Egon Ölgärtner (von links) und Fabian Haller sind aus Südtirol gekommen, um im Adendorfer Eisstadion Banden und Plexiglaswände zu installieren. Fachbereichsleiter Holger Schölzel sowie die Eismeister Roman Zuther und Melvin Diekjobst freuen sich über den Baufortschritt. (Foto: Michael Behns)

Eisstadion in Adendorf bald wie neu

Adendorf. Im Adendorfer Freibad am Scharnebecker Weg ziehen in diesen Tagen Wasserratten ihre letzten Bahnen der Saison. Gleich nebenan, im Walter-Maack-Eisstadion, gehen zugleich die Sanierungsarbeiten mit großen Schritten ihrem Ende entgegen: In dieser Woche wurde die neuen Banden installiert, bis Mitte kommender Woche soll auch die Plexiglasumrandung komplett fertiggestellt sein. Das große Ziel der Gemeindeverwaltung: Das Stadion Anfang Oktober wieder zu eröffnen.

Erfolgreicher Test für die Kälteanlage

Das Unternehmen „Engo“ aus Vahrn im italienischen Südtirol ist weltweit unterwegs, wenn es um die Ausstattung von Eisstadien geht – in China ebenso wie in Südkorea, in Schweden, der Schweiz oder auch in mehreren Stadien, in denen Teams der höchsten deutschen Liga DEL aktiv sind. Montageleiter Peter Kritzinger und seine Mitarbeiter Fabian Haller und Egon Ölgartner montieren in Adendorf seit Montag die hochmodernen und flexiblen Banden, dann  die Plexiglasscheiben, die Zuschauer vor fliegenden Pucks schützen sollen, Spieler- und Strafbänke.
Vorher waren auf der vorhandenen, 45 Jahre alten, Betonfläche bereits fast 20 Kilometer neue Kühlschlangen verlegt worden – in 322 Bahnen mit einem Abstand von jeweils neun Zentimetern. Die wurden mit 2500 Schweißnähten verbunden. Anschließend wurde auf die Schicht aus Rohren, Stahlmatten und Folien eine 14 Zentimeter dicke Betonschicht aufgetragen. Obenauf die einen Zentimeter dicke „Verschleißschicht“, die die Nutzung der Halle auch ohne Eis möglich macht.

Einen Probelauf der neuen Kälteanlage, die mit Hilfe von Ammoniak für das Eis auf der 1800 Quadratmeter großen Betonfläche sorgt, haben die Adendorfer Eismeister schon durchgeführt. „Das lief super“, sagt der stellvertretende Betriebsleiter Melvin Diekjobst. Ab dem kommenden Montag sollen dann die Kühlschlangen langsam heruntergekühlt werden. Etwa zwei Wochen wird es dauern, bis die rund 3,5 Zentimeter dicke Eisschicht für die kommende Saison fertig ist.

Bis zum Start der Eislaufsaison 2021/22 fahren Betriebsleiter Roman Zuther und seine Kollegen nun wieder „zweigleisig“: Sie bereiten das Schwimmbad für die Winterpause vor, sind gleichzeitig im Eisstadion an der Arbeit. Dort müssen zum Beispiel noch die Werbebanden an den in dieser Woche installierten Banden befestigt werden. „Die Werbebanden sind komplett verkauft“, freut sich Holger Schölzel, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Gemeindeverwaltung.

Überhaupt ist Schölzel mit den Arbeiten im Eisstadion zufrieden: „Wir liegen weiter im Zeitplan.“ Wenn die Sportanlage am Scharnebecker Weg Anfang Oktober wieder öffnet, ist sie fast komplett runderneuert: Schon im Sommer 2020 war die Kälteanlage für 200 000 Euro erneuert worden. Von den 750 000 Euro, die in diesem Jahr verbaut wurden, entfallen rund 170 000 Euro auf die neuen Banden und die Plexiglaswände.

Neue Kühlschlangen und neuer Beton

Ein Blick zurück: Im Rahmen der regelmäßigen Wartung der Kälteanlage des Adendorfer Stadions war im Spätsommer 2019 ein Schaden festgestellt worden, der dazu führte, dass die komplette Saison 2019/20 abgesagt werden musste. Im Sommer 2020 wurde die Anlage wieder instandgesetzt, sodass das Stadion Anfang Oktober wieder geöffnet werden konnte.
Aber nur für wenige Wochen: Die Corona-Pandemie machte es Ende Oktober notwendig, die Anlage für den Rest der Saison 2020/21 wieder zu schließen. Zur Jahreswende 2021/21 beschloss die Adendorfer Politik dann, neue Kühlschlangen und eine neue Betonschicht aufzubringen, um auszuschließen, dass verborgene Schäden in den alten Kühlschlangen die Anlage erneut lahmlegen.

Von Ingo Petersen