Armin Hirt von der Naturschutzbehörde des Landkreises (links) und Torben Homm von der Forstbetriebsgemeinschaft besprechen, welche Gehölze ab Oktober entnommen werden. (Foto: Landkreis Harburg)

Nach der Blüte beginnt umfangreiche Pflege der Heide am Brunsberg

Sprötze. Der Brunsberg bei Sprötze ist zu jeder Tages- und Jahreszeit ein idyllischer Fleck. Damit das auch so bleibt, initiiert die Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg umfangreiche Pflegemaßnahmen. Ab Anfang Oktober, nach der Heideblüte, entnimmt die Forstbetriebsgemeinschaft Jesteburg Bäume und Büsche, um den Charakter der weiten Heideflächen zu bewahren.

Die Markierungsarbeiten haben bereits stattgefunden. Dabei sind aber nicht nur die Gehölze markiert, die entnommen werden, sondern auch Bäume, die auf jeden Fall erhalten bleiben. Die Pflegemaßnahmen am Brunsberg und der angrenzenden Sprötzer Heide finden auf rund 60 Hektar statt. Die Arbeiten werden einige Zeit in Anspruch nehmen. Während der Maßnahmen kann es zu kurzzeitigen Wegesperrungen kommen, Gehölze bleiben unter Umständen bis zum Abtransport einige Zeit auf den Flächen liegen bleiben, was aber für die Heide völlig unschädlich ist.

„Der Brunsberg ist eine der schönsten Heidelandschaften der Lüneburger Heide, und als Naturschutzbehörde werden wir keine Anstrengungen unterlassen, dieses Naturjuwel auch für die Zukunft zu erhalten“, betont Armin Hirt von der Naturschutzabteilung. Dazu gehört die regelmäßige Heidepflege – so wurden erst im vergangenen Jahr umfangreich Bereiche geschoppert, also die Humusschicht entfernt. Zudem ist eine Schafherde in dem Gebiet unterwegs, sozusagen als lebende Rasenmäher. Als weiteren Baustein lässt die Naturschutzabteilung nun Gehölze entnehmen.
„Ein Ziel ist es, damit auch historische Sichtachsen wiederherzustellen“, erläutert Armin Hirt. Dazu hat er 70 bis 80 Jahre alte Fotos ausgewertet. Sie zeigen: Der Brunsberg war immer gehölzarm, eben eine offene, weite Heidefläche, mit Weitblick in alle Richtungen. „Das versuchen wir in Ansätzen wiederherzustellen.“ Denn heute bremsen dichte Baumgruppen an vielen Punkten den Blick.
Dabei gibt es aber keinen Kahlschlag. So werden Kiefern entnommen – stellenweise sind in den vergangenen 20 Jahren aus einigen jungen Bäumen längst dichte Kiefernbestände geworden. „Das lichten wir aus, die Heide braucht das.“ Gleichzeitig werden durch die Pflege Eichen und Birken gefördert.

Bewusst bleiben einige abgestorbene Bäume auf der Fläche stehen. „Das sind natürliche Insektenhotels par excellence“, sagt Hirt und kündigt an, dass die Heideflächen nach Abschluss der Arbeiten auch nicht „besenrein“ hinterlassen werden: Einige gefällte Stämme bleiben für Reptilien für Schlingnatter, Kreuzotter und Zauneidechse liegen.

Der Brunsberg, mit 129 Metern nicht viel flacher als der bekannte Wilseder Berg, ist die höchste Erhebung des eiszeitlichen Moränenzuges südwestlich von Buchholz. Der „Kilimandscharo“ der Lüneburger Heide bietet einen grandiosen 360-Grad-Rundumblick weit über die Landschaft. Nicht umsonst läuft der bundesweit bekannte Heidschnuckenwanderweg genau über den Gipfel des Brunsberges.

Bereits seit 1954 ist das rund 65 Hektar große Gebiet als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ausgedehnte Sandheiden prägen die steilen Hänge und die zum Teil tief eingeschnittenen Täler des Brunsberges. Viele Maßnahmen zum Erhalt der seltenen Tiere und Pflanzen der Heide machen einen Besuch immer wieder zu einem Naturerlebnis. Die Heiden des Brunsberges sind wichtiger Reptilienlebensraum, in dem sich Kreuzotter, Schlingnatter, Zauneidechse und Waldeidechse wohlfühlen – Arten, die besonders geschützt sind. wa