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Kreistag votierte für eine Weiterführung der Planungen zur Buchholzer Umgehung

Hittfeld. Ein weiterer Schritt in Richtung Ortsumfahrung Buchholz: Der Kreistag des Landkreises Harburg hat sich in seiner jüngsten Sitzung in der Burg Seevetal in Hittfeld den Ergebnissen der „Machbarkeitsstudie Ortsumfahrung Buchholz“ in der Fassung vom 14. Oktober angeschlossen. Wie berichtet, hatte der Kreisausschuss für Bau- und Planung sich im April mit sieben Für- und sechs Gegenstimmen ganz knapp dafür ausgesprochen, die Planungen weiterzuführen. Dieser Empfehlung in Form eines Beschlussvorschlags der Verwaltung folgten jetzt die Mitglieder des Kreistages mit einem nicht ganz so knappen Votum. Es gab 38 Ja- und 18 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung und zwei ausstehenden Stimmen. Im selben Rutsch wurde auch über einen Antrag der SPD-Fraktion abgestimmt, der den Beschluss ergänzt: Vor der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens und zur Vorbereitung der letztendlichen Entscheidung über die zu realisierende Gesamtvariante soll ein möglichst genaues Bild über die zu erwartenden Kosten erstellt werden. Die Ergebnisse werden dem Kreistag zum Beschluss vorgelegt.
Die Planungen sollen jetzt auf Grundlage der vorgeschlagenen Vorzugsvarianten für die Teilbereiche Nord (Nord 5.1/6 beziehungsweise 8), Mitte (Mitte 3) und Süd (Süd 2) fortgeführt werden. Die von der Stadt Buchholz vorgeschlagenen Varianten Süd 1.1 und Mitte 1.1 sollen im Laufe der Planungen mit untersucht werden. Der Landkreis wird nun ein Planfeststellungsverfahren durchführen. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, mit der Stadt Buchholz über eine Kostenteilung für das anstehende Planverfahren zu verhandeln.
Wohnraumknappheit in Buchholz
Anstoß für das Projekt war die anhaltende Wohnraumknappheit in Buchholz, so heißt es in der Sitzungsvorlage, verbunden mit der seit Jahrzehnten bestehenden Überlastung des Verkehrs – vier Kreisstraßenabschnitte, die Hamburger Straße, die Soltauer Straße, die Bendestorfer Straße und die Lüneburger Straße, führen mitten durch die Innenstadt. Aus diesem Grund hat die Stadt das integrierte Städtebau- und Verkehrsprojekt „Buchholz2025plus“ gestartet. Eine städtebauliche Entwicklung für bis zu 1500 Wohneinheiten sei nur vertretbar, wenn eine östliche Ortsumfahrung als Kreisstraße für die regionalen Verkehrsanteile eine Alternative bereitstellt, heißt es in der Vorlage weiter.
Kreisverkehr bekommt 50 Meter Außendurchmesser
Um die Umfahrung später verkehrlich anbinden zu können, wurde im Rahmen der Sitzung beschlossen, dass die Kreuzung Hamburger Straße/Nordring zu einem Kreisverkehrsplatz mit 50 Metern Außendurchmesser und sieben Metern Fahrbahnbreite umgebaut werden soll. Die Querungen des Fuß- und Radverkehrs erfolgen plangleich. Die Querung der Hamburger Straße wird vom Kreisverkehr abgesetzt und mit Lichtsignalanlage gesichert. Die Kosten werden auf rund 1,45 Millionen Euro geschätzt. Laut Beschluss soll der Landkreis 76,8 Prozent der Planungskosten tragen, die Stadt 23,2 Prozent. Mit der Stadt Buchholz soll jetzt ein Nachtrag zur Planungsvereinbarung festgelegt werden. Für die bauliche Umsetzung der Maßnahme ist mit der Stadt zudem eine Durchführungsvereinbarung zu schließen, so heißt es in dem Beschluss. Ein Antrag der SPD-Fraktion, für den Radverkehr eine Lösung zu finden, die zu einer nachhaltigen Steigerung der Attraktivität und der Sicherheit führt, bekam mit 50 Ja-Stimmen eine große Mehrheit. Von Marieke Henning