Derzeit endet die Heidebahn werktags in Buchholz. Das soll sich ab dem Jahr 2027 ändern. Dann kann der Zug über die heutige Güterbahnstrecke über Jesteburg und Ramelsloh nach Hamburg-Harburg weiterfahren. (Foto: cb)

Jesteburger Bahnhof soll in die Ortsmitte

Jesteburg. Ein einstimmigs Votum gab es bei der Bauausschuss-Sitzung der Gemeinde Jesteburg für den Standort des geplanten Bahnhofes – er soll an der Bahnhofstraße in der Ortsmitte entstehen. Und zwar genau dort, wo er schon früher war. Die Abgeordneten gehen damit konform mit dem Samtgemeinderat. Sie wollen diesen Standort jetzt für die weitere Untersuchung vorschlagen. Wichtig ist ihnen auch die Prüfung, ob ausreichend Parkplätze geschaffen werden können.

Wie Kerstin Kirchner, Fachbereichsleiterin für Bauleitplanung und Bauordnung mitteilt, hat die Kommune in dieser Sache allerdings nur ein begrenztes Mitspracherecht. Die endgültige Entscheidung über den Bahnhofs-Standort trifft die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) als Vorhabenträgerin. Entscheidungsberechtigt und verantwortlich sei Jesteburg aber bei der Gestaltung des Bahnhofsumfeldes. Dabei ginge es um die Parkplätze, Zuwegung, verkehrliche Anbindung und Park-and-Ride. Die LNVG habe zugesichert, die Kommune bereits ab der Vorentwurfsplanung einzubinden und mittels Abstimmungsrunden oder Informationsveranstaltungen auf dem Laufenden zu halten.

Wie berichtet, kann die Heidebahn über die heutige Güterbahnstrecke ab dem Jahr 2027 von Buchholz über Jesteburg nach Hamburg-Harburg weiterfahren. Ein sogenanntes Überwerfungsbauwerk (Brücke oder Tunnel) im Bereich Meckelfeld zur Einbindung der Strecken 1280 und 1255 in den Knoten Maschen macht es möglich.

Laut Fahrbahnkonzept soll der Zug aus Soltau über Buchholz kommend dann alle Stunde am geplanten neuen Bahnhof in Jesteburg stoppen, fünf Minuten später an der ebenfalls geplanten neuen Station in Ramelsloh und 14 weitere Minuten später wären die Fahrgäste in Hamburg-Harburg. Es wird mit 1400 Fahrgästen pro Werktag gerechnet. Jesteburg würde dann zum Ring C des HVV gehören. Allerdings wird bis zur Realisierung noch viel Wasser die Seeve hinab fließen – allein das Planfeststellungsverfahren mit einer europaweiten Ausschreibung könnte nach dem jetzigen Stand erst 2023 starten.

Die niedersächsische Landesregierung und die Deutsche Bahn haben ein großes Interesse am neuen Jesteburger Bahnhof. Daher sollen 75 Prozent der Kosten vom Land übernommen werden. Das Einzugsgebiet wird mit 22 000 Einwohnern berechnet. Die alternativ angedachten Flächen für den Jesteburger Bahnhof am Allerbeeksring und am Sandbarg sind damit wohl endgültig aus dem Rennen. Eine Machbarkeitsstudie erachtet die alte Bahnhofsfläche an der Bahnhofstraße für den geeignetesten Standort.

Von Christa-M. Brockmann