Auf eine Kooperation mit dem Forst hatten die Mountainbiker aus den Harburger Bergen auch in Rosengarten gesetzt, um auch dort legal unterwegs sein zu können. Foto: po

Wenig Bereitschaft zum Gespräch beim Forst Sellhorn gegenüber Mountainbikern

Rosengarten/Hamburg. Mit vorsichtigem Optimismus war Jonas Höhne, Vorsitzender des Vereins Harburger Berge Mountainbike, in ein Gespräch mit dem Sellhorner Forst in Rosengarten gegangen. Seine Hoffnung, dass sich eine Lösung finden lässt, die sowohl dem Forst als auch den Radfahrern dient, wurde allerdings enttäuscht.
Dem Gespräch vorangegangen war eine Pressemitteilung, in der Revierförster, Regionalpark-Manager und die Untere Naturschutzbehörde ein erschreckendes Bild von den Mountainbikern zeichnete. Es handle sich um rücksichtslose Radler, die auf illegalen Strecken durch den Forst unterwegs sind und dabei nicht nur Fauna und Flora beschädigen, sondern auch Spaziergänger belästigen. Dieses Bild stimme für die meisten Mountainbiker einfach nicht, hatte Höhne festgestellt und das Gespräch gesucht.
Der Scharmbecker hatte vor gut einem Jahr den gemeinnützigen Verein Harburger Berge Mountainbike gegründet, in dem sich mittlerweile rund 140 Mountainbiker zusammengefunden haben, die in ihrer Freizeit auch in den Harburger Bergen unterwegs sind. Das Ziel, ein „Mountainbike Verein mit Wohlwollen des Forstes“ zu sein, hat sich zumindest auf der Hamburger Seite bereits erfüllt.
Dort wurde die Zusammenarbeit mit dem Forst gesucht und gefunden. Die Mountainbiker dürfen in Zusammenarbeit und mit Gestattungsvertrag des Forstes ihre sogenannten Trails anlegen, auf denen sie bergabwärts unterwegs sind. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Trails, vom Anfängerkurs bis hin zur technisch anspruchsvollen Strecke für Könner, die von allen Bikern genutzt werden dürfen.
Allerdings – und darauf legen die Mountainbiker viel Wert, sind dabei Regeln zu beachten: Gegenüber Spaziergängern sind Respekt und Höflichkeit Pflicht, Radfahrer haben auf den angelegten Trails zu bleiben und jeder sollte nur Strecken fahren, die er auch beherrscht.
Gespräch verlief enttäuschend
Im Landkreis Harburg, zu dem ein Teil der Harburger Berge gehört, gab es eine solche Zusammenarbeit zwischen Forst und Mountainbikern bisher nicht. Im Gegenteil: Trails, die dort ohne Genehmigung angelegt wurden, wurden kürzlich vom Forst gesperrt, die Benutzung verboten und das der Öffentlichkeit per Pressemitteilung mitgeteilt.
Dass sich das Verhältnis ändern könnte, hatte Jonas Höhne eigentlich gehofft, als jetzt ein Treffen mit den Förstern des Regionalparks Rosengarten anstand. „Das Gespräch bestand eigentlich nur daraus, dass man mir mitteilte, dass nichts möglich ist“, stellte der Vorsitzende des Mountainbike-Vereins im Anschluss enttäuscht fest.
Die drei Mountainbike-Routen, die es im Bereich des Landkreises gebe, dürfen zwar weiter genutzt werden, aber weitere Routen werde es nicht geben, so der Standpunkt des Forstes. „Diese Routen sind aber eher Wanderwege und keine Trails“, befürchtet Höhne, dass die Reaktion der Biker nun lautet, dass man eben so weitermache wie bisher: illegal.
Illegalität geht auf Kosten der Natur
Und das möchte der Scharmbecker vermeiden. Doch dazu gehöre auch Entgegenkommen des Forstes, und das habe er in dem Gespräch nicht registriert. „Ich hatte gehofft, dass man auch hier miteinander arbeiten kann, aber das ist wohl nicht möglich“, sagt er enttäuscht. Verstehen kann Höhne nicht, warum eine Kooperation nicht möglich sein soll, da sie doch auf Hamburger Seite gut funktioniert. „Letztendlich geht es doch auf Kosten der Natur, wenn weiter unkoordiniert durch den Wald gefahren wird. Neue Trails werden vermutlich gebaut, auch wenn sie verboten sind“, fürchtet Höhne.
Und eines ist ihm klar: Auch wenn er der Vorsitzende des Vereins ist, sind längst nicht alle Mountainbiker dort Mitglied und respektieren die Regeln. Und für die Regelbrüche anderer Biker verantwortlich gemacht werden möchte er nicht.
Damit es vielleicht doch weitergeht, wird Höhne demnächst den Schritt gehen, den ihm die Förster geraten haben. Er wird sich an die Politik in Rosengarten wenden. „Vielleicht bringt das ja etwas“, hofft er. Von Franzis Waber