baumaßnahmen in Abhängigkeit von den Bauarbeiten an der Straßenbrücke über die Elbe in Geesthacht geplant“, berichtet die Konzernsprecherin.
Dazu zählen laut Deutscher Bahn die Sanierungen des Gehweges, der Entwässerungsabläufe, von Querfugen im Straßenbelag sowie dessen Erneuerung. Aber erst wenn die Arbeiten in Geesthacht endgültig abgeschlossen sind, ist die Elbquerung in Lauenburg mit dieser umfangreichen Sanierung an der Reihe.
Das wird nicht vor 2023 der Fall sein. „Da beide Brücken gegenseitig als Umleitungsstrecke dienen, können beide Maßnahmen nicht parallel erfolgen“, betont sie.
Weil aber erst im übernächsten Jahr die Arbeiten anstehen, müsse die Gemeinde Hohnstorf nicht mehr sofort die 13 Laternen am Fuß- und Radweg der Lauenburger Elbbrücke deinstallieren. Wegen des neuen Zeitplans dürften die Lampen nun doch noch stehenbleiben, sagt ein Bahnsprecher im Gespräch mit der LZ. Anders als eigentlich vorgesehen.
Wie berichtet, hatte die Kommune die Aufforderung erhalten, die Laternen bis Ende Mai abzubauen. Ursprünglich war nämlich geplant, dass das Brückengeländer in diesem Juni erneuert werden soll, an dem die Pfosten für die Lampen montiert sind. Doch auch das neue Geländer kommt nicht vor 2023.
Die Neuigkeiten verblüffen Hohnstorfs Bürgermeister Dirk Lindemann (CDU). „Von alledem ist mir nichts bekannt. Die Gemeinde hat keine Information erhalten“, sagt er.
Wahrscheinlich kommt die Nachricht zu den Laternen ohnehin zu spät. Der Gemeinderat hatte den Auftrag für deren Demontage bei seiner jüngsten Sitzung an die Avacon vergeben. Kosten: knapp 10 000 Euro.
„Das Unternehmen will kommenden Montag mit den Abbau beginnen“, berichtet Lindemann. Und dann wird es dunkel auf der Brücke – bis mindestens 2023. Von Stefan Bohlmann