Jennifer Soetebier feierte mit dem 4. Platz bei der U20-DM ihren bisher größten sportlichen Erfolg. Foto: Oppermann

Jennifer Soetebier aus der Nordheide verpasst bei DM der U20 nur knapp eine Medaille

Winsen. Knapp an einer Medaille bei der Deutschen U20-Meisterschaft vorbeigesprungen ist am vergangenen Wochenende Jennifer Soetebier von der LG Nordheide (MTV Pattensen). Die 19-Jährige landete im Rostocker Ostseestadion mit 1,74 m auf Platz 4, feierte damit ihren bislang größten Erfolg und kam ihrem Traum von 1,80 m wieder ein Stück näher.
Die Vorbereitungen auf das Event liefen nach Plan. Gleich bei ihrem ersten Wettkampf in diesem Jahr schaffte die Nordheide-Athletin mit 1,71 m die Quali-Norm und konnte sich somit in aller Ruhe auf die Deutsche Meisterschaft (DM) vorbereiten. Auch bei einem letzten Test in Winsen wenige Tage vor dem Groß-Event bestätigte sie ihre Form mit einer Höhe von 1,72 m. „Ein perfekter Abschluss der Vorbereitungsphase“, erklärte ihr Coach Wilfried Oppermann.
Hinter der Ausnahmekönnerin Blessing Enatoh (TSV Spandau) liegt die deutsche Spitze eng zusammen. Gleich ein Dutzend Athletinnen sind in diesem Jahr bereits über 1,71 m gesprungen, umso wichtiger war in Rostock die Taktik. „Alle Versuche bis einschließlich 1,70 m gleich im ersten Versuch überspringen“, so Oppermanns Plan.
Dass das gar nicht so einfach sein würde, stellte sich schon beim Einspringen heraus. Da fiel die Latte wegen kleiner technischer Fehler schon bei 1,65 m herunter. Doch mit Beginn des Wettkampfes war die Nordheide-Athletin voll da. Wie von ihrem Trainer gefordert meisterte sie bis 1,70 m alle Höhen gleich im ersten Versuch, während andere Teilnehmerinnen bereits die Taschen packen mussten.
Die nächste Höhe war 1,74 m – eine Höhe, die in diesem Jahr erst vier deutsche Athletinnen übersprungen hatten. Doch auch jetzt lieferte Jennifer Soetebier ab: Nach einem für sie typischen dynamischen Anlauf schraubte sie sich hoch, ging in die Brücke und schaffte auch diese Höhe auf Anhieb. „Ihren Jubelschrei hat man sicherlich noch außerhalb des Ostseestadions gehört“, schmunzelte ihr Coach.
Die Latte wurde daraufhin auf 1,77 m gelegt. Eine Höhe, die die 19-Jährige noch nie gesprungen ist, in Rostock aber beinahe geschafft hätte. Bei ihrem starken ersten Versuch touchierte sie die Latte nur ganz leicht, doch sie fiel. „Ein sehr guter Versuch, bei dem das Timing nicht ganz passte“, stellte Oppermann fest. So landete Jennifer Soetebier schließlich mit übersprungenen 1,74 m auf Platz 4 in der Endabrechnung hinter Blessing Enatoh (1,80 m), Annabell Recke (1,77 m) und Marie Jung (1,77 m). Trotz der nur knapp verpassten Medaille blieb der Nordheide-Athletin damit ihr bislang größter sportlicher Erfolg, eine neue Jahresbestleistung und die Gewissheit, dass sie 1,77 m durchaus springen kann – und damit ihrem Traum von 1,80 m wieder ein Stück näher kommt. „Realistisch ist das allemal“, so Oppermann. Von Dominik Heuer