Geduldig warten die Menschen im Regen, um sich im Winsener Rathaus eine Corona-Impfung verabreichen zu lassen: Solche Bilder gibt es derzeit vielerorts im Kreis. Mit stationären Impfstellen will man diese Situation entzerren. (Foto: Archiv)
Geduldig warten die Menschen im Regen, um sich im Winsener Rathaus eine Corona-Impfung verabreichen zu lassen: Solche Bilder gibt es derzeit vielerorts im Kreis. Mit stationären Impfstellen will man diese Situation entzerren. (Foto: Archiv)

Jetzt kommt das „Impfzentrum light“

Landkreis Harburg plant Stationen in Winsen und Buchholz und will auch mobile Teams aufstocken.

Winsen. Angesichts steigender Infektionszahlen wächst auch im Landkreis Harburg offenbar die Nachfrage an der sogenannten Booster-Impfung, also einer Auffrischung des Corona-Schutzes. Und auch immer mehr Erstimpfer erkundigen sich, wo sie ihre Spritze bekommen können. Doch die Impfzentren sind auf Anweisung von Bund und Land geschlossen, als Resultat bilden sich derzeit lange Schlangen vor den Stationen der mobilen Impfteams, die im Auftrag des Landkreises Harburg unterwegs sind. Bilder von alten Menschen, die bei Kälte und Regen lange ausharren, sollen dabei möglichst bald der Vergangenheit angehören: Das Land genehmigt jetzt sogenannte „stationäre Impfstellen“. Und auch der Kreis Harburg will diesbezüglich ein zusätzliches Angebot schaffen.

Die Zeit drängt. Denn es ist absehbar, dass die Ständige Impfkommission eine Booster-Impfung für alle Personen ab 18 Jahren empfehlen wird. Parallel dazu will das Land vielerorts die 3G-Regel, also geimpft, getestet oder genesen, und bei steigenden Zahlen sogar 2G, Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene, einführen. Vor der Hintergrund dieser Entwicklung könnte es sogar einen Ansturm auf die Impfangebote geben. Doch die Hausärzte sind schon jetzt überlastet, Bürger berichten von einem Terminangebot erst im Februar.

Aktuell hat das Land Niedersachsen für die Landkreise ein Impfteam pro 70 000 Einwohner zugelassen. Entsprechend sind im Landkreis mit seiner Viertelmillion Einwohnern derzeit vier mobile Teams von Johannitern und DRK im Einsatz, die Vorgabe ist somit schon großzügig interpretiert worden. Laut neuer Maßgabe des Landes wird nunmehr ein Team pro 40 000 Einwohner möglich sein, „entsprechend planen wir zwei weitere und somit die Mannschaft auf sechs Teams aufzustocken“, erklärt Kreissprecher Andres Wulfes.

Und diese sind an verschiedensten Orten im Einsatz, zum Beispiel am heutigen Donnerstag von 11 bis 17 Uhr in der Kreisvolkshochschule Maschen sowie am morgigen Freitag im Alten Feuerwehrgerätehaus in Salzhausen und im Feuerwehrhaus Dibbersen. Alle tagesaktuellen Termine finden Sie ab sofort immer auf Seite 2 des Winsener Anzeigers.

Doch mit mobilen Stationen kann man nicht eine so hohe Schlagzahl schaffen wie mit stationären Einrichtungen. Der Landkreis Harburg hat die nur begrenzte Möglichkeit fester wiederkehrender Termine bislang weitgehend ausgeschöpft und steht etwa jeden Montag von 15 bis 19 Uhr in den Buchholzer Höfen, dienstags von 14 bis 18 Uhr im Hanstedter Küsterhaus sowie freitags von 15 bis 18 Uhr im Alten Feuerwehrgerätehaus Salzhausen. Wie bei allen Angeboten gilt hier: Eine vorherige Terminabsprache ist nicht nötig und auch nicht möglich.

Nunmehr aber muss es nach den neuen Vorgaben des Landes nicht bei punktuellen stationären Angeboten für wenige Stunden in der Woche bleiben. Vielmehr werden jetzt auch feste Impfstellen erlaubt sein. Und die will der Landkreis in seinen beiden Städten Winsen und Buchholz auch einrichten. „Die Menschen haben dann feste Anlaufstellen und wissen, dass sie dorthin kommen können“, erläutert Wulfes. Ziel: Ein möglichst unkompliziertes Impfangebot zu schaffen. Es sind quasi Impfzentren „light“, die Wiedereinrichtung durch die Hintertür, allerdings ohne großen Aufwand und mit deutlich einfacheren Strukturen.

Wo genau die festen Impfstationen eingerichtet werden und wie breit man die Öffnungszeiten fächern kann, sei noch nicht spruchreif, so der Kreissprecher: „Die Vorbereitungen laufen aber auf Hochtouren.“ Man werde die Bevölkerung dann sehr zeitnah informieren.

Von Thomas Mitzlaff