Uwe Gamradt aus Holm-Seppensen wurde jetzt mit dem „Eisvogel“, dem Naturschutzpreis der Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg, ausgezeichnet. (Foto: kr)

Naturschutzstiftung zeichnet Uwe Gamradt mit „Eisvogel“ aus

Seppensen. Seit 2008 vergibt die Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg den Naturschutzpreis „Eisvogel“ – und Uwe Gamradt aus Holm-Seppensen ist erst der fünfte Preisträger. Denn der Preis wird nicht jedes Jahr vergeben, sondern nur, wenn ein besonders würdiger Kandidat vorgeschlagen wurde. Zuletzt wurde diese „besondere Auszeichnung“ 2015 vergeben. „Die Jury hat sich mit großer Einmütigkeit entschieden, den Preis an Sie zu verleihen“, sagte Christa Beyer, Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, jetzt in einer kleinen Feierstunde vor geladenen Gästen im Sniers Huus in Seppensen. Beyer: „Ich freue mich, dass wir den Eisvogel heute verleihen können an einen Mann des Waldes.“ Die Laudatio hielt Landrat Rainer Rempe.

Dem Wald seit der Kindheit verbunden

Ein „Mann des Waldes“ war der heute 81-jährige Gamradt seit jeher. Schon als Kind habe er mit seinen Freunden „botanisiert“, erzählte der Preisträger, den Anstoß für seine lebenslange Liebe zum Wald habe sein Großvater gegeben. Da war es kein Wunder, dass er auch beruflich die Laufbahn des Försters einschlug. Der Beruf brachte ihn über die Stationen Lübeck und Bremervörde schließlich in den Landkreis Harburg: Gamradt trat 1969 die Stelle als Revierförster in Jesteburg an und setzte sich seither beruflich und ehrenamtlich für den Umwelt und Naturschutz und für das Prinzip der Nachhaltigkeit ein – „lange bevor das en vogue war“, wie Landrat Rempe in seiner Laudatio unterstrich.

Gamradt sei ein „Überzeugungstäter“, so Rempe. Und er sei seiner Zeit weit voraus gewesen. So habe er sich für einen Umbau des Waldes zum Mischwald eingesetzt, lange bevor der Klimawandel überhaupt ein Thema war. Die „bunte Gamradtsche Mischung“ habe sich längst bewährt, so der Landrat. „Sie zeigen schon seit Jahrzehnten, wie wichtig das Engagement vor Ort ist und wie viel man mit persönlichem Einsatz bewegen kann“, sagte Rempe. Neben Gamradts wichtigen Impulsen für eine nachhaltige Waldwirtschaft, weg von Monokulturen und hin zu vielfältigen Lebensräumen, habe er sich im Ehrenamt auch dem Vogel- und Fledermausschutz verschrieben. Und er setzt sich bis heute für die kleinsten Waldbewohner, die Ameisen, ein – im Wissen, wie wichtig die „Polizisten des Waldes“ für das Funktionieren des Biotops Wald sind: „Ohne Ameise kein Wald!“ Natur- und Artenschutz gehören zur nachhaltigen Waldwirtschaft dazu, das hat Uwe Gamradt sehr früh erkannt.

Menschen für die Natur sensibilisiert

„Darüber hinaus haben Sie viele Menschen für die Natur sensibilisiert und für den Naturschutz begeistert“, sagte Rempe in seiner Laudatio. So habe Gamradt beispielsweise Waldjugendspiele organisiert und Waldkindergärten gefördert. Denn nur wer den Wald auch kennt, kann verstehen, wie wichtig es ist, ihn in seiner ganzen Komplexität zu erhalten und zu schützen. Uwe Gamradt hat sich sein Leben lang mit ganzer Kraft für die Belange der Natur eingesetzt.  Als „engagiert, vorausschauend, gewissenhaft, zielorientiert, einfühlsam und kommunikativ“ beschrieb Rempe den Preisträger in seiner Laudatio. Und dankte am Ende noch einmal der Jury, die sich aus Vertretern des Kuratoriums, des Beirates und dem Vorstand der Stiftung zusammensetzt: „Sie haben eine sehr gute Wahl getroffen! Sie zeigt, dass wir tolle Menschen in unserem Landkreis haben.“

Von Rainer Krey