Bauausschuss der Samtgemeinde Elbmarsch berät über den Ausbau der Grundschule Tespe

Tespe. Die Grundschule in Tespe wird zu Beginn des Schuljahres 2022/2023 aus allen Nähten platzen. Das hatte Schulleiterin Anke Meyn bereits im Schulausschuss der Samtgemeinde Elbmarsch im April festgestellt. Dann nämlich wird die erste Klasse dreizügig geführt. In den nächsten vier Jahren kommen noch jede Menge Kinder dazu, so dass anstatt der jetzt 140 Jungen und Mädchen 190 Grundschüler die Schule besuchen werden.
Schritt eins: Anbau an dievorhandene Mensa
„Sowohl der Mensabereich als auch die Verkehrsflächen sind dann zu klein“, erläuterte Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth die Situation. Angesichts der steigenden Schülerzahlen sei damit zu rechnen, dass die Schule in den nächsten fünf Jahren vielleicht sogar komplett dreizügig geführt werden muss. „Die Kinder kommen nicht alle unter“, so Roth. Mit dem Wachstum hatte man in der Samtgemeinde so nicht gerechnet, denn eine Erweiterung der Schule war erst vor kurzer Zeit abgeschlossen worden. „Es ist aber wieder ein neues Baugebiet geplant und das bedeutet wieder neue Kinder. Die Zahl wird erst einmal nicht abnehmen“, so Roth, der den Architekten der Samtgemeinde Thomas Block um Ideen für eine Erweiterung gebeten hatte.
Block stellte seine ersten Planungen nun erstmals dem Bauausschuss vor: Ein Anbau könnte das Schulgebäude auf der Seite der Aula nach vorn erweitern. Dazu müsste der Seiteneingang zur Schule erneuert werden, die mit der Maßnahme einen zusätzlichen Betreuungsraum von rund 20 Quadratmetern und eine um rund 55 Quadratmeter erweiterte Mensa erhalten würde. „Den Anbau könnte man mit einem Flachdach an das bestehende Gebäude anschließen“, erläuterte Block. Mit Kosten von 250 000 Euro sei der Anbau außerdem relativ günstig zu haben.
Ob der Raum mit dieser Erweiterung mittelfristig ausreichen wird, ist aber noch unklar. „Eventuell benötigen wir noch einen weiteren Raum für die Arbeit der Förderschullehrer“, berichtete Schulleiterin Meyn. Dieser Bedarf könne aber auch durch einen Container gedeckt werden. Der zusätzliche Betreuungsraum werde aber ganz sicher gebraucht, weil im Ganztag fünf Klassen gleichzeitig betreut werden müssten. Auch auf die Frage aus dem Ausschuss, ob die Klassenräume für die kommenden Jahre ausreichen, wusste Meyn noch keine Antwort.
Ob acht Klassenräumeausreichen, ist fraglich
„Es sind acht Klassenräume vorhanden. Das würde für das Schuljahr 2022/2023 ausreichen. Ob wir im Jahr danach wieder dreizügig werden, kann ich nicht sagen. Wenn ja, dann fehlt wieder ein Raum“, so die Schulleiterin, die den Ausschuss damit vor die Frage stellte, ob auch die Zahl der Klassenräume erweitert werden sollte, wenn ohnehin ein Anbau geplant ist.
Für eine nochmalige Erweiterung der Schule seien die Möglichkeiten in drei Richtungen erschöpft, erklärte Architekt Block. Für den Fall, dass das notwendig werde, sehe er lediglich eine Erweiterungsmöglichkeit auf das freie Nachbargrundstück. Das allerdings hatte der Tesper Gemeindedirektor Jörg Werner in einer Sitzung des Tesper Rates kürzlich für „unbebaubar“ erklärt, nachdem die Freien Wähler vorgeschlagen hatten, dort einen neuen Kindergarten zu errichten.
Die Kinderzahl für die nächsten Jahre sei nicht absehbar und der Raumbedarf nicht zu ermitteln, plädierten die Grünen im Ausschuss dafür, lediglich die von der Schulleitung beantragten Räume in das Bauprogramm aufzunehmen. „Aber Flickschusterei macht nicht viel Sinn“, befand dagegen Lars Witthöft (SPD). Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth plädierte dafür, die geplante Erweiterung erst einmal zum Schuljahr 2022/2023 umzusetzen und parallel das Gespräch mit der Gemeinde zu suchen, um absehen zu können, ob das freie Nachbargrundstück oder eventuell der Sportplatz für einen zusätzlichen Anbau nutzbar sei. Darauf einigte sich der Ausschuss dann auch mit einer Enthaltung. Von Franzis Waber