Haus Uhlenbusch in Hanstedt
Dieses Fachwerkhaus ganz im Westen des Areals nimmt bereits Formen an. Gebaut wird es von der Firma Emil von Elling aus Winsen. (Foto: kr)

Uhlenbusch: Schritt für Schritt zum Reiterhof

Hanstedt. Die Hanstedter verfolgen die Fortschritte auf dem elf Hektar großen Uhlenbusch-Gelände von jeher mit großem Interesse – und die meisten haben es längst gemerkt: Seit Sommer wird wieder gearbeitet auf dem Areal, auf dem der Hamburger Unternehmer Robert Spielberg einen Reiterhof mit Hotel und Restaurant errichten möchte.

Und dennoch: So richtig fix vorwärts geht es immer noch nicht mit dem Millionen-Projekt. Nachdem bereits in 2020 die vorbereiteten Bodenarbeiten abgeschlossen werden konnten (der WA berichtete), hat sich wieder monatelang nicht viel getan. Die Flächen, auf denen die im Wald verteilten Gebäude entstehen sollen, sind planiert und die künftige Topographie des Geländes ist bereits gut zu erkennen. Aber nur drei der kleinsten auf dem Gelände geplanten Objekte im Süden und im Westen des Areals sind im Bau.

Fachwerkhaus nimmt Formen an

Dabei handelt es sich um drei Fachwerkhäuser, die zurzeit von der Firma Emil von Elling aus Winsen in traditioneller Bauweise erstellt werden. In eines davon wird Bauherr Robert Spielberg mit seiner Familie selbst einziehen – er sieht sich bekanntlich weniger als Investor denn als jemand, der sich mit dem Projekt einen Herzenswunsch erfüllt.

Für alle drei Häuser wurden die Fundamente bereits fertiggestellt, bei einem der drei Häuser steht das Balken-Gerippe nahezu vollständig. Doch wann wird endlich in großem Maßstab gebaut? Wann wird das Herzstück der Anlage – geplant sind ein Hotel mit 24 Zimmern, ein Restaurant mit 60 Plätzen, drei Appartementhäuser mit insgesamt 16 Appartements, eine landwirtschaftliche Scheune mit Tagungsbereich, eine Reithalle und mehrere Reitställe – in Angriff genommen? Der WA fragte beim Bauherren nach.

Baustoffmangel führt zu Verzögerungen

Der Zeitplan, den er noch vor gut einem Jahr im Kopf hatte, sei nicht einzuhalten, räumte Spielberg im WA-Gespräch ein. Damals hatte er noch gehofft, dass das ganze Projekt bis Ende 2022 fertiggestellt werden könne. „Neben Corona hat uns auch der akute Baustoffmangel einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erklärt Spielberg. „Selbst Abwasserrohre waren nicht in ausreichender Menge zu bekommen.“ Auf diese Engpässe habe man reagiert und sich dazu entschlossen, erst einmal die kleineren Maßnahmen vorzuziehen. Um dann in der Folge die Dinge Schritt für Schritt abzuarbeiten.

Auf einen neuen Zeitplan will sich Spielberg auch nicht festlegen, er sagt nur: „Sobald wir die Materialien für ein Objekt zusammen haben, können wir es in Angriff nehmen!“ Geduld sei jetzt gefragt – auch um die durch die Knappheit bedingte Preissituation abfedern zu können. Die meisten Bauanträge seien aber bereits gestellt.

Vom Konzept weiter überzeugt

Am Konzept selbst hält Spielberg fest. „Davon sind wir nach wie vor überzeugt, genauso wie die Gemeinde und der Landkreis, mit denen wir immer vertrauensvoll zusammengearbeitet haben“, so Spielberg. Zur Erinnerung: Vom Landkreis hatte er das Areal rund um die ehemalige Jugendbildungsstätte im Jahr 2012 für 800 000 Euro gekauft, den Zuschlag bekam er wegen eben dieses überzeugenden Reiterhof-Konzepts. Zwei Jahre später ließ Spielberg in Abstimmung mit dem Landkreis die einsturzgefährdeten Altbauten abreißen.

Anschließend sorgten immer wieder kleine Planänderungen für Verzögerungen, die Gemeinde Hanstedt musste den Bebauungsplan mehrmals anpassen. Zuletzt war es die schwierige Anpassung der einzelnen Bauplätze an das vorhandene Bodenprofil des Uhlenbusch, das nach Möglichkeit erhalten werden sollte – auch das war eine Vorgabe des Landkreises. Das alles kostete bereits viel Zeit, nun kommt die Materialknappheit hinzu. Wann das Reiterhotel seine ersten Gäste aufnehmen wird, darauf will sich Robert Spielberg nicht festlegen. Dass die Pläne in absehbarer Zukunft auch tatsächlich realisiert werden, daran lässt er aber keinen Zweifel.

von Rainer Krey