Um die Lebensbedingungen für den Kiebitz in der Wiesenlandschaft am Junkernfeld zu verbessern, werden Gehölze entnommen. (Foto: LK Harburg)

Junkernfeld als Kiebitz-Paradies

Harburg. Wiesen und Weiden, die Ufer der Seeve – hier fühlen sich Kiebitz, Großer Brachvogel & Co. wohl. Auch für Zugvögel hat sich das Junkernfeld zu einem Drehkreuz entwickelt. Die geschützten Vogelarten sollen nun noch bessere Lebensbedingungen erhalten. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg setzt daher im Naturschutzgebiet „Untere Seeveniederung und Over Plack“ die erfolgreichen Naturschutzmaßnahmen fort. In der nächsten Woche werden im südlichen Junkernfeld Gehölze entnommen, um neue Brutreviere für Kiebitze und Große Brachvögel zu schaffen. Ähnliche Maßnahmen haben bereits in den vergangenen Jahren stattgefunden – und sich ausgezahlt.

Bestände gehen zurück

„Die Maßnahmen der letzten Jahre haben uns optimistisch gestimmt“, stellt Armin Hirt von der Unteren Naturschutzbehörde fest. „Während die Bestände von Kiebitz und Brachvogel außerhalb von Schutzgebieten stetig zurückgehen, hat sich im Junkernfeld nun eine kleine Kiebitz-Kolonie angesiedelt, die in diesem Frühjahr erfolgreich mehrere Jungvögel großziehen konnte.“

Um die Lebensräume für Kiebitz & Co. weiter zu verbessern, wird nun ein weiterer Gehölzbestand entnommen. „In der Deckung der Büsche halten Füchse, Waschbären und Marderhunde nach Beute Ausschau – und das sind eben gerade die Eier und Küken der seltenen Wiesenvögel“, erläutert Hirt. „Viele Wiesenvögel halten daher instinktiv Abstand von den Hecken, und wo im Laufe der Jahre zu viele Hecken in ihren Brutrevieren aufwachsen, fehlen die Vögel irgendwann vollständig.“

Bewuchs wird gelichtet

Im Rahmen der Naturschutzmaßnahmen wird daher rund 180 Meter Gehölzbewuchs am Junkernfeldsee entnommen oder gelichtet. Im letzten Winter wurde dort bereits eine kleine Lichtung in dem über zwei Kilometer langen Gehölzsaum geschaffen. Sofort nahmen Enten, Gänse, Kraniche und viele andere Vögel das freie Ufer als Rastplatz auf ihrem Vogelzug oder als Mauserplatz im Sommer an. „Der Bereich entwickelte sich schnell zum kleinen Drehkreuz des Vogelzuges in der Region, tageweise rasteten hunderte von Wasservögeln an dieser kleinen Uferzone.“ Diese Entwicklung will der Landkreis nun weiter unterstützen. 1,8 Kilometer Uferzone bleiben aber weiterhin vollständig unangetastet und der natürlichen Entwicklung überlassen.

Außerdem lichtet das Land Niedersachsen als Grundeigentümer in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde die dichten Weidenbüsche aus. Neben der Verkehrssicherheit hat dies den Vorteil, dass durch die neu entstehenden Lücken die Natur auf den Wiesen des Junkernfeldes ideal beobachtet werden kann. „Das Junkernfeld ist ganzjährig ein beliebtes Ausflugsziel von Naturliebhabern und Vogelkundlern. Mit den neuen „Durchblicken“ werden interessante Einblicke ermöglicht, ohne die Wege zu verlassen und damit Natur auf den Wiesen im Naturschutzgebiet zu stören“, so Hirt.

Alle Maßnahmen werden natürlich so vorgenommen, dass die Schachbrettblumenbestände im Junkernfeld vollständig geschont werden. Im kommenden Frühjahr bietet das Junkernfeld dann neben der beeindruckenden Schachbrettblumenblüte auch viele neue Einblicke in die selten gewordene heimische Vogelwelt. LK Harburg