Vom Parkplatz am Hallenfreibad radelten die Demo-Teilnehmer durch die Stadt zum Peets Hoff. Die lebensgroße Eisbärfigur in der Rikscha war dabei ein Hingucker. Foto: po

150 Teilnehmer fordern bei Fahrraddemo in Buchholz mehr Schutz für die Umwelt

Buchholz. „Mutter Erde liegt auf Intensiv“, „Wo ein Wille ist, ist auch ein Radweg“ und „Make love, not CO2!“ So stand es auf selbstgemalten Plakaten bei der Familien-Fahrrad-Demo der Umweltgruppen in Buchholz. Auch eine lebensgroße Eisbärfigur in einer Rikscha fuhr mit. Knapp 150 Erwachsene und Kinder radelten unter Polizeibegleitung vom Parkplatz am Freibad zum Peets Hoff. Dort fand eine Abschlusskundgebung statt. Die Redner forderten von der Politik mehr Maßnahmen für den Klimaschutz. Ziel sei es, bis spätestens 2035 klimaneutral zu werden. Nur dann wäre das 1,5 Grad-Limit in punkto Erderwärmung überhaupt noch einzuhalten.
„Mit viel Lärm durch Tröten, Trommeln und Trillerpfeifen haben wir die Abgeordneten hoffentlich aufgeweckt“, sagt Greenpeace-Sprecher Herbert Maliers. Die Buchholzer Demo erfolgte in Zusammenhang mit den vielfältigen, bundesweiten Aktionen zum Weltumwelttag. Im Fokus stand dabei die Mobilitätswende.
Laut Buchholzer Klimabilanz werden über 40 Prozent der CO2-Emissionen durch den Verkehr verursacht. „Wir brauchen dringend eine Erweiterung des Öffentlichen Personennahverkehrs und mehr Fahrradnutzung“, erklärte Alexa Vetter von den Parents for Future.

Zum Abschluss gab es eine Kundgebung auf dem Peets Hoff. Die Redner der Umweltschutzverbände forderten den Bau von mehr Radwegen und kritisierten die geplante Ostumfahrung in Buchholz. Foto: po

Anteil des Radverkehrs muss steigen
Die Buchholzer Verkehrserhebung Modal Split (2013) ergab, dass die Hälfte aller mit dem Auto zurückgelegten Wege kürzer als fünf Kilometer und somit ideal für das Fahrrad seien, der Radverkehr-Anteil betrage aber nur 14 Prozent, resümierte Vetter. Radfahren in Buchholz verdiene mehr Aufmerksamkeit und sofort fühlbare Investitionen in sichere und gute Radwege. Niemand dürfe mehr aus Angst vor Autos auf das Radfahren verzichten. Eltern sollten ihre Kinder unbesorgt mit dem Rad zur Schule fahren lassen.
Elisabeth Bischoff ergriff für den BUND-Regionalverband Elbe-Heide das Wort: „Wir sind mitten in der Klimakrise. Trotzdem sollen laut Bundesverkehrswegeplan noch über 800 Kilometer Autobahnen neu gebaut werden. Für weitere 3000 Kilometer werden Autobahnen erweitert.“ Kritik übte sie auch an der geplanten Ostumfahrung in Buchholz. Dabei würden wertvolle Natur und landwirtschaftliche Flächen zerstört. Mindestens ein Viertel der Emissionen könne durch Verhaltensänderungen eingespart werden. Bischoff plädierte für kleinere Autos, weniger Flüge, geringere Wohnfläche pro Kopf und weniger Fleisch – das alles käme auch der Gesundheit zugute. Von Christa-M. Brockmann