Nach dem symbolischen ersten Spatenstich haben gestern die Bauarbeiten am neuen Feuerwehr-Quartier begonnen. (Foto: mhe)

Erster Spatenstich für rund 2,5 Millionen Euro teures neues Feuerwehrhaus in Radbruch

Radbruch. „Es ist ein Quantensprung für Radbruch“, sagte Arndt Conrad, Geschäftsführer der SamBa-Bau Infrastruktur GmbH, kurz bevor er gemeinsam mit Vertretern von Gemeinde, Feuerwehr, Architekten- und Ingenieurbüro den symbolischen ersten Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus an der Luhdorfer Straße/Ecke Rottorfer Straße setzte. 2,47 Millionen Euro wird der Neubau kosten. „Diese Festsumme werden wir einhalten, das garantieren wir der Samtgemeinde“, betonte Arndt Conrad. „Heutzutage sind wir wirklich froh, dass wir den Preis halten können.“

Gestern haben die Bauarbeiten begonnen, bis Weihnachten soll das neue Feuerwehr-Quartier winterdicht sein. Geplant ist, dass die Radbrucher Wehr das Gebäude im nächsten Sommer bezieht und in Betrieb nimmt. Den Brandschützern stehen dann auf 650 Quadratmetern Fläche unter anderem drei Stellplätze mit Nebenräumen und Werkstatt zur Verfügung. Es gibt getrennte Umkleideräume für die Jugendlichen, Damen und Herren. Dazu kommt ein großer Schulungsraum, der sich in zwei Räume unterteilen lässt. Wenn die Feuerwehr im Sommer umgezogen ist, soll das neue Gebäude mit einer großen Party eingeweiht werden – wenn Corona es zulässt.

Das alte Feuerwehrgerätehaus in Radbruch sei nicht mehr in einem angemessenen Zustand, betonte Radbruchs Bürgermeister Rolf Semrok. „Ich habe viel gedrängelt, was sicherlich auch anstrengend war. Das ist jetzt aber vorbei“, sagte er mit einem Lachen. „Ich freue mich sehr, dass es jetzt losgeht!“ Das Grundstück habe ein Privatbesitzer zu einem fairen Preis an die Gemeinde Radbruch verkauft, verriet Semrok.

Für die Nachnutzung des alten Feuerwehr-Quartiers gibt es bereits Pläne. Dieses besteht aus zwei Gebäuden: dem Gerätehaus, aus dem ein multifunktional nutzbares Gebäude werden soll, und einer ehemaligen Bankautomaten-Filiale, die zurzeit von der Jugendfeuerwehr genutzt wird und in der in Zukunft das Gemeindebüro untergebracht werden soll. Beides wird durch einen modernen Entrée-Bereich miteinander verbunden. Im Multifunktionsteil können später beispielsweise Ausstellungen, Filmvorführungen oder Gruppentreffen stattfinden. Außerdem soll Radbruchs Geschichte dargestellt werden. „Mein Traum ist es, dass sich Ehrenamtliche finden, die dort ein Seniorencafé betreiben“, erklärte Semrok.

Das Konzept wurde in Arbeitsgruppen erarbeitet. Bis zum 15. September wird die Verwaltung der Gemeinde Radbruch einen Förderantrag auf Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm stellen. Der Zuwendungsbescheid werde im April erwartet, so der Bürgermeister.

In der Samtgemeinde Bardowick stehen in den nächsten zehn Jahren übrigens drei weitere Neubauten von Feuerwehrgerätehäusern an: in Handorf, Wittorf und Vögelsen. Für Mechtersen und Bardowick sind zudem Anbauten geplant. Von Marieke Henning