Seevetals Leon Petersen war gegen Müden offensiv nicht zu bremsen. 13 Tore erzielte der Linkshänder beim 44:18-Erfolg seiner HSG. (Foto: he)
Seevetals Leon Petersen war gegen Müden offensiv nicht zu bremsen. 13 Tore erzielte der Linkshänder beim 44:18-Erfolg seiner HSG. (Foto: he)

HSG macht ihren Trainer stolz

Seevetal/Ashausen feiert 44:18-Kantersieg gegen Müden. Niederlagen für Hollenstedt und Luhdorf

Meckelfeld. Mit 44:18 feierte die HSG Seevetal/Ashausen ein echtes Schützenfest in der Handball-Landesliga der Männer. Weniger erfolgreich waren die Auftritte von Luhdorf/Scharmbeck und Hollenstedt, die von ihren Auswärtsspielen mit Niederlagen zurückkehrten.

HSG Seevetal/Ashausen – MTV Müden/Ö.: 44:18

So ein Spiel hat HSG-Coach Nils Bengelsdorf noch nicht erlebt: Mit 24:5 hatte sein Team die Partie zur Pause bereits entschieden. „Auf die erste Halbzeit bin ich schon sehr stolz“, freute sich Bengelsdorf. Mit 7:0 erwischte sein Team direkt einen guten Start ins Spiel und ließ auch in der Folge nicht locker. Hinten brillierte besonders der Mittelblock um Til Todorski und Justin Wendisch, im Angriff spielten Moritz Holm (6) und Leon Petersen (13/2) stark auf. „Das war einfach sehr, sehr gut“, staunte Bengelsdorf fast ein wenig über die Leistung seines Teams.

Über 17:2 und 20:3 baute die HSG besonders über die erste und zweite Welle ihre Führung auf 24:5 zur Pause aus. Dieser Spielstand überraschte offenbar auch die hilflosen Gäste. „Das steht ja wirklich 24:5“, entfuhr es Müdens Bank beim Gang in die Kabine.

„Die Herausforderung für die Jungs war, nicht den Schlendrian einkehren zu lassen“, schilderte Bengelsdorf seine ungewöhnliche Halbzeitansprache. Er nutzte die Partie und testete eine 5:1-Abwehr, die allerdings so gar nicht funktionieren wollte. In den ersten acht Minuten nach Wiederanpfiff trafen die Gäste schon öfter als in der gesamten ersten Halbzeit. „Das müssen wir analysieren. Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Variante gegen diesen Gegner noch erfolgreicher ist als unsere 6:0-Deckung“, erklärte der Coach, der schnell wieder auf die bewährte Formation der ersten Halbzeit zurückgriff.
Dennoch wurde die Partie genutzt, um Spielern aus der zweiten Reihe Spielpraxis zu geben und sich schon auf das Spiel gegen Luhdorf/Scharmbeck einzuspielen. In der Deckung entstanden daher hin und wieder Lücken, im Angriff war die HSG jedoch weiter nicht aufzuhalten.

„Man hat den Jungs angemerkt, dass es bei über 20 Toren Vorsprung am Ende schwer war, konzentriert zu bleiben. Da sind mir ein paar zu viele Gegentore gefallen“, so Bengelsdorf. Auch wenn der Grundstein wieder in der Defensive gelegt wurde, war der Coach auch vom Angriffsspiel angetan. „Wir haben vorne eine gute Harmonie, da wurde immer der besser postierte Mitspieler gesucht“, freute sich Bengelsdorf, der jetzt dem Derby gegen Luhdorf am kommenden Wochenende entgegenfiebert.

TSV Wietzendorf – TuS Hollenstedt: 27:22

„Es war ein ungemein hartes Spiel, teilweise sogar ziemlich unfair“, meinte TuS-Trainer Klaus Gruner, der seine Jungs schon im Vorfeld auf ein äußerst unangenehmes Spiel eingestellt hatte. So wurde Jan Madaus beispielsweise so böse gefoult, dass er direkt mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das Ergebnis: Bänderriss im Fußgelenk. „Eine klare blaue Karte für den Wietzendorfer“, ärgerte sich Gruner, dass die Schiedsrichter nur eine Zwei-Minuten-Strafe verhängten.

Tore fielen zunächst kaum, auch weil Hollenstedt mit Sebastian Thomas einen starken Keeper in seinen Reihen hatte. Nach 19 Minuten stand es noch 5:3 für den TSV, in die Pause gingen die Teams mit einem 10:10. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie ausgeglichen, bis auch Lukas Versemann (Augenprobleme) passen musste. „Dann haben uns endgültig die Alternativen und die Kraft gefehlt“, erkannte Gruner.
Von 17:17 zog der TSV auf 22:17 davon und entschied damit das Spiel. Beide Teams sammelten in der Schlussphase auch noch eine Rote Karte. „Der Einsatz meiner Jungs hat gestimmt, mehr konnte ich nicht erwarten“, so Gruner. Bester Torschütze beim TuS war einmal mehr Marcel Hebestreit (9/1).

MTV Soltau – SG Luhdorf/Scharmb.: 38:32

Der deutliche Endstand spiegelt in keiner Weise den wahren Spielverlauf wider: Denn bis in die Schlussphase lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe, in dem Luhdorf sogar lange knapp die Nase vorne hatte. „Basis dafür waren eine gute zweiten Welle und eine ordentliche Chancenverwertung“, sagte Coach Christoph Nerz.

Allerdings hielt das nur bis zur 45. Minute: Nachdem Soltau früh Jakob Landenfeld (6) in enge Deckung genommen hatte, gab der MTV dann auch noch Tobias Schüürmann (9) eine Einzelmannbewachung. Da wurde sichtbar, wie fragil das System der SG noch ist. Leichte Fehler und Pfostentreffer ebneten Soltau den Weg. „Uns fehlt einfach noch die Cleverness“, brachte es Nerz auf den Punkt.

Von Dominik Heuer