Nach einer aktuellen Schätzung liegen die Kosten für eine Ampelanlage im Bereich der Grundschule bei circa 69¿000 Euro. Foto: mhe

Ampel für den Schulweg in Handorf? Finanzierung muss erst geklärt werden

Handorf. Der Verkehr auf der Hauptstraße in Handorf kann ziemlich unübersichtlich sein – ganz besonders ist das ein Pro-blem für die Kinder, die auf dem Weg zur Grundschule sind. Parkende Autos erschweren mitunter die Übersicht. Und auch die Mensa, die übergangsweise eingerichtet wurde, liegt in einer Nebenstraße auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Elternlotsen versuchen, die Straßenquerung für die Kleinen sicher zu gestalten, doch es wird immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden. Das Thema „Bedarfsampel“ ist für den Rat der Gemeinde also nicht neu.
Wie Bürgermeister Jörg Meyer (SPD) in der jüngsten Sitzung in den Räumen der Samtgemeinde in Bardowick berichtete, gab es Termine mit den beteiligten Behörden, dem Landkreis und der Polizei, um generell über einen möglichen Ampelstandort im Bereich der Grundschule in Handorf zu sprechen. Ein Ingenieurbüro hat die Kosten am Beispiel einer Lichtsignalanlage in Scharnebeck aufgestellt: „Die Kostenschätzung endet mit der erschreckenden Summe von circa 69 000 Euro“, berichtete Jörg Meyer dem Rat.
Nach aktuellem Stand müsste die Gemeinde also 69 000 Euro in die Hand nehmen, die Ampel erstellen, die baulichen Anlagen finanzieren und würde die Anlage dann an den Betrieb Straßenbau und -unterhaltung (SBU) übergeben, der die Anlage betreiben würde. Auf die Gemeinde kämen dann nur noch die monatlichen Stromkosten zu, laut einer Schätzung seien das zwischen 100 und 150 Euro, so Meyer. Finanzielle Unterstützung gibt es – Stand jetzt – nicht. Weder SBU noch Landkreis würden sich beteiligen, erklärte der Handorfer Verwaltungschef. „Die Samtgemeinde hat mir signalisiert, dass sie sich an diesen Kosten ebenfalls nicht beteiligen möchte, weil sie der Meinung ist, dass die Schulwegsicherung im Verantwortungsbereich der Gemeinden liegt. Ich sehe das anders.“ Er könne sich eine Kostenteilung in irgendeiner Form vorstellen, erklärte Meyer. Zunächst sollten die Ratsmitglieder jedoch darüber beraten, ob das Ziel weiterverfolgt werden solle.
„Ich denke, es ist wichtig, da eine Ampel hinzustellen. Weil wir Schwierigkeiten haben, immer wieder Elternlotsen zu finden, und es wird mit der Zeit immer schwieriger werden“, sagte Ulrike Werner (CDU). Viele Eltern seien berufstätig und hätten Mühe, pünktlich morgens und mittags an der Schule zu stehen, um die Schüler über die Straße zu begleiten. Der Verkehr durch Handorf sei besonders erheblich, wenn die B 404 wegen Bauarbeiten gesperrt sei. „Mit den Kosten sehe ich es auch so, ich finde der Samtgemeinderat sollte sich beteiligen“, betonte Ulrike Werner. Schließlich seien es auch Wittorfer Kinder, die in die Mensa gingen. „Und die Samtgemeinde hat die Mensa – zwar aus der Not heraus ­– auf der anderen Straßenseite gebaut. Ich hätte Bauchschmerzen, wenn wir es nicht machen.“
Die Mensa könne kein Argument für eine Ampel sein, sagte dagegen Malte Luhmann (CDU). „Das ist eine Mensa auf Zeit, wir bauen selber eine neue Mensa. Die rechtfertigt in keiner Form ein Invest von 69 000 Euro.“ Er sieht auch den Landkreis in der Pflicht, sich finanziell zu beteiligen. Schließlich handele es sich um eine Kreisstraße, die der Kreis sichern müsse. Einen Beschluss gab es in der Sitzung nicht, die allgemeine Tendenz im Rat zeigte, dass die Mitglieder pro Ampel gestimmt sind. Die Verwaltung will jetzt die Frage der Finanzierung angehen. Immerhin: Landkreis und Polizei haben signalisiert, dass die Halteverbotszone an der Hauptstraße erweitert werden könne. Von Marieke Henning