Fatos Kücükyildiz (am Ball) verlässt die Luchse in Richtung Dortmund. Foto: rin

Fatos Kücükyildiz wechselt zum Deutschen Meister und Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund

Buchholz. Nun ist es amtlich: Die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten müssen in der kommenden Saison ohne Fatos Kücükyildiz auskommen. Die schwedische Rückraumwerferin wechselt zum amtierenden Deutschen Meister, Borussia Dortmund. Das verkündete Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau gestern offiziell.
Die 28-jährige Schwedin war erst im vergangenen Jahr vom schwedischen Erstligisten GT Söder nach Buchholz gekommen. Da hatte die technisch gut ausgebildete Rückraumspielerin aber wegen der Covid-19-Pandemie schon acht Monate keinen Ball mehr in der Hand gehabt. Und so dauerte es, bis sich Fatos Kücükyildiz den Fitnesslevel für die 1. Bundesliga erarbeitet hatte und sich auch in ihrer Spielweise an das Luchse-Team angepasst hatte. Mit der deutschen Sprache tat sich die schwedische Handballerin ebenfalls nicht ganz leicht.
Doch beim Pokalfinale im Mai in Stuttgart lieferte die 28-Jährige dann eine Vorstellung, die sie in der Liga nicht immer gezeigt hatte. Extrem dynamisch und explosiv, aber auch mit unkonventionellen Entscheidungen spielte sie sich ins Rampenlicht und war maßgeblich am Finaleinzug beteiligt. Diese Leistung machte Fatos Kücükyildiz plötzlich auch für andere Klubs interessant.
Die Luchse freuen sich mit der Schwedin über das herausragende Angebot aus Dortmund. „Diese Chance darf ich mir nicht nehmen lassen“, sagte Fatos Kücükyildiz. Sie verlasse die Luchse deswegen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Denn in Buchholz habe ich meine Liebe zum Handball zurückgewonnen.“
Der 28-Jährigen ist aber auch bewusst, was auf sie zukommt und dass sie sich mit zahlreichen Nationalspielerinnen wird messen lassen müssen: „Es wird für mich sowohl mental als auch körperlich eine große Herausforderung beim BVB Dortmund werden.“
„Die Gespräche mit Dortmund laufen schon etwas länger“, erklärte Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau gestern. Er hatte die Schwedin eigentlich für die kommende Saison eingeplant, kann deren Wechsel zum Top-Klub, der auch international spielt, nachvollziehen.
„Wir verlieren mit Fatos eine Führungskraft. Allerdings ist unser Kader in der kommenden Saison wieder sehr breit aufgestellt. Wir werden den Aufgabenbereich von Fatos auf mehrere Schultern verteilen“, äußerte Coach Dubravko Prelcec zum Abgang der Spielmacherin. „Wir werden versuchen, den Verlust zu kompensieren und haben uns sehr gute Alternativen erarbeitet. Wir sind nicht aktiv auf der Suche und werden keine hektische Nachverpflichtung machen, sondern erst einmal abwarten“, gibt sich Geschäftsführer Dubau entspannt. Ausschließen will er allerdings nicht, dass sich doch noch etwas im Kader für die neue Saison ergibt. Von Kathrin Röhlke