Es wird keinen Kraftverkehr über die Brücke geben. (Foto: Archiv)

Sanierung der B 404: Der Pendlerverkehr könnte mit E-Scootern die Brücke queren

Winsen/Rönne. Wenn Dr. Susanne Dahm im Bau- und Planungsausschuss erwähnt, dass möglicherweise Scooter, gemeint ist hier nicht der Bühnenmanager der „Muppets“, sondern der Elektroroller, im Sommer 2022 ein Vehikel zur Elbquerung in der Elbmarsch werden könnte, dann wird man hellhörig. Dahm, die die Verkehrskoordinatorin des Landkreises Harburg ist, berichtete, dass Scooter eine von mehreren Optionen seien, Pendler über die Elbbrücke der Bundesstraße 404 zwischen Rönne und Geesthacht zu befördern. So könnte dann der Transfer zwischen den Busverkehren gewährleistet werden.

Die Koordination dieser Baustelle steht bei Susanne Dahm weit vorn auf der Prioritätenliste. Klar ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass man Brücke und Straße in einem Abschnitt sanieren wolle, es damit also nur eine Vollsperrung geben würde. Der Zeitraum soll bestenfalls nicht mehr als acht Wochen umfassen. Angestrebt wird eine Umsetzung während der Sommerferien. Absolut klar ist eines: Es wird keinen Kraftverkehr über die Brücke geben.

Neben der Baustelle ist kaum Platz auf der Brücke

Für die Fußgänger wird es über die rund 1500 Meter lange Baustelle eine Einbahnstraßenregelung geben. Gesucht wird dazu eine weitere Lösung, die etwas mehr Tempo verspricht. Alternativen zu einer E-Scooter-Fahrbahn werden noch diskutiert, darunter auch der Weg über das Wasser. Pontons, ein Wasserbus und eine Fähre waren bereits im Gespräch. Nach WA-Informationen ist die Querung über das Wasser jedoch eher wahrscheinlich.

Die Suche nach einer praktikablen Lösung ist aufwendig. Zwei Fragen stehen dabei im Vordergrund: Was ist technisch möglich und was kostet es? Durch den begrenzten Platz links und rechts der Brücken-Baustelle rückt buchstablich eine kleine und vielleicht auch wendige Lösung in den Fokus. Zwei Räder, ein Lenker und eine Batterie wie beim E-Scooter könnten da passen.
Aktuell befinde man sich auch in Gesprächen mit einem Anbieter, der dann wahrscheinlich vor allem auch die Logistik auf der Elbbrücke organisieren müsste. Zumindest ist zu erwarten, dass deutlich mehr Pendler morgens nach Norden rollen wollen, als in die entgegengesetzte Richtung. Im Feierabend gilt das gleiche, nur umgekehrt.

Gleichwohl sei noch keine finale Entscheidung gefallen, berichtete Dahm im Ausschuss. „Jede Lösung wird letztlich Vor- und Nachteile haben“, sagt Kreis-Pressesprecher Andres Wulfes. In jedem Fall werde es Beeinträchtigungen geben. Dieser Scooter-Lösung haftet allerdings durchaus etwas Innovatives an. Üben kann man das Scooterfahren sicherheitshalber beim nächsten Hamburg-Besuch.

Von Björn Hansen