Ein Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes zählt den Bestand: Die Depots sind dazu ausgelegt, 15¿000 Blutkonserven zu lagern, aktuell befinden sich dort nur um die 11¿000 Stück. Foto: DRK-Blutspendedienst NSTOB

Blut: Landkreis-Bewohner spenden im Sommerloch mehr als geplant

Landkreis. Nachdem die Blutspende-Zahlen deutschlandweit im Juni und Juli kritisch waren, gibt es zurzeit einen Aufschwung. „Im grünen Bereich sind wir aber noch nicht“, sagt Markus Baulke, Pressesprecher des DRK-​Blutspendedienstes NSTOB, auf Nachfrage des WA. An den Blutspendern im Landkreis Harburg liegt das zurzeit jedoch nicht. Zwar wurden im Juni von 1350 geplanten Blutspenden nur 1080 abgegeben, dafür erschienen im Juli 1300 Landkreis-Bewohner bei den Blutspendeterminen, obwohl beim DRK nur mit 1125 Spenden gerechnet wurde. „Es sind wirklich viele gekommen“, freut sich Baulke. In Winsen beispielsweise hätten statt 160 geplanter Spender über 200 Freiwillige ihr Blut abgegeben, um anderen zu helfen.
Zum Hintergrund: Die Depots des DRK-Blutspendedienstes sind dazu ausgelegt, 15 000 Blutkonserven zu lagern, aktuell befinden sich dort nur um die 11 000 Stück. Problematisch ist das, weil die Spenden keine sehr lange Haltbarkeit haben. Aus ihnen entstehen verschiedene Blutpräparate, die für die Anforderungen in der Transfusionsmedizin hergestellt werden. „Die Thrombozytenpräparate halten vier Tage. Die Erythrozytenkonzentrate 49 Tage. Krankenhäuser verwenden sie aber ungern, wenn sie älter sind als 14 Tage“, erklärt Baulke. „Das ist ein bisschen wie bei uns, wenn wir die Milch aus dem hinteren Regal nehmen.“
Bedarf ist höher als vor der Pandemie
Aber was sind „geplante Spenden“? Die Organisatoren gucken, wie viele Blutspende-Termine in einer Region in einem bestimmten Zeitraum stattfinden und wie viele Spender sonst ihr Blut abgegeben haben. „Wenn wir mehr Spenden brauchen, machen wir mehr Mediendruck, veröffentlichen Pressemitteilungen“, erklärt Markus Baulke. So auch in den derzeitigen Sommerferien, die auch in „normalen“ Jahren ein Sommerloch mit sich bringen. „Durch die wiedergewonnene Reisefreiheit werden viele Menschen diese natürlich wahrnehmen und im Sommer verreisen. Das DRK erwartet sogar, dass in Corona-Zeiten Urlaub vorgezogen wird – denn niemand weiß, wie es im Herbst aussieht“, sagt Markus Baulke. Dazu kam das Wetter, das nicht gerade in ein Blutspende-Lokal lockte. „Die heißen Tage haben uns wehgetan. Jetzt spielt uns das Wetter dafür in die Hände.“
Die Spendenbereitschaft in Corona-Zeiten sei klasse. „Pro­bleme hatten wir vor allem mit den Räumlichkeiten, die für die Hygienekonzepte zum Teil nicht ausgelegt waren“, betont Baulke. Im Juni seien die Zahlen das erste Mal so dramatisch zurückgegangen. Zu den rückläufigen Zahlen gesellte sich der erhöhte Bedarf an Blutkonserven in den Krankenhäusern. „Der Bedarf ist zehn Prozent höher, als vor Corona. Zum Beispiel werden jetzt OPs nachgeholt, die lange Zeit aufgeschoben wurden.“
Die nächsten Termine in Winsen
Die nächsten Möglichkeiten, in Winsen Blut zu spenden, bietet das DRK am heutigen Dienstag von 16 bis 20 Uhr in der Sporthalle Borstel und am Montag, 6. September, von 15.30 bis 20 Uhr in der Wolfgang-Borchert-Schule an. Weitere Informationen gibt es unter anderem im Internet unter www.blutspende-­leben.de. Übrigens: Im Landkreis Harburg fanden 2020 123 DRK-Blutspendetermine statt, 2019 waren es 133.  Von Marieke Henning