Über die Fertigstellung des neuen Sportplatzes in Tostedt freuten sich (von links) Stefan Birkner, Anja Scheele, Rainer Rempe, Margit Müller und Lutz Meyer. Foto: he

Sportanlage in Tostedt wurde nach fast 40 Jahren erstmals für 1,5 Millionen Euro erneuert

Tostedt. „Das war überfällig“, hatte Landrat Rainer Rempe schon fast ein schlechtes Gewissen, als er gestern auf den frisch fertiggestellten Sportplatz nach Tostedt kam. Fast 40 Jahre nach ihrem Bau wurde die Anlage jetzt zum ersten Mal gründlich saniert. „Normalerweise werden die Plätze alle 20 Jahre erneuert, doch der in Tostedt ist immer wieder in den Planungen hinten über gefallen“, berichtete Rempe bei einem Vor-Ort-Termin mit dem WA. Mal hätten die Mittel gefehlt, mal seien andere Projekte kurzfristig vorgezogen worden. „Umso schöner, dass die Anlage jetzt pünktlich zum Schulbeginn endlich fertig ist“, so der Landrat.
Rund 1,5 Millionen Euro hat sich der Landkreis die Investition kosten lassen. „Das ist auch für den Kreishaushalt kein geringer Betrag“, stellte Rempe fest, zumal in diesem Zusammenhang noch vier weitere Sportanlagen im Landkreis erneuert werden (siehe Extra-Kasten). Doch für den Landrat ist das Geld gut angelegt. „Wir hoffen, dass wir damit einen Beitrag dazu leisten, dass Jugendliche zum Sport und in die Vereine kommen und wir als Wohnstandort attraktiv bleiben.“ Die Anlage in Tostedt wird immerhin von der Haupt-, der Realschule und dem Gymnasium sowie vom MTV Tostedt und TV Welle genutzt. Sie alle mussten ein Jahr lang ausweichen, vorausgesetzt die Corona-Lage ließ Sport überhaupt zu.
Probleme mit Boden und Bäumen
Mit Lutz Meyer hatte Rempe fachmännische Verstärkung dabei. Der Mitarbeiter der Gebäudewirtschaft des Landkreises gilt als Fachmann für die Sportanlagen im Kreisgebiet und hat den Bau in Tostedt von Beginn an begleitet. Er erinnert sich noch gut an die Anfänge im September 2020. „Der Boden bekam immer mehr Risse und Flecken. Uns war daher bewusst, dass es Probleme mit dem Untergrund geben wird“, so Meyer. Als die Laufbahn dann wenig später abgetragen war, folgte dennoch der Schock. „Dass es so krass wird, konnte keiner ahnen“, erklärte der Fachmann. Der Boden war schlicht nicht tragfähig, entsprechend viel Zeit nahmen die Untergrundarbeiten schließlich in Anspruch.
Ein weiteres Problem stellten die Eichen direkt an der alten Laufbahn dar. „Durch sie war ständig Laub auf der Bahn, die dadurch dauerhaft nass und glitschig wurde“, erklärte Meyer. Einzige Lösung war, die Bäume direkt an der Anlage zu fällen und somit etwas mehr Luft zum Wald zu schaffen.
Der Fachmann gab auch einen Einblick in die sichtbaren Erneuerungen. So gibt es im nördlichen Bereich ein kombinierte Anlage für Beachvolleyball und Kugelstoßen, eine Sprunggrube und die Möglichkeit zum Stabhochsprung. Auf der südlichen Seite wurde die zweite Sprunggrube versetzt. „Die alte Anlage war unter einer Eiche. Da sind die Sportler ständig auf Eicheln gelandet“, erklärte Meyer. Auch Diskus-, Hammer- und Speerwurf sind wieder möglich. Wichtige Neuerung: Der Zugang zur gesamten Anlage ist ab sofort auch behindertengerecht.
Streitpunkt Laufbahn
Für etwas Diskussionsbedarf hatte im Vorfeld die Laufbahn gesorgt. Die Kurzstrecke verfügt über sechs Bahnen, auf der Gegengraden war allerdings nur für vier Bahnen Platz – zwei weniger als zuvor. „Der MTV Tostedt als Hauptverein hat der Reduzierung zugestimmt, die Leichtathletik-Abteilung war darüber nicht ganz so glücklich“, erinnerte sich Meyer an die Planung, in die neben den Schulen und Vereinen auch der Kreissportbund und die Gemeinde eingebunden waren. „Es musste ein Kompromiss gefunden werden, auch um den Kostenrahmen nicht zu sprengen“, erklärte Landrat Rempe. Wettkampftauglich sei die Bahn trotzdem, das bestätige auch ein entsprechendes Zertifikat. Von Dominik Heuer