Das Areal für die neue Kita an der Straße Duvendahl liegt im Bereich links von dem Übungsturm der Feuerwehr Ashausen. Foto: win

Neue Kita in Ashausen: Zwischenlösungen werden im Oberschulbereich anvisiert

Stelle. Die Gemeinde Stelle rückt dem Kita-Notstand mit einem neuen Projekt zu Leibe. Im Bereich der Straße Duvendahl in Ashausen soll kurzfristig eine neue auf Dauer angelegte Sechs-Gruppen-Kita gebaut werden, ohne dass das dortige Übungsgelände der örtlichen Feuerwehr stark beschnitten wird. Um aber den aktuellen Platzbedarf an Kita-Plätzen abdecken zu können (der WA berichtete ausführlich), sollen zwei Übergangslösungen umgesetzt werden, von denen die Oberschule betroffen ist Und: Zwei dauerhafte Standorte für Waldkindergärten sollen festgelegt werden. Bürgermeister Robert Isernhagen ist optimistisch. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte er in einem Gespräch mit dem WA über die jüngsten einstimmigen Entscheidungen des Verwaltungsausschusses, der nicht öffentlich tagt.
Standen zunächst 101 Kinder auf der Warteliste für das Kita-Jahr 2021/2022, waren es kurze Zeit später bereits 118 Kinder. Völlig überraschend kam die Entwicklung für Politik und Verwaltung, die dann auch noch von ihrer Standort-Entscheidung für die Realisierung einer Sechs-Gruppen-Kita als Übergangslösung Abschied nehmen mussten (der WA berichtete). Eine daraufhin angesetzte Besichtigung des ausgeguckten Areals mit dem Grundstückseigentümer und der Feuerwehr Ashausen als Nutzerin des insgesamt 9500 Quadratmeter großen Grundstücks brachte die endgültige Entscheidung. Ein Streifen am nordwestlichen Ende der Fläche bietet Platz, ohne dass der Übungsbetrieb der Feuerwehr beeinträchtigt wird. Und: Es soll keine Übergangslösung, sondern eine auf Dauer angelegte Sechs-Gruppen-Kita in Modulbauweise umgesetzt werden. Auf diese Weise kann den individuellen Anforderungen an das Gebäude Rechnung getragen werden.
Nunmehr folgen Baugrunduntersuchungen, soll Planungsrecht für das jetzt noch als landwirtschaftliche Fläche festgesetzte Areal unter Beteiligung der Öffentlichkeit geschaffen werden. Die Kosten für dieses Projekt liegen – vorsichtig geschätzt – bei rund 3,8 Millionen Euro. Hinzu kommen nach Darstellung der Verwaltung einmalige Kosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Die reine Bauzeit wird mit sieben bis acht Monaten ab Auftragsvergabe angegeben. Bürgermeister Isernhagen rechnet derzeit mit einer Inbetriebnahme im Frühjahr 2022. Für Zwischenlösungen steht der Bereich der Oberschule im Fokus. Gespräche mit der Schulleitung und dem Landkreis als Schulträger haben das Ziel, Räumlichkeiten für eine bestimmte Zeit nutzen zu können. Außerdem soll der asphaltierte Platz neben der Schule Container aufnehmen. Bürgermeister Isernhagen wies ausdrücklich darauf hin, dass es sich um kurzfristige Zwischenlösungen handelt. Und: „Wir werden alles tun, um die Oberschule in Stelle zu erhalten.“
Parallel zu dieser Entwicklung steht weiterhin ein Kita-Standort am Ehlersweg in Stelle zur Diskussion. „Das haben wir noch im Blick“, sagte Stelles Bürgermeister. Mit der Verwirklichung auch dieses Projektes wird die Zahl der dauerhaften Kitas in der Gemeinde Stelle auf neun anwachsen. Die Zukunft ist aber noch ungewiss. Im Boden wurden Altablagerungen entdeckt. Detaillierte Untersuchungsergebnisse sollen Ende Juni vorliegen. Dann könne man laut Isernhagen auch über Kosten und über die weitere Zukunft reden. Sicher dürfte sein, dass die Gemeinde die neunte Kita benötigen wird. An Mietkosten schultert die Gemeinde derzeit rund 79 000 Euro jährlich für die Übergangslösung am Bardenweg. Künftig wird Miete auch für die Interims-Lösung auf dem asphaltierten Platz an der Oberschule zu zahlen sein.
Der Verwaltungsausschuss sprach sich weiterhin einstimmig dafür aus, zwei dauerhafte Waldkindergärten zu etablieren. Wie berichtet, befinden sich die in Betracht kommenden Grundstücke im Bereich Wittenkuhlen/Kieselshöh. Dort können Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden. Eine Gruppe hat 15 Plätze. Insgesamt stehen also 30 Plätze zur Verfügung. Pädagogische Fachkräfte sollen die Betreuung übernehmen. Bei Eltern, deren Kinder jetzt auf der Warteliste stehen, soll das Interesse kurzfristig abgefragt werden. win/t