Vater Jan Markus (links) erlebte das Kunstturn-Abenteuer in Rio gemeinsam mit Sohn Pablo Broszio. Foto: po

Pablo Broszio vom TSV Buchholz 08 belegte Rang 27 bei den Panamerikanischen Meisterschaften

Buchholz. Nachricht aus Übersee: Kunstturner Pablo Broszio meldet sich aus Brasilien. Genauer gesagt aus der Olympiahalle in Rio de Janeiro. Dort startete der 18-Jährige kürzlich bei den Panamerikanischen Meisterschaften für Panama, das Heimatland seiner Mutter. Dafür musste der Niedersachsenmeister allerdings auf die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Dortmund verzichten.
Vorgabe: die vom Weltverband angesetzte Qualifikationsnorm von 60 Punken zu übertrumpfen. Mit dem Abitur in der Tasche konnte Pablo gemeinsam mit Vater Jan Markus den Trip nach Rio machen – in die große Blase rund um die Meisterschaften. Denn das Hygienekonzept war aufwendig. Bereits 14 Tage vor dem Abflug musste Pablo täglich Temperatur, Sauerstoffsättigung im Blut und mögliche Krankheitssymptome nach Rio melden. Vor Ort gab es tägliche Tests. Kontakte zur Außenwelt waren absolut verboten.
Neben Pablo vertraten noch vier Turnerinnen der Nationalfarben Panamas in Rio. Der Umstand, im Nationaldress zu starten und das zusätzlich noch in der ruhmreichen Olympiahalle, dürften den Druck auf den 18-jährigen Bremer noch einmal erhöht haben. Aber: „Wer auf der großen Weltbühne des Turnsports bestehen will, der braucht ein hohes Maß an Selbstvertrauen und Konzentrationsfähigkeit sowie Nerven wie Stahlseile“, beschreibt 08-Coach Bernward Bade die mentalen Voraussetzungen. Diese Aufgabe bestand Pablo mit Bravour.
Im olympischen Sechskampf an den Geräten Barren, Boden, Pauschenpferd, Reck, Ringe und Sprung turnte sich das Ausnahmetalent auf 60,50 Punkte. Als einer der jüngsten Starter ließ der 08-Turner mit Rang 27 dabei noch zehn Eliteturner in der Konkurrenz hinter sich. Seine besten Einzelresultate erzielte Pablo am Boden mit 10,95 Punkten sowie am Barren mit 10,20 Punkten. Herausragend lief es für den Youngster aber am Sprung: Die Kampfrichter bewerteten seinen gestreckten Kasamatsu mit 12,60 Punkten.
„Das respekteinflößende Turnen auf dem Podium in der grandiosen Olympiahalle sorgte für eine einzigartige Atmosphäre. Es war eine unbeschreibliche Erfahrung mit Gänsehaut-Feeling“, zog Pablo begeistert sein Resümee nach dem Abenteuer Panamerikanische Meisterschaften. Zur körperlichen und mentalen Regeneration fliegt Pablo Broszio nun ins Heimatland seiner Mutter nach Panama und sitzt dort auch gleich seine Quarantänezeit ab. Am 24. Juni erwarten ihn seine Vereinskollegen beim TSV Buchholz 08 in der Kunstturnarena der NordHeideHalle zurück. Von Kathrin Röhlke