Sitzt wieder im Boot und spürt die Veränderungen: Maren Bechstedt. Foto: ks

MTV Luhdorf-Roydorf organisiert die ersten Wettkämpfe des Jahres am E-Werk

Luhdorf. „Endlich Mal wieder ein Wettkampf!“ Jan-Miguel Prüsmann sprach vielen Kanuten, die jetzt auf der Luhe gleich zweimal ihre Kräfte maßen, aus der Seele. Der MTV Luhdorf-Roydorf hatte zum Kanuslalom unter Hygienekonzept geladen. Für die Jugend und die Erwachsenen im Norden war es der erste Wettkampf in diesem Jahr. Die Schüler hatten bereits vor einer Woche die Möglichkeit, sich beim Schüler-Länderpokal in Hildesheim zu beweisen.
Nach einer sommerlichen Woche ging es allerdings bei eher herbstlichem Wetter und Windböen vor dem E-Werk zunächst zum ersten Lauf zur Niedersächsischen Meisterschaft aufs Wasser, bevor es tags darauf beim 52. Luhdorfer Kanuslalom um die Norddeutschen Meisterschaften ging. Lokalmatador Jan-Miguel Prüsmann sicherte sich den Norddeutschen Meistertitel bei den Junioren K1. Im Kajak setzte er sich mit einer Laufzeit von 88, 63 sec mit einem fehlerlosen Lauf gegen Vereinskamerad Ben Peschke durch, der mit zwei Fehlersekunden auf 100,21 sec kam.
DM-Finale ist Ziel für Jan-Miguel
Prüsmann hatte bereits nach dem ersten Lauf ein gutes Gefühl: „Keine Berührungen, keine gravierenden Fahrfehler.“ So gelang ihm im zweiten Lauf auch keine Verbesserung. Phuc Le Hämmerling wurde Vierter. „Jetzt fangen wir erst so richtig an“, blickt Prüsmann auf den ungewöhnlichen Saisonverlauf. Er hat die Deutschen Meisterschaften in Hohenlimburg im September fest im Visier. „Da ist das Ziel, ins Finale zu kommen und dann gut abzuschneiden.“
Neben Ben Peschke sicherten sich drei weitere Luhdorfer Starter Norddeutsche Vizemeisterschaften: Matthias Winkler (Altersklasse B K1), Markus Kern (Leistungsklasse C1) und Kira Kubbe (Leistungsklasse K1). Letztere kletterte nach langer Pause wieder ins Boot. Im Einer-Kajak der Leistungsklasse musste sie Kimberley King (LKC Lüneburg) den Vortritt lassen. Zwar war Kira im zweiten Durchgang von der Laufzeit schneller, kassierte aber vier Strafsekunden.
In ihrer Paradedisziplin, dem Einer-Canadier (LK C1), verwies Kira in 115,77 sec ohne Fehler Sina Wartinger (LKC Lüneburg/144,10) auf den 2. Platz. Aufgrund zu weniger Starterinnen wurde diese Regatte aber nicht als Norddeutsche Meisterschaft anerkannt. So bleibt Kira im C1 eben „nur“ Norddeutschlands Beste.
Auch andere MTV-Kanuten glänzten mit Bestzeiten, blieben aber wie Kira Kubbe ohne offiziellen Titel. So war Markus Kern Schnellster in der Altersklasse A K1, im Mixed C2 mit Ehefrau Meike sowie mit Julian Windisch im Zweier-Canadier nicht zu schlagen. Meike Kern war die Schnellste in der Altersklasse Damen A im Kajak. Sie setzte sich dabei vor einer weiteren „Rückkehrerin“ durch.
Und noch eine Rückkehrerin
Denn Maren Bechstedt zog es ebenfalls nach einer Pause wieder aufs Wasser. Letztes Jahr war sie nach langer Auszeit bereits wieder ins Boot gestiegen, hatte 2021 aber seit März nicht mehr auf dem Wasser trainiert. „Es ist ein bisschen wie Fahrradfahren; das verlernt man nicht“, findet die 36-Jährige. „Es fehlt aber in speziellen Situationen die Kraft.“ Allerdings habe sich das Kanufahren verändert, meinte die MTV-Kanutin. „Vom Stil her hat sich eine Menge getan, es ist viel dynamischer geworden.“ Großer Anreiz für die 36-Jährige: „Hier trifft man viele Leute aus der Familie der norddeutschen Paddler wieder.“
MTV-Abteilungsleiter Stefan Kubbe, hatte den Fokus, weniger auf Titel gelegt, sondern auf die gefahrenen Zeiten. So schafften 14 Luhdorfer Boote die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Ihm macht jedoch Sorgen, dass viele Rennen im Nachwuchsbereich durch den MTV gar nicht besetzt werden konnten. Einen Lichtblick gab es jedoch, waren doch bei den ganz jungen Kanuten einige MTV-Nachwuchskräfte dabei. Von Karsten Schaar