Besser als erwartet laufe der Hamburger Dom, sagt Michael Dieckmann. Nur das Schietwetter störe. Foto: bjh

Schausteller Michael Dieckmann zieht Dom-Bilanz: Hoffen auf Lüneburg

Handorf. Fast zwei Jahre mussten Schausteller wie Michael Dieckmann aus Handorf auf eine Dom-Veranstaltung in Hamburg warten. Die Corona-Pandemie hatte Volksfeste lange ausgeschlossen, vor drei Wochen aber konnte der Rummel auf dem Heiligengeistfeld eröffnet werden. Der 31-Jährige zieht im WA-Gespräch eine zwiespältige Bilanz der ersten drei Domwochen.
Das umfangreiche Hygiene-Konzept darf man als erfolgreich bezeichnen. Einlass für maximal 9500 Zuschauer pro Zeitfenster, Zugang nur für negativ Getestete, vollständig Geimpfte und Genesene sowie einen Einbahnstraßensystem scheinen sich zu bewähren. Selbst das zuletzt deutliche Ansteigen der Inzidenz in Hamburg musste nicht zum Abbruch der Veranstaltung führen. Nur die Besucherzahl wurde auf maximal 7500 reduziert.

„Eigentlich bin ich positiv überrascht, wir hatten mit weniger gerechnet“, berichtet Michael Dieckmann im WA-Gespräch. Endlich mal wieder seinem Beruf nachgehen zu können, habe ebenso die Stimmung gehoben. „Die Laune ist wieder besser“, sagt der Schausteller, der mit seiner Frau Jennifer eine Wurfbude betreibt. Der Blick in die Kasse: Dass es ein Umsatzminus geben würde, war wegen der eingeschränkten Besucherzahlen klar, aber zum sonst üblichen Umsatz fehlen nur 25 Prozent. Es bleibt dabei: Einerseits freuen sich die Schausteller, dass sie wieder unterwegs sein können, andererseits ist es noch lange nicht das, was es mal war.

Michael Dieckmann sieht auch nicht unbedingt in den Pandemie-Bedingungen das Problem, sondern schlicht und ergreifend im Wetter. Da kann man nun einmal gar nichts machen, außer zu hoffen. Für den Hamburger Dom gibt es Hoffnung, ab Dienstag soll Sonne den Regen ersetzen. Und was kommt nach dem Dom? Dieckmann blickt dafür nach Lüneburg, wo die Frage verhandelt wird, ob es im September das Oktoberfest geben soll, und wenn ja, wer es ausrichtet? Der Deutsche Schausteller-Verband stünde neben der Stadt Lüneburg als Veranstalter bereit. Richten die Schausteller aus, dann gibt es acht Tage Oktoberfest, die Stadt würde sich auf vier Tage beschränken. Dieckmann wäre schon froh, wenn es überhaupt stattfindet. „Ein paar Mark müssen wir noch machen“, sagt er. bjh