Der Buchholzer Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (links) mit den Ausgezeichneten und ihren Laudatoren: Volker von Rumohr, Ingo zum Felde, Beatrice Trampenau, Helmut Fleischhauer, Axel Wachtlin, Andreas Kern, Michael Wabbel und Ulrike Barz-Murauer. Foto: po

Stadt Buchholz zeichnet früheren Pastor Michael Wabbel mit Kulturpreis aus

Buchholz. „Ich denke, wir alle, Geehrte, Musiker und Publikum, haben diesen Abend in der Empore sehr genossen.“ Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse drückte aus, was wohl jeder der rund 120 Gäste empfand. In den zwei vorangegangenen Stunden hatten sie eine Premiere der besonderen Art erlebt: Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt sind der Buchholzer Kulturpreis und die Buchholzer Ehrennadeln in einer gemeinsam Veranstaltung verliehen worden. Zum ersten Mal gab es nach 16 Monaten coronabedingter Abstinenz wieder eine städtische Feierstunde in der Empore – als Präsenzveranstaltung.
Träger des Kulturpreises 2020 ist Michael Wabbel. „Michael ist ein Brückenbauer“, sagte Laudatorin Ulrike Barz-Murauer. „Er schafft es, die Menschen durch Kultur zusammenzubringen.“ Diese Leidenschaft für Kultur muss ihm schon in die Wiege gelegt worden sein. In jungen Jahren macht der gebürtige Buchholzer Musik im Keller seiner elterlichen Wohnung in Harburg. Und auch wenn er beruflich andere Wege geht, statt Schauspieler und Operettensänger zu werden Speditionskaufmann lernt und Theologie studiert – Kunst und Kultur bleiben sein Lebenselixier.
1988 kommt Wabbel als Pastor, zuvor war er auch in Winsen tätig, wieder in seine Geburtsstadt Buchholz. Und kümmert sich nicht nur um das Seelenheil seiner Gemeinde, sondern düngt auch gleich die Buchholzer Kulturlandschaft. Startet Musikprojekte, organisiert Studienreisen, stellt das erste Benefizkonzert für die Kinderstiftung der St.-Paulus-Gemeinde auf die Beine, initiiert die Stadtfest-Konzerte in der St.-Paulus-Kirche, die er bis zu seinem Ruhestand vor drei Jahren organisiert, erfindet den Zwischenhalt-Gottesdienst, ruft Ausstellungen, kleinere und größere kulturelle Projekte ins Leben. Bis heute ist er aktiv – als Schauspieler, Sänger, Musiker, Motivator. „Religion, Kultur und Geschichte begeistern Michael Wabbel, mit großer Hingabe fördert er den künstlerischen Nachwuchs. Ich habe es am eigenen Leib gespürt“, sagt die Sängerin und Schauspielerin Barz-Murauer. „Seit 30 Jahren bereichert er das Buchholzer Kulturleben. Er hat diesen Preis redlich verdient.“
„Ich bin überwältigt, glücklich und dankbar“, freute sich Wabbel, im Nebenberuf auch noch leidenschaftlicher und leidensfähiger HSV-Fan, über seine Auszeichnung. Sein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro stiftet der Menschen-, Kunst- und Kulturfreund dem Hilfsprojekt „Musiker ohne Grenzen“ und dem neuen Verein Musical Stage Buchholz. Dort proben das Ensemble und er gerade für ein neues Musical: „Ein Käfig voller Narren“. Frei nach seinem Lebensmotto: „Das Leben und die Liebe sind bunt und nicht einfarbig.“ Überwältigend ist eben auch Michael Wabbel. Manchmal mit seinen Worten und immer in seinem Engagement für die Menschen – und für diese Stadt.
Für Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse zeigte die Veranstaltung, wie wichtig es ist, sich bei Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, in angemessenem Rahmen für deren Engagement zu bedanken. Er hofft und wünscht, dass „wir auch künftig auf dieses großartige Engagement zählen können. Solche Menschen brauchen wir!“ wa

Weitere Preisträger Stadt vergibt drei Ehrennadeln Die Stadt Buchholz verlieh auch drei Buchholzer Ehren­nadeln an verdiente Bürger. Ingo zum Felde erhielt dieNadel für sein jahrelangesEngagement bei der Johanniter-Unfall-Hilfe. Großes Engagement zeigt auch Axel Wachtlin. Er wurde für sein jahrzehntelanges Wirken in der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Paulus geehrt. Mit einer Ehrennadel ausgezeichnet wurde darüber hinaus Helmut Fleischhauer. Von 1988 bis 2011 hat der heute 94-Jährige ehrenamtlich die Geschäfte der „Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh“ geführt.