Fördergeldern für Filteranlagen sind der Grund für Anfragen an die Verwaltung in Seevetal und Winsen

Winsen/Seevetal. Seit Monaten wird sowohl im Landkreis als auch in vielen Kommunen in Ausschüssen und Räten über Luftfilter in Schulen zur Vermeidung von Corona-Übertragungen diskutiert. Bisher war die Haltung gegenüber den Filtern eher skeptisch. Zu teuer, zu laut und ungeeignet für Schulen, so der Tenor vor allem aus den CDU-Fraktionen, während Elterninitiativen und die Grünen im Kreis die Ausstattung der Schulen mit den Filtern forderten.
Nachdem der Bund nun angekündigt hat, nicht nur die Anschaffung von stationären Luftreinigungsanlagen, sondern nun auch mobile Luftfilter in Schulen zu fördern. Nicht nur die CDU in Winsen hat nun eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, in der sie nach der Förderung und Erfahrungen mit Filteranlagen fragt. Auch die Frage nach außerplanmäßigen Haushaltsmitteln ist in der Anfrage enthalten – ein Hinweis darauf, dass man nun doch eventuell die Anschaffung der Geräte plant, die man bislang ablehnte.
Bewegung kommt nun auch in die CDU, SPD und FDP in Seevetal. Die haben einen interfraktionellen Antrag an die Verwaltung gestellt, die unter anderem die Machbarkeit und die finanziellen Belastungen der Anschaffung von Luftfiltern für die Gemeinde klären sollen. Der Begriff Luftfilter findet sich in dem Antrag allerdings nicht. Stattdessen ist von „Maßnahmen zur Aerosolreduktion“ die Rede.
Darüber hinaus fordern CDU, SPD und FDP in Seevetal, ein öffentliches Expertenhearing zu Möglichkeiten der Prävention und Kontrolle der Coronaübertragung in Schulen und Kitas. „Es gilt, die Situation der letzten Monate insgesamt aus der Perspektive der Kommunen als Träger zu analysieren und unsere Schulen und Kindertagestätten auf ein unter Umständen neuerliches Infektionsgeschehen vorzubereiten. In jedem Fall muss verhindert werden, dass Schulen und Kindertagesstätten noch einmal geschlossen werden müssen“, sind sich die Vertreter der drei Fraktionen im Gemeinderat einig. Neben dem Hearing soll die Verwaltung die empfohlenen Präventionsmaßnahmen zeitnah prüfen und schnellstmöglich Anpassungen bereits bestehender Konzept umsetzen.
Sauer sind indes die Winsener Grünen über den Vorstoß der CDU, der in ihren Augen viel zu spät kommt. Bereit zu Beginn des Jahres habe eine private Initiative die Kitas und Schulen in der Stadt mit mobilen Luftfiltergeräten aus Spendenmitteln ausstatten wollen, so Margot Schäfer, Sprecherin des Ortsverbandes Winsen/Elbmarsch der Grünen. „Es wäre erfreulich gewesen, wenn diese Initiative der Anstoß für eine sachliche Diskussion in den zuständigen Gremien der Stadt gewesen wäre“, schreibt Schäfer weiter in einer Pressemitteilung. Die Sprecherin kritisiert, dass es den Politikern gar nicht um eine sachbezogene Auseinandersetzung gegangen sei. Es dränge sich im Gegenteil der Verdacht auf, dass es nun um das bloße Abgreifen von Fördergeldern gehe oder um die Furcht , dass man bei eventuellen Schulschließungen vor den Wahlen im September um Wählerstimmen bange. Von Franzis Waber