Blättert gerne noch in alte Zeitungsausschnitten: Peter Niehoff, der unter anderem Karin Seick zu Olympischen Spielen und Medaillen brachte.. Foto: ks

Der Winsener Schwimmverein feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen

Winsen. Der Winsener Schwimmverein (WSV) hat schon in ganz unterschiedlichen Gewässern trainiert: Angefangen beim Zwickelteich, dann auch schon mal im Stöckter Hafen, jahrelang im Winsener Frei- und Hallenbad, nunmehr in der Insel und im Steller Freibad. In diesem Jahr feiert der Verein, der sich inzwischen auf eine Mitgliederzahl von gut 600 eingependelt hat, sein 70-jähriges Bestehen. Daran erinnerte jetzt der langjährige ehemalige Vorsitzende des WSV, Michael Lammers, der sich darüber freute, dass zum Gründungstag an die Geburtsstunde des WSV in der WA-Rubrik „Heute vor …“ erinnert wurde.
Exakt am 31. März 1951 riefen zehn Wassersportbegeisterte im Klubzimmer von Stallbaums Gasthaus den Winsener Schwimmverein ins Leben. Trainingsort: der Zwickelteich in der Flutmulde gegenüber dem heutigen Kreishaus. Dort ließ aber in den folgenden Jahren die Wasserqualität zu wünschen übrig, dass er gesperrt wurde, und die Aktiven des WSV ab 1953 durch die Fluten des Stöckter Hafens ihre Bahnen zogen. Zum Glück hielt dieser Zustand nur für wenige Jahre an, denn 1957 wurde das Freibad an der Bürgerweide eingeweiht, das 1999 durch das heutige Freizeitbad Die Insel ersetzt wurde.
Bis 1980 kooperierten WSV und DLRG noch, dann verlagerte sich der Schwerpunkt der Lebensretter in das Bootshaus nach Hoopter, während die Schwimmer ihr Heim an der Badeanstalt beziehen konnten. Damals rückte immer mehr das Leistungsschwimmen mit zahlreichen Ausnahmeathleten, die unter anderem von Trainer Peter Niehoff ausgebildet wurden, in den Fokus des Geschehens. Die Krönung in einer Reihe herausragender Erfolge waren sicher die Olympia-Medaillen 1984 in Los Angeles von Karin Seick.
Mit den Jahren hat sich das Arbeitsfeld des Winsener Schwimmvereins erweitert: Vom Leistungsschwimmen hat man sich zwar nicht komplett verabschiedet, aber der Breitensport nimmt inzwischen einen breiten Raum ein. Babyschwimmen, aber auch Schwimmunterricht, Wettkampfschwimmen und Triathlon, selbst Ironman Andreas Raelert trainierte beim WSV, bis hin zum Wasserball bestimmen heute das Spektrum.
Gerade die Wasserballer pflegen ihren Sport und zeigen Leistung: Mit einem Durchschnittsalter von über 50 Jahren spielt das WSV-Team immer noch eine gute Rolle in der Hamburger Oberliga.
Von den Gründungsmitglieder des WSV lebt heute nur noch eines, aber viele Mitglieder gehören dem Verein schon seit 50 oder 60 Jahren an. Heute leitet Joan Schneemann den Winsener Schwimmverein mit einem jungen dynamischen Vorstand, der neue Impulse mitbringt. Die reichen auch in die Zukunft: Mit der Idee des Naturbades im Eckermannpark geht die Stadt ja fast ein wenig back to the roots in Richtung Zwickelteich. Die Wasserballer des WSV bewerben sich schon jetzt für ein Eröffnungsspiel. Um die Zukunft des Winsener Schwimmvereins muss einem also nicht bange sein. rin