Der Verbindungsweg zwischen Vögelsen und Radbruch soll, so der Wunsch der Mehrheitsfraktion im Bardowicker Rat, einen Fahrradstreifen erhalten. (Foto: t&w)

Radwege: Zuschuss von 200.000 Euro verringert Kosten der Kommunen

Lüneburg. Als Kurier war Landrat Jens Böther (CDU) unterwegs. Wo demnächst Bagger rollen und Arbeiter mit dem Bau der ersten Meter des Radschnellweges von Lüneburg nach Hamburg beginnen, traf er sich am Montagabend mit Bürgermeisterkollegen. Am Imkerstieg in Ochtmissen. Dort beginnt der Teilabschnitt und führt nach Bardowick. Böther hatte Förderbescheide für vier Vorhaben im Gepäck. Gesamtwert: gut 200.000 Euro, mit denen der Kreis den Radwegebau in Kommunen unterstützt.

Geld für vier Projekte

Das sind die Bauarbeiten für den Teilabschnitt des Radschnellweges in Lüneburg (Kosten: 290.000 Euro), eine Machbarkeitsstudie zur Premiumroute Scharnebeck-Adendorf-Lüneburg (22.500 Euro), der Radwegeneubau zwischen Vögelsen und Radbruch (1,25 Millionen Euro) und der Lückenschluss in Reppenstedt zur Landesstraße 216 (220.000 Euro). Neben der Förderung vom Kreis erhalten die meisten Projekte überdies Zuschüsse von Bund und Land.

„Wir wollen für die Zukunft einen anderen Verkehr und bauen daher ein gemeinsames Radwegenetz auf“, sagte der Landrat. Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge ergänzte: „Wir verteilen die Verkehre sternförmig und sind deshalb in allen Himmelsrichtungen unterwegs.“ Eine Million Euro stehen im aktuellen Kreis-Etat zur Verfügung, um den Eigenanteil der Kommunen beim Radwegebau zu drücken. Thomas Maack (Gemeinde Adendorf) erhielt einen Zuwendungsbescheid über 22.500 Euro, Ulrich Mädge (Hansestadt) über 86.400 Euro, Heiner Luhmann (Samtgemeinde Bardowick) über 71.000 Euro und Steffen Gärtner (Samtgemeinde Gellersen) über 22.000 Euro.

Weitere Anträge bis 15. September möglich

Die Übergabe der Bescheide in Ochtmissen sei nur die erste Rutsche für dieses Jahr gewesen, erläutert Inga Masemann, beim Landkreis für Radwege-Projekte zuständig, im Gespräch mit der LZ. „Der zweite Aufschlag erfolgt bis zum 15. September. Bis dahin können Kommunen noch Förderanträge stellen“, sagt sie und appelliert an die Gemeinden: „Macht Gebrauch davon, nutzt die Chance.“ Denn noch sei ausreichend Geld da. „Bislang liegen Anträge in einem Gesamtwert von 150.000 Euro vor. Das heißt, wir sind bei insgesamt 350.000 Euro für Zuschüsse in diesem Jahr.“ Somit sei in der zweiten Antragsrunde noch einiges machbar.

So wie in Ochtmissen, wo die Bauarbeiten voraussichtlich als erstes im Verlauf der kommenden Wochen starten. „Auch zwischen Vögelsen und Radbruch könnte es noch in diesem Jahr losgehen“, meint Masemann. Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass Baufirmen Kapazitäten haben und es beim Material keine Engpässe gebe.

Zeitgleich zur nächsten Antragsrunde ist das Verbundprojekt „Radverkehrsförderung 3.0 – barrierefrei, netztransparent, digital“ von Leuphana Universität Lüneburg und Landkreis am Start, das in diesem Sommer begann und bis Ende 2024 läuft. Momentan seien Studenten in der Samtgemeinde Scharnebeck mit Fahrrädern unterwegs und machten sich ein Bild vom Zustand der Radwege in den Mitgliedsgemeinden, berichtet Masemann.

Unter anderem prüften sie die Beschilderung und Oberflächenbeschaffenheit der Radwege. „Mängel, die bei der Untersuchung festgestellt werden, leitet die Universität an uns weiter. Danach sprechen wir mit den Kommunen darüber, wie wir die Situation für Radfahrer in diesen Bereichen verbessern können.“ Von Stefan Bohlmann