Spurensicherung in einem Wohnhaus, das von Einbrechern heimgesucht wurde. Für die Bewohner ist eine solche Tat oftmals auch eine große psychische Belastung. (Foto: k-einbruch.de)
Spurensicherung in einem Wohnhaus, das von Einbrechern heimgesucht wurde. Für die Bewohner ist eine solche Tat oftmals auch eine große psychische Belastung. (Foto: k-einbruch.de)

Trotz Verfolgung entkommen

Einbruchsserie im Landkreis: Manchmal war es knapp, doch kein Täter konnte gefasst werden.

Seevetal. Erst vor zwei Wochen hatte die Polizeiinspektion Harburg eindringlich vor Einbrechern in der „dunklen Jahreszeit“ gewarnt – und dass diese Gefahr reell ist, bewies sich am Wochenende im Landkreis Harburg: Gleich fünf Einbrüche am frühen Abend im Schutze der Dunkelheit vermeldete die Polizei, zwei Mal verhinderten aufmerksame Nachbarn Schlimmeres.

Für Einbrecher sind es sichere Hinweise: Im Haus ist es stockfinster, auf der Auffahrt steht kein Auto oder die offene Garage ist leer. Wenn dann noch bei Betreten des Grundstücks kein Licht-Bewegungsmelder anschlägt und man bei der schwer einsehbaren Terrasse ungehindert werkeln kann, ist es aus Sicht des Täters einen Versuch wert.

Maskierter Täter kann flüchten

So geschehen am Freitag um 18.35 Uhr an einem Wohnhaus am Wiesenweg in Maschen. Dort versuchte ein Unbekannter, ein Fenster sowie die Terrassentür aufzuhebeln. Doch ein Nachbar wird aufmerksam, der Täter flüchtet. Eine Dreiviertelstunde später in der Straße „Zum Großen Ahren“: Zwei Unbekannte wollen durch ein auf Kipp stehendes Fenster ins Haus eindringen. Doch zu ihrer Überraschung ist eine Bewohnerin im Haus, die beiden flüchten unerkannt.

Drittes Ziel in Maschen ist ein Einfamilienhaus an der Straße „Am Heidberg“. Hier wird ein Fenster aufgehebelt, der Einbrecher durchsucht das gesamte Haus. Dann spaziert er mit seiner Beute durch die Terrassentür wieder hinaus. Die nächste Tat dann am Sonnabend gegen 17.45 Uhr an der Ehestorfer Straße in Rosengarten. Ziel ist diesmal ein Mehrfamilienhaus. Der Eindringling klettert über einen Sichtschutz auf den Balkon, hebelt dort die Tür auf, durchsucht die Wohnung und entkommt mit Schmuck. Kurze Zeit später betritt ein maskierter Täter in Neu Wulmstorf an der Straße „Nesselweg“ das Grundstück eines Einfamilienhauses. Es gelingt ihm die Kellertür aufzuhebeln, dann durchsucht er mehrere Zimmer. Doch beim Verlassen des Hauses sieht ein Passant den Einbrecher. Nach kurzer Verfolgung kann der Maskierte flüchten, eine Fahndung bleibt erfolglos.

Licht wirkt abschreckend

Doch wie kann man sich vor Eindringlingen schützen, wenn man doch erst am Abend von der Arbeit oder aus anderen Gründen später nach Hause kommt? Ein wichtiger Punkt: Das Entdeckungsrisiko erhöhen. „Licht wirkt auf Einbrecher abgeschreckend, insgesondere gefährdete Bereiche wie nicht einsehbare Gebäudeseiten sollten beleuchtet sein“, sagt Kriminalhauptkommissar Carsten Bünger, zuständiger Experte bei der Polizeiinspektion Harburg. Fenster, Terrassen- und Balkontüren sollten verschließbar sein und ebenso wie die Haustür auch dann abgeschlossen werden, wenn man etwa nur für zehn Minuten zum Bäcker geht. Auf keinen Fall sollte man Fenster auf Kipp stehen lassen.

Außerdem sollten gerade Fenster und Türen in schlecht einsehbaren Bereichen besonders gesichert sein, schon ein Querriegel kann da viel bringen. Denn wenn es zu aufwändig wird, wächst die Entdeckungsgefahr und der Täter macht sich lieber auf die Suche nach einem anderen Objekt.
Auch wichtig: Mülltonnen, Gartenmöbel, Rankgerüste und Bäume in Hausnähe sind optimale Aufstiegshilfen. Sie sollten weggeschlossen oder entfernt werden.

Weitere Tipps und mehr Informationen zum Thema Einbruchschutz gibt es im Internet unter www.k-einbruch.de oder www.polizei-beratung.de. Fragen beantwortet auch Kriminalhauptkommissar Bünger unter Telefon (0 41 81) 28 51 08 oder .

Von Thomas Mitzlaff