Plastiken der Bossards im Garten der Kunststätte. Foto: rin

Stiftungsrat der Kunststätte Bossard vergibt Vorstudie an Institut für Zeitgeschichte

Jesteburg. Welche Position nahmen die Künstler Johann Michael und Jutta Bossard zur Zeit des Nationalsozialismus ein? Wie war ihre Einstellung vor und nach dieser Zeit? Diese Fragen beschäftigen die Kunststätte Bossard maßgeblich und sollen nun in einem Forschungsprojekt des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin (IfZ) geklärt werden.
Auf der jüngsten Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard wurde beschlossen, das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin mit einer Vorstudie zur Aufarbeitung der Rolle des Ehepaares Johann Michael und Jutta Bossard zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur zu beauftragen. „Es ist außerordentlich wichtig für die Stiftung, dass diese Fragen objektiv und wissenschaftlich fundiert aufgearbeitet werden“, betont Stiftungsratsvorsitzender Rainer Rempe.
In ersten Gesprächen mit dem Stellvertretenden Direktor des Institutes, Professor Dr. Magnus Brechtken, wurden jetzt der Zeitplan und der Ablauf des Forschungsauftrages thematisiert und abschließend bestätigt. Die Leiterin der Kunststätte Bossard, Heike Duisberg-Schleier, erklärt das weitere Vorgehen: „Das Institut für Zeitgeschichte wird im ersten Schritt einen Wissenschaftler benennen, der über eine Forschungszeit von drei Monaten zur ausgeschriebenen Fragestellung forscht, auch vor Ort in Jesteburg. Die Ergebnisse dieser Forschungszeit werden über einen Zeitraum von weiteren zwei Monaten zusammengefasst und als Vorstudie in gedruckter und digitaler Form der Kunststätte Bossard und der Öffentlichkeit vorgestellt.“ Die Ergebnisse der mit 30 000 Euro veranschlagten Vorstudie werden unter anderem im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Reden wir über Bossard“ an der Kunststätte Bossard präsentiert und Basis für eine weitere langfristig angesetzte geschichtliche Aufarbeitung sein. wa

Hintergrund Deutsche Geschichte erforschen Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) München–Berlin ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Sie wurde 1949 gegründet, um die nationalsozialistische Diktatur wissenschaftlich zu erforschen. Das Arbeitsspektrum des IfZ umfasst heute die gesamte deutsche Zeitgeschichte vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart im globalen Kontext. Das IfZ wird vom Bund und den Ländern finanziert und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zum Institut gehören Forschungsabteilungen in München und Berlin, eine Aktenedition im Auswärtigen Amt, die Dokumentation Obersalzberg und das Zentrum für Holocaust-Studien.