Ulf Riek und Silvia Selka werfen der Verwaltung vor, mit zweierlei Maß zu messen. Foto: fw

Diskussionen in Tespe um die Bebaubarkeit der Freifläche neben der Grundschule

Tespe. Die Zahl der Kinder in Tespe wächst und die Grundschule im Ort muss erweitert werden. Eine Überlegung im Bauausschuss der Samtgemeinde Elbmarsch Ende Juni: Das Nachbargrundstück der Schule für die Erweiterung zu nutzen.
Diese Idee brachte die Mitglieder der Freien Wähler auf den Plan. Denn die hatten schon im vergangenen Jahr eben diese Fläche für den Neubau einer Kita ins Gespräch gebracht. Damals hatte die Gemeindeverwaltung abgewunken. „Das Grundstück ist nicht bebaubar“, hatte Gemeindedirektor Jörg Werner zuletzt im Frühling im Rat der Gemeinde geäußert. „Eine Schulerweiterung ist möglich, aber eine Kita nicht? Da wird mit zweierlei Maß gemessen“, sind Ulf Riek und Silvia Selka von den Freien Wählern nun richtig sauer.
„Grundsätzlich ist alles möglich“, so Tespes Gemeindedirektor auf Nachfrage des WA, wie es sich denn nun mit dem Grundstück verhalte. Auf der Fläche liege aber eine Hochdruck-Abwasserleitung, die nur mit sehr großem Aufwand umgelegt werden könne und das mache Baumaßnahmen auf dem Gelände neben der Schule eben schwierig. „Diese Leitung bedient den ganzen Ort“, erklärt Werner und so sei eine Neuverlegung ein Riesenprojekt, das die Nutzung der Fläche langwierig mache.
Das sei auch allen Beteiligten mehr als geläufig, so Werner mit Blick auf die Freien Wähler. Darüber hinaus sehe er das Grundstück, das von der Schul- bis hin zur Wiesenstraße reiche, ohnehin eher als eine Potenzialfläche für die Wohnbebauung. Eine Schulerweiterung sei aus Sicht der Gemeinde auch in Richtung des Sportplatzes an der Rückseite der Schule machbar.
Machtdemonstration der Verwaltung?
Auf viel Verständnis stößt er mit dieser Argumentation bei den Freien Wählern nicht. „Auf eine Frage im Bauamt habe ich die Auskunft bekommen, dass das Grundstück grundsätzlich bebaubar ist. Man müsse aber prüfen, was geht“, erklärt Ulf Riek von den Freien Wählern. Die Weigerung, die Fläche für einen Kita-Neubau überhaupt in Betracht zu ziehen, hält er für eine reine Machtdemonstration des Gemeindeverwaltung. Die Ratsmehrheit hatte sich gegen die Stimmen der Freien Wähler für einen neuen Standort im Baugebiet Avendorfer Weg entschieden, für das gerade der Bebauungsplan aufgestellt wurde. Die Alternative neben der Schule hatte man mit dem Hinweis auf die Unbebaubarkeit abgelehnt.
Es gebe auf der Fläche tatsächlich ein Pumpwerk, aber das stehe am Rand des Grundstücks und es sei ja wohl kaum zu vermuten, dass die Leitungen zum Pumpwerk schräg über die Fläche verlegt seien, erläutert Riek. Darüber hinaus habe es ein halbes Jahr gedauert, bis das Thema Kita-Neubau neben der Schule überhaupt auf der Tagesordnung des Rates gelandet sei. „Und selbst dafür haben wir die Hilfe der Kommunalaufsicht benötigt“, so Riek. „Die neue Kita wird dringend gebraucht und wenn wir zügig gehandelt hätten, hätte die Einweihung zum Wahltag stattfinden können“, glaubt Riek.
Die Entscheidung darüber, wie die Schule erweitert wird, liegt ohnehin bei der Samtgemeinde. „Es wurde ein Gespräch mit der Gemeinde anberaumt“, sagt Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth. Man werden sich die Lage genau ansehen und dann entscheiden, in welche Richtung die Schule erweitert wird. „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Bauplatz“, so Roth. fw