Nach den Chaos-Nächten am Lüneburger Stintmarkt griff die Stadt durch, Polizei patrouillierte. Doch einen Nachtbürgermeister will die Stadt nicht einsetzen. Foto: t&w

In Lüneburg patrouilliert künftig kein Nachtbürgermeister am Stintmarkt

Lüneburg. Die Stadt Lüneburg bekommt nach den jüngsten Ausschreitungen an einigen Plätzen und Sammelpunkten weder einen Nachtbürgermeister noch ehrenamtliche „Respektlotsen“. Beides hatten die Grünen mit einem Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung setzen wollen. Doch außer aus den Reihen der Linken gab es dafür keine Zustimmung.
„Sie wollen das beauftragen, was wir schon machen“, kommentierte Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) den Antrag. Die abendlichen Treffpunkte würden vom Team der Stadtjugendpflege aufgesucht. „Wir haben keine Probleme mit den Jugendlichen“, betonte der Rathauschef. Zu Eskalationen komme es zumeist nach 2 Uhr in der Nacht und unter Alkoholeinfluss. „Das sind dann Straftaten, und da müssen wir ordnungspolitisch agieren“, unterstrich Mädge.
„Wir dürfen den Draht zu den jungen Leuten nicht verlieren“, hatte zuvor Grünen-Fraktionschef Ulrich Blanck für den Antrag geworben und einen Runden Tisch mit allen Beteiligten angeregt. Dazu riet auch Linke-Fraktionssprecher Michèl Pauly: „Wenn wir das ernsthaft wollen, müssen wir das noch in der Sommersaison angehen.“
SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus-Dieter Salewski hielt dagegen. Das „Stuttgarter Modell“, an das sich der Grünen-Vorstoß anlehnt, habe „einen völlig anderen Hintergrund“, verwies er auf die Probleme mit jungen Migranten in der Neckarmetropole. „Wir sind hier aktiv unterwegs“,lobte er vielmehr die Aktivitäten der Jugendpflege. „Das Problem ist nicht neu“, befand seinFDP-Kollege Frank Soldan, „neu ist, dass es noch nicht imWahlkampf diskutiert worden ist.“
Mädge kündigte indes an, dass im Herbst alle Seiten im Jugendhilfeausschuss der Stadt Lüneburg eine Bestandsaufnahme der Aktivitäten vornehmen sollten. mr