Schulleiterin Dorit von Hoerschelmann (rechts) und Arne Simon, Koordinator am Gymnasium Salzhausen, übergaben den Spendenscheck an Ines Meier, Mitarbeiterin des Vereins für internationalen und interkulturellen Austausch (VIA). (Foto: mhe)

Spendenlauf: Gymnasium Salzhausen spendet Rekordsumme für Patenprojekt in Tansania

Salzhausen. Mit körperlichem Einsatz sammelten Salzhäuser Schüler jetzt eine Rekordsumme für das Patenprojekt Watoto Wetu Tanzania des Salzhäuser Gymnasiums. Durch einen Spendenlauf und einen Spendenaufruf sind insgesamt 14 059,91 Euro für das Waisenheim in Daressalam in Tansania zusammengekommen, die Schulleiterin Dorit von Hoerschelmann und Arne Simon, Koordinator am Gymnasium Salzhausen, am Montag an Ines Meier, Mitarbeiterin des Vereins für internationalen und interkulturellen Austausch (VIA) übergaben. Die Organisation sorgt dafür, dass die Gelder gestückelt und bedarfsgerecht an das Waisenheim fließen.
Normalerweise werden die Spenden für Watoto Wetu Tanzania im Rahmen des Sommerfests der Schule gesammelt – aufgrund der Pandemie konnte dieses nun aber schon das zweite Jahr in Folge nicht stattfinden. Seit elf Jahren garantieren die jährlichen Spendenbeträge des Gymnasiums Salzhausen in Höhe von durchschnittlich 4000 bis 5000 Euro Planungssicherheit für das Waisenheim (der WA berichtete mehrfach).
„Mit dem gespendeten Geld können etwa 70 Prozent der gesamten Betriebskosten abgedeckt werden“, berichtet Arne Simon. Dazu zählen Kosten für Verpflegung, Schülertransport, Schulgeld, medizinische Versorgung, Medikamente und Krankenversicherung für circa 80 Kinder und Jugendliche. „Seit 2010 haben wir das Waisenheim mit ungefähr 60 000 Euro unterstützt“, errechnet Arne Simon. Nachdem die Sommerfeste des Gymnasiums ausgefallen waren, konnte die Versorgung weitgehend durch Rücklagen sichergestellt werden. Diese sind inzwischen aber fast gänzlich aufgebraucht und das Waisenheim benötigt dringend Unterstützung.

Skepsis bei Spenden

Um schnell helfen zu können, startete die Schule daher im vergangenen Halbjahr einen allgemeinen Spendenaufruf und führte vor den Sommerferien erstmalig einen Spendenlauf durch. Der Spendenaufruf über die Internetseite der Schule und einen Elternrundbrief erbrachte zunächst 2874,71 Euro. Auch mit kreativen Ideen wurden Spenden gesammelt, so wurden auch schon mal Pflanzen aus dem heimischen Garten innerhalb des Lehrerkollegiums gegen eine Spende abgegeben. Später kamen weitere Spenden von Einzelpersonen hinzu. „Gerade Eltern sind in Bezug auf Spenden skeptisch. Deshalb sind wir froh darüber, dass die Organisation das Geld in monatlichen Chargen zuteilt. Monatliche Raten und eine bedarfsgerechte Zuteilung – das können wir als Schule nicht leisten“, sagt Arne Simon.
Mehr als 11 000 Euro kamen dann beim Spendenlauf zusammen – eine absolute Rekordsumme. Der Leichtathletikkurs des zwölften Jahrgangs unter der Leitung von Christian Gutsch organisierte unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln den Lauf für alle Jahrgänge. Das Ziel: Innerhalb von 30 Minuten möglichst viele Runden auf der 400-Meter-Bahn des neuen Sportplatzes laufen. Die Kinder und Jugendlichen suchten sich selbst Sponsoren, die dann für jede gelaufene Runde einen vorher frei vereinbarten Betrag spendeten. Insgesamt beteiligten sich 340 Schülerinnen und Schüler der fünften bis zwölften Klassen sowie einige Lehrkräfte. Sie kamen auf insgesamt 3454 Runden, also 1381,6 Kilometer. Das ist etwa soweit wie von Salzhausen bis nach Rom.

Auswirkungen der Pandemie

Die Corona-Pandemie verschärft die angespannte wirtschaftliche und gesundheitliche Situation der Menschen in Tansania. Die Mortalitätsrate ist hoch. Vor allem Kindern geht es schlecht. Pandemiebedingt sind im Sommer 2020 auch die Freiwilligendienste ausgefallen, was wiederum zu einer Kürzung der finanziellen Mittel der Entsende- und Entwicklungshilfeorganisationen wie VIA führte. Darüber hinaus konnte die Bevölkerung aufgrund der eigenen Notlage nur eingeschränkt Lebensmittel spenden. „Auch wenn man manchmal anderes hört, Tansania geht es dreckig“, sagt Arne Simon.
Im Jahr 2018 reiste erstmalig eine achtköpfige Schülergruppe unter der Leitung von Anne Dierschke und Arne Simon nach Tansania, um sich direkt vor Ort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. „Es gibt eine jährliche Ausschreibung durch das Land Niedersachsen, das solche Projekte fördert. 2018 haben wir 10 000 Euro erhalten, um mit der gesamten Mannschaft dorthin fliegen zu können“, berichtet Arne Simon.
Die Ausschreibung für das Jahr 2022 sei bereits gelaufen. „Da haben wir uns pandemiebedingt nicht getraut. Nächstes Jahr überlegen wir, ob wir 2023 wieder fahren könnten.“ Das Gymnasium bemüht sich darum, eigene Abiturienten für den Freiwilligendienst bei Watoto Wetu Tanzania zu begeistern, um den Kontakt aufrechtzuerhalten.
Von Marieke Henning