Freuen sich, dass der Betrieb wieder losgeht: Dezernatsleiterin Annika Wangerin vom Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg, Klaus Franke vom Verein Alte Schule Bütlingen und Bürgermeister Michael Cramm. Foto: mhe

Dorfhaus in Bütlingen kann wieder genutzt werden – Rund 100 000 Euro Fördergelder

Bütlingen. In der Alten Schule in Bütlingen kann wieder gefeiert werden. Seit Januar wird das historische Gebäude erneuert und während am Nebengebäude noch einige Arbeiten anstehen, wurde das Hauptgebäude jetzt offiziell für die Nutzung für die Öffentlichkeit freigegeben. „Hier wird der Alten Schule wieder Leben eingehaucht, damit die Alte Schule auch der Gemeinde wieder Leben einhauchen kann“, sagte Bürgermeister Michael Cramm bei der Eröffnung.
Im Hauptgebäude wurden die Sanitärräume und die Küche erneuert. Im Nebengebäude steht noch einiges mehr an. Durch das stark sanierungsbedürftige Dach kam es zu weiteren Schäden, etwa an der Dachkonstruktion und dem Fachwerk, und auch der Holzwurm lässt sich hier und da blicken. Teile des Gebäudes sind zurzeit einsturzgefährdet. Aus denkmalschutzrechtlichen Gründen wird das Haus trotzdem erhalten. Wenn das neue Dach fertig ist, sollen im Nebengebäude vor allem Abstellflächen entstehen.
Insgesamt sind 195 000 Euro Kosten für die Erneuerungen veranschlagt. Fördergelder in Höhe von 98 756 Euro gibt es von der Leader-Region Achtern-Elbe-Dieck, den Rest übernimmt die Gemeinde Tespe. Die Finanzierung der Arbeiten an der Küche hat der Verein Alte Schule Bütlingen übernommen, dort wurden unter anderem der Fußboden und die Wände neu gemacht.
Dacharbeiten beginnen erst im September
Der Zeitpunkt für die Erneuerung des Hauptgebäudes hat gepasst: Aufgrund der Pandemie konnten ohnehin keine Veranstaltungen stattfinden. Dafür zogen sich aber die Arbeiten hin. „Eigentlich wäre das hier in etwa sechs Wochen zu schaffen gewesen“, sagte Architekt Thomas Block. Doch von Dachdecker und Zimmermann kam jeweils nur ein Angebot rein, man musste sich zeitlich anpassen. Der Dachdecker hat vor September keine Zeit. Dann wurde im Fußboden schadstoffhaltiger Kleber gefunden, es kam zu Verzögerungen.
Im Erdgeschoss des alten Gebäudes stehen Mietern 250 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Es gibt die beiden ehemaligen Klassenräume, die miteinander verbunden sind, einen Thekenbereich im Flur, einen Raum für das Catering mit angeschlossener Küche und WC-Bereich. Das Obergeschoss ist dauerhaft vermietet.
Wenn keine Kontaktbeschränkungen zur Pandemiebekämpfung herrschen, finden bis zu 100 Personen in der Alten Schule Platz. Ein Angebot, das mit circa 75 Prozent Auslastung in der Vergangenheit gerne angenommen wurde.
Lehrkräfte wurden krank
Wie der Name schon sagt, wurde die Alte Schule lange Zeit genutzt, um die Kinder des Ortes zu unterrichten. Das wohl im 18. Jahrhundert entstandene Gebäude brannte kurz nach dem Krieg ab und wurde 1948 wieder aufgebaut. „Es ist ein Nachkriegsbau, man sieht es auch an den Steinen“, schmunzelte Klaus Franke, Vorsitzender des Vereins Alte Schule Bütlingen. „Aber es war das Herz des Dorfes und es war wichtig, es sofort wieder aufzubauen.“
Zwei Klassenräume gibt es in dem alten Gebäude, in dem damals vier Jahrgänge unterrichtet wurden. Bis 2002, mit einigen Unterbrechungen, lernten die Kinder noch in der Einrichtung in Bütlingen. Dann wurden beide Lehrkräfte krank und die Schüler nach Tespe geschickt. Dabei blieb es bis heute.
Das Gebäude blieb weiterhin im Besitz der Gemeinde, die die Alte Schule finanziell betreut. Verwaltet wird sie vom Verein Alte Schule Bütlingen, der 2007 gegründet wurde. Anfang der 2000er-Jahre entstand im Rahmen der Dorferneuerung die Idee, die Räumlichkeiten zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzufunktionieren. Von Marieke Henning