Fehlenden Kita-Plätzen wie in Tespe will Kathrin Bockey begegnen, indem größere Unternehmen aus der Elbmarsch in Kita-Neubauten investieren. Foto: fw

Bürgermeisterkandidatin Kathrin Bockey will Unternehmen in Sachen Kita-Bau ins Boot holen

Elbmarsch. Die SPD-Kandidatin für das Bürgermeisteramt in der Elbmarsch, Kathrin Bockey, möchte neue Wege bei der Finanzierung von Kindertagesstätten einschlagen und damit die Gemeindekassen entlasten. Ihre Idee: Die größeren Unternehmen in der Region sollen sich finanziell am Bau von neuen Kitas einbringen und erhalten im Gegenzug Betreuungsplätze für die Kinder von Mitarbeitern.
„Die Samtgemeinde Elbmarsch verzeichnet seit Jahren ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum auf über 13 000 Einwohner. Der Zuwachs ist auf die Ausweisung von Neubaugebieten in den drei Kommunen Tespe, Drage und Marschacht mit entsprechendem Zuzug zurückzuführen. Das gilt vor allem für die Gemeinde Tespe. Dort wurden in den vergangenen zwei Jahren mehr als 700 Neubürger registriert“, erläutert Bockey in einer Pressemitteilung. Diese Entwicklung bringe im Bereich der Infrastruktur große Herausforderungen mit sich – etwa in der Bereitstellung von genügend Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen. Das ist nicht nur in Tespe der Fall, wo seit Jahren Kita-Plätze fehlen, so dass in den kommenden Monaten eine Erweiterung der bestehenden Containeranlage und ein Waldkindergarten Abhilfe schaffen sollen (der WA berichtete). Auch Marschacht kämpft mit fehlenden Kita-Plätzen und muss nun eine schnelle Lösung finden.
Ein Grund für die stetig wachsende Kinderzahl sei der starke Zuzug in den drei Elbmarsch-Gemeinden, weiß die Kandidatin. „Die gesetzlich verpflichteten Gemeinden geraten unter Druck“, so Bockey. „Doch mögliche Investitionen in Neu- oder Erweiterungsbauten lassen sich angesichts hoher Kosten und leerer Kassen nur schwer realisieren, was wiederum bei den Betroffenen zu Verdruss führt“.
Abhilfe sollen nun die größeren Unternehmen in der Elbmarsch schaffen. Erfahrungen mit entsprechenden Kooperationen bringt Bockey aus Schleswig-Holstein mit, wo sie als SPD-Abgeordnete im Landtag sitzt. In Schwarzenbek etwa sei die Kita „Knöpfchen“ im Zusammenspiel einer Unternehmensgruppe, der Stadt und dem ASB als Träger entstanden. Das Unternehmen hatte den Bauplatz für die Kita zur Verfügung gestellt und im Gegenzug bis zu zehn der 40 geschaffenen Kita-Plätze für Mitarbeiterkinder bekommen.
Ihre Fühler hat Bockey inzwischen auch in der Elbmarsch ausgestreckt. Bei dem Apothekenverbund von Dirk Düvel mit rund 400 Mitarbeitenden und beim Chemieunternehmen Bruno Bock mit 140 Mitarbeitern, das langfristig Erweiterungspläne in Marschacht habe, seien ihre Ideen laut Bockey auf Interesse gestoßen. Sie werde mit den Gemeindebürgermeistern ins Gespräch über solche Kooperationen kommen, kündigte Bockey für den Fall eines Wahlsieges an. Eine solche Lösung sei für alle Seiten ein Gewinn: Für die Eltern sei es einfacher, Familie und Beruf zu vereinen und für die Betriebe sei eine gute Kita-Versorgung zur Gewinnung von Fachpersonal wichtig. fw