Start mit Abstand: Die Läufer über zehn Kilometer gingen leicht versetzt auf die Strecke. Foto: ks

Rosengartenlauf: Aufgeweichte Strecken sorgten für zusätzliche Herausforderungen

Vahrendorf. „Es war einfach super!“ So wie Jasmin Prack war vielen Läufern die Freude im Ziel ins Gesicht geschrieben. Sie war in 1:41,07 std die schnellste Frau über die Halbmarathonstrecke des 2. Rosengartenlaufs der Hausbruch Neugrabener Turnerschaft (HNT). Trotz der Anstrengung und des Dauerregens war sie begeistert. „Es war mein erster Wettkampf seit zwei Jahren“, blickte die Läuferin von BW Buchholz auf zahlreiche ausgefallene Laufveranstaltungen zurück. „Es war die reinste Schlammschlacht“, beschrieb sie die vom Regen der vergangenen Wochen aufgeweichte Strecke in Vahrendorf, die dem Spaß der Läufer aber keinen Abbruch tat.
Rund 1000 Läufer auf 13 Strecken – vom Bambini- bis zum 50-Kilometer-Ultralauf – nutzten die Gelegenheit, einmal wieder mit Konkurrenz auf die Strecken zu gehen. Es schien fast so, dass Zeiten und Platzierungen dabei fast Nebensache waren – Hauptsache, es konnte gelaufen werden.
Möglich gemacht hatte dies das Organisationsteam um Jürgen Buck. Und es war eine Meisterleistung nötig, um den Sportlern endlich wieder ein Lauferlebnis zu ermöglichen. „Wir haben erst am Donnerstag die Bestätigung der Genehmigung bekommen“, berichtete Buck. Damit hatten er und das Orga-Team endlich grünes Licht für die zweite Auflage nach der Premiere 2019. Von diesem Zeitpunkt an wurde bis zum Ende der Veranstaltung quasi durchgearbeitet. 70 Kilometer Laufstrecke mussten präpariert werden. „Ich war bis Sonnabend um 24 Uhr auf der Strecke zum Markieren“, so Buck. Der „Dank“ einiger Unbekannter: Nachts wurden Wegweiser entfernt oder umgestellt, so musste die Strecke den ganzen Tag kontrolliert und ausgebessert werden. Dadurch kam es bei einem Lauf zu einer Irreführung.
Das gesamte Gelände musste abgesperrt werden, um das Hyginekonzept einzuhalten. Zugang erhielten nur getestete, geimpfte und genesene Läufer. Insgesamt wurden unter anderem 700 Pylonen aufgestellt, 1500 Meter Absperrgitter und 50 Schranken, die nach der Veranstaltung auch wieder abgebaut werden mussten.
Der Dank ging daher auch an die insgesamt rund 150 Helfer, unter anderem von der Hausbruch Neugrabener Turnerschaft (HNT) und vom TS Westerhof. Die Freiwilligen Feuerwehren Vahrendorf und Neugraben sicherten die Strecken ab. Auch der Wildpark Schwarze Berge half mit schwerem Gerät aus. „Ohne die vielen Helfer wäre die Veranstaltung gar nicht möglich gewesen“, so Buck. Auch Sponsor Famila sprang kurzfristig ein und versorgte die Läufer auf der Strecke und im Ziel. Eine Security musste für viel Geld beauftragt werden, damit die Auflagen erfüllt werden konnten. Sie alle ermöglichten den bislang ersten Lauf im Landkreis seit langer Zeit.
Aber auch Bucks Familie war im Einsatz. Tochter Sarah Leufke reiste aus dem Schwarzwald an und wollte eigentlich ihren ersten Ultra-Lauf bei der Premiere des „RUHM“, dem 1. Rosengartener Ultra Heide Marathon, absolvieren – eine Strecke von 50 Kilometern, auf der auch noch 1000 Höhenmeter zu bewältigen sind. und Läufer aus ganz Deutschland anzog. Aus dieser Premiere von Sarah Leufke wurde allerdings nichts. Nachdem sie in der Nacht zum Sonntag bis 2.30 Uhr mit anpackte, sagte sie den Lauf wegen Müdigkeit ab und half stattdessen bei der Organisation. Einen Tag später ging sie bei Sonnenschein auf die Strecke und war begeistert.
Das waren am Tag zuvor auch die Läufer, auch wenn die Strecken forderten. „Meine Waden tun ganz schön weh“, spürte der ehemalige Bundesliga-Turner Alexander Vogt die „knackigen Anstiege“. Er hatte sich ohne extra Training für den 10-Kilometer-X-Treme-Lauf entschieden. Dieser hatte im Streckenprofil im Vergleich zum normalen „Zehner“ noch einmal 200 Höhenmeter mehr aufzuweisen. Der letzte Anstieg wartete auf die Läufer kurz vor dem Ziel. Der X-Treme-Halbmarathon hatte sogar 400 Höhenmeter mehr aufzuweisen als das „Original“.
Andreas Lipowski machte den Lauf zu einem Familienausflug. Er selbst nahm die 5000 Meter in Angriff, Sohn Justus ging über die 2,8 Kilometer der Jugend an den Start und Tochter Martha war über die 4 Kilometer in 20:24 min zweitschnellste Läuferin. „Ein Traum!“, kommentierten sie den ersten richtigem Lauf seit langer Zeit. Zwar hatten sie bei ihrem Verein, dem TSV Eintracht Hittfeld, je nach Lage im Einzel oder in der Gruppe trainieren können. Aber ein richtiger Lauf ist doch etwas anderes. Von Karsten Schaar