Gemeinsam fanden sie die vermisste Person im Wald: Nils Borsutzky und seine Malinois -Hündin Mali. Foto: Johanniter

Amy und Mali bestehen mit ihren Herrchen die Johanniter-Prüfung zum Geländesuchhund

Salzhausen. Wenn Personen auf unwegsamem Gelände oder einer großen Fläche vermisst werden, dann geht wenig über die gute Nase von Suchhunden. Die Johanniter bilden deswegen regelmäßig Mensch-Hund-Teams für ihre Rettungshundestaffel aus. In Salzhausen bestanden jetzt Nils Borsutzky mit Mali und Alexander Borchardt mit Amy die entsprechende Prüfung, an der insgesamt elf Teams aus Norddeutschland teilnahmen. Sieben Mensch-Hund-Teams wurde als Flächensuchhunde in die Rettungshundestaffeln der Johanniter aufgenommen.
Für Erste Hilfe an Mensch und Tier, Einsatztaktik, Wetterkunde, Karte und Kompass sind zweifelsohne die Zweibeiner des Teams zuständig. Die Suche nach Vermissten müssen dann die tierische Spürnase übernehmen. Den Verweis-Test, bei dem die Hunde eine Person aufspüren und diese anzeigen müssen, bestanden Mali und Amy prima. Wichtig: Die Tiere dürfen dem Vermissten keine Angst machen, sie sollen lediglich dessen Ortung übernehmen.
Gehorsamkeit und das Zusammenspiel zwischen Zwei- und Vierbeinern gehören ebenfalls zum Prüfungsrepertoire. Die Hunde müssen auf Kommandos reagieren und ihren Hundeführern auch ohne Leine folgen.
Dann ging es an den großen Praxistest: In einem etwa 30 000 Quadratmeter großen Waldgelände bei Drögennindorf galt es für die Teams, innerhalb von 20 Minuten Verletzte aufzuspüren, die von Ehrenamtlichen gespielt wurden. „Die Wetterbedingungen waren heute sehr anspruchsvoll. Es war warm und zudem wehte wenig Wind – Faktoren, die die Arbeit für die Rettungshunde stark erschweren, da menschliche Geruchsspuren nur aufsteigen und bei fehlendem Wind nicht weitergetragen werden“, erklärte Prüfer Jörg Oestreich von der Rettungshundestaffel Schleswig.
Aber die Malinois-Hündin Mali und Border Collie Amy leisteten gute Arbeit und erhielten zur Belohnung einen Extra-Kauknochen nach getaner Arbeit. „Die Rettungshundestaffel Salzhausen hat nun drei geprüfte Flächensuchhunde und einen geprüften Mantrailer“, freute sich Staffelleitung Anja Lütchens. Mantrailer können verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden. „Damit sind wir eine einsatzbereite Rettungshundestaffel für den Landkreis Harburg.“ rin

Hintergrund Rund um die Uhr einsatzbereit Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen und werden über die jeweilige Leitstelle angefordert. Die Hundeführer mit ihren vierbeinigen Spürnasen engagieren sich ehrenamtlich und sind für ihre umfangreichen Aus- sowie Weiterbildungen auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 24 Monate aufgefrischt werden muss.