Die scheidende Bürgermeisterin Elisabeth Mestmacher (links) gratuliert ihrer frisch gewählten Nachfolgerin Bianca Tacke mit einem Blumenstrauß.
Führungswechsel in Salzhausen: Die scheidende Bürgermeisterin Elisabeth Mestmacher (links) gratuliert ihrer frisch gewählten Nachfolgerin Bianca Tacke mit einem Blumenstrauß. (Foto: kr)

Salzhausen: Neue Ratsfrau wird gleich Bürgermeisterin

Der Gemeinderat Salzhausen wählt die Grüne Bianca Tacke ins Amt. WG und Grüne bilden eine Gruppe

Salzhausen. Die Gemeinde Salzhausen wird weiterhin von einer Frau regiert – das stand schon vor dem Wahlgang fest, zu dem die 15 Mitglieder des im September neu gewählten Gemeinderats am Montagabend auf ihrer konstituierenden Sitzung in der Salzhäuser Dörpschün antraten. Die sechsköpfige Gruppe UWG/Grüne schickte mit Bianca Tacke (Grüne) ein frisches Gesicht ins Rennen – sie gehört zu den acht neuen Ratsmitgliedern. Ihre Kandidatur wurde auch von den drei SPD-Ratsleuten unterstützt. Für die Gruppe CDU/FDP (zusammen fünf Mandate) stellte sich die erfahrene Christiane Oertzen zur Wahl. Mit neun zu sechs Stimmen zur neuen Bürgermeisterin gewählt wurde Bianca Tacke.

Die 44-jährige gelernte Bankkauffrau ist verheiratet und hat zwei Töchter. Ehrenamtlich engagiert sie sich unter anderem im Schulelternrat des Gymnasiums Salzhausen. Ihr wichtigstes Ziel als Bürgermeisterin: „Ich möchte das Miteinander der Menschen noch mehr intensivieren“, sagte sie. Der Gedanke, fürs Bürgermeisteramt zu kandidieren, sei in den vergangenen vier, fünf Wochen gereift, berichtete sie. Bianca Tacke tritt die Nachfolge von Elisabeth Mestmacher (UWG) an, die bereits vor einigen Monaten erklärt hatte, nicht erneut für das Amt kandidieren zu wollen.

Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters bleibt unbesetzt

Dem neuen Verwaltungsausschuss werden neben der Bürgermeisterin die vier Beigeordneten Andreas Will (UWG), Christiane Oertzen, Michael Klaproth (beide CDU) und Frithjof Plautz (SPD) angehören – die Fraktionen benannten ihre Vertreter nach dem vorgegebenen Schlüssel. Schwieriger gestaltete sich die Wahl der stellvertretenden Bürgermeister. Eigentlich sollten zwei Stellvertreter gewählt werden, aber nachdem Christiane Oertzen dem Sozialdemokraten Burkhard Schaedel bei der Wahl zum ersten Stellvertreter unterlag, verzichtete die CDU auch auf das Amt des zweiten Stellvertreters. Michael Klaproth begründete das so: Es sei alte Gepflogenheit, dass die Ratsmitglieder, die bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen erhalten hätten, ins Amt gewählt würden –und Christiane Oertzen hätte hinter der bisherigen Bürgermeisterin Elisabeth Mestmacher die meisten Wählerstimmen auf sich vereint. Folge der CDU-Verärgerung: Das Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters bleibt unbesetzt.

Der neue Gemeinderat wird fünf Fachausschüsse haben, das beschlossen die Ratsmitglieder ebenfalls. Der Straßen- und Wegeausschuss geht zurück unter das Dach des Ausschusses für Planung und Hochbau. Neu hinzu kommt der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz. Dazu kommen, wie gewohnt, die Ausschüsse für Finanzen, Jugend und Kulturelles. Die Gruppe UWG/Grüne sicherte sich die Vorsitze in den Ausschüssen für Planung (Andreas Will) und Jugend (Oliver Voß), die CDU zog den Vorsitz im Finanzausschuss (Michael Klaproth) und Kulturelles (Christiane Oertzen), Christiane Schulenburg (SPD) wird Vorsitzende im neuen Umweltausschuss. Dem Umweltausschuss wird auch Henning Schwieger angehören, der einzige AfD-Ratsherr (ohne Fraktionsstatus) durfte sich einen Fachausschuss aussuchen. Erneut ins Amt des Gemeindedirektors gewählt wurde Wolfgang Krause, hauptamtlicher Bürgermeister der Samtgemeinde Salzhausen und Rathauschef. Zu seinem allgemeinen Vertreter gewählt wurde Marc Wedemann, Fachbereichsleiter Bauen und Kaufmännischer Leiter Wirtschaftsbetriebe.

Elisabeth Mestmacher für 20-jährige Ratsarbeit geehrt

Im Zuge der Ratssitzung wurden drei langjährige Ratsmitglieder geehrt: Für 15-jährige Zugehörigkeit zum Gemeinderat verlieh Wolfgang Krause dem nun ausgeschiedenen Ratsherren Haiko Eberhart die Ehrennadel in Bronze. Die gleiche Auszeichnung erhielt Claus-Hinrich Vogt, er gehört dem Rat allerdings schon seit 19 Jahren an, die 15-jährige Zugehörigkeit war den Verantwortlichen seinerzeit „durchgerutscht“. Schon am längsten dabei ist Elisabeth Mestmacher, sie erhielt für 20-jährige Ratszugehörigkeit die Ehrennadel in Silber.

Von Rainer Krey