Grafik Radschnellnetze Metropolregion HH

Fahrradschnellweg: Machbarkeitsstudie für drei Strecken im Kreis Harburg nach Hamburg liegt vor

Winsen/Hamburg. Das Radschnellnetz der Metropolregion Hamburg geht in die Umsetzung. Am Montag sind mit den Machbarkeitsstudien für acht von neun Routen die gutachterlichen Empfehlungen für Planung, Finanzierung und Bau vorgelegt worden. Die konkreten Vorschläge umfassen ein Streckennetz von rund 300 Kilometer Länge, dazu zählt auch ein 49 Kilometer langer Radschnellweg von Lüneburg über Winsen/Luhe nach Hamburg – elf Kilometer liegen im Kreis Lüneburg, 25 im Kreis Harburg und 13 Kilometer auf Hamburger Gebiet. Insgesamt hat die Metropolregion die Erarbeitung der Konzepte mit rund einer Million Euro zu 80 Prozent finanziert.
Die Trasse zwischen Lüneburg und Hamburg verläuft weitgehend entlang der bestehenden Bahnstrecke. Günstig gelegen für Pendler sollen so auch die Bahnhöfe und Haltepunkte Lüneburg, Bardowick, Radbruch, Winsen/Luhe, Ashausen, Stelle, Maschen, Meckelfeld, Hamburg-Harburg, Wilhelmsburg und Veddel eingebunden werden. Eine Besonderheit der Route soll sein, dass voraussichtlich bis in die Hamburger Innenstadt hinein versucht wird, den Standard für Radschnellwege einzuhalten: Gebaut werden soll eine vier Meter breite asphaltierte Trasse mit zwei getrennten Fahrtrichtungen.
Zwischen Lüneburg und Winsen soll der Radweg vor allem entlang der Kreisstraße von Lüneburg über Bardowick nach Radbruch verlaufen, ab Winsen dann fast ausschließlich direkt nördlich der Bahnstrecke Lüneburg-Hamburg. Der Hamburger Anschnitt führt schließlich am Bahnhof Hamburg-Harburg vorbei über die Süderelbe und die Elbinsel Wilhelmsburg bis an die Freihafen-Elbbrücke. Vorgesehen ist, überwiegend bestehende Strecken auf den Radschnellweg-Standard auszubauen.
Einen besonderes Augenmerk werden die Planer auf die Stadt Winsen legen müssen. „Sie ist nicht nur ein markanter Punkt auf der Strecke, sondern aufgrund ihrer Struktur auch eine besondere Herausforderung“, heißt es in dem Bericht zu den Machbarkeitsstudien. Die Schwierigkeit werde darin bestehen, alle Wohngebiete, die Innenstadt und den Bahnhof gleichermaßen an den Radschnellweg anzuschließen.
Die Umsetzung erfordert auch, dass Behörden an vielen Stellen über Gemeinde-, Landkreis- und auch Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten müssen. Dazu sollen in den kommenden Wochen sogenannte Trassenbündnisse gebildet werden. Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen den Gutachtern zufolge, dass der Ausbau der Wege abschnittsweise erfolgen muss. Während in einigen Bereichen bereits in die Detailplanung eingestiegen werden könne, müssten andernorts zunächst noch weitere Aufgaben gelöst werden – unter anderem mit Blick auf Natur- und Landschaftsschutz sowie Grundstückskäufe.
Vier Meter breite, asphaltierte Fahrradstraße
Der Startschuss auf der Strecke Lüneburg-Hamburg ist bereits im Juli gefallen. Für ein rund 850 Meter langen Abschnitt von Lüneburg nach Bardowick hat die Hansestadt die Arbeiten schon ausgeschrieben. Vorgesehen ist, den Imkerstieg von Ochtmissen nach Bardowick auszubauen. Bislang verläuft der Weg als sandige und steinige Huckelpiste durch die Feldmark. Am Ende der rund dreimonatigen Bauzeit sollen Radler über eine vier Meter breite, asphaltierte Fahrradstraße rollen. Wann die Arbeiten starteten, hängt laut Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck vom Ergebnis der Auftragsvergabe ab.
Bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudien am Montag sagte Harburgs Landrat Rainer Rempe CDU): „Mit dem Radschnellnetz wird der Nordosten Niedersachsens für die Fahrradzukunft erschlossen.“ Es brauche gut ausgebaute, attraktive Routen, um noch mehr Menschen aus der Region auf ihren alltäglichen Wegen zu einem Wechsel auf das Fahrrad zu motivieren – „genau diese wollen wir realisieren“. Erfreulich ist das Projekt aus seiner Sicht auch, weil „das Vorhaben sehr konkret ist und auf ein hohes Interesse stößt, da es die Menschen direkt erreicht“.
Für Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) geht es darum, „den Anteil des Radverkehrs in Niedersachsen bis 2025 von 15 auf 20 Prozent zu steigern. Das geplante Radschnellnetz bringt uns unserem Ziel ein Stück weit näher.“ Schließlich begännen drei der auf Hamburg zulaufenden Routen in Niedersachsen – in Lüneburg, Stade und Tostedt. Von Malte Lühr