BU: Madlen Siol und ihre HSG Seevetal/Ashausen leisteten sich in Bergen einen 15-minütigen Komplettaussetzer. (Foto: rin)
BU: Madlen Siol und ihre HSG Seevetal/Ashausen leisteten sich in Bergen einen 15-minütigen Komplettaussetzer. (Foto: rin)

Eyendorf rührte Beton an

Defensive war Schlüssel zum ersten Saisonsieg in der Landesliga der Handballerinnen.

Winsen. Ein erster Auswärtssieg, ein viertelstündiger Aussetzer und der erste Saisonsieg überhaupt: Der späte Sonntagabend hielt für die vier Handball-Landesliga-Frauenteams aus dem Landkreis einige Überraschungen positiver wie negativer Natur bereit.

MTV Eyendorf – TSV Bremervörde: 19:15

Es war zwar kein Torfeuerwerk, was die Eyendorferinnen abbrannten. Aber nach vier sieglosen Spielen holten die MTVerinnen endlich den ersehnten ersten Saisonsieg, der dem Team neues Selbstvertrauen einhauchen dürfte. „Wir wussten vorher, dass wir das Spiel nur über die Abwehr gewinnen können“, sagte MTV-Trainer Hermann Steffens und sollte recht behalten. Seine Mannschaft hatte in der Defensive förmlich Beton angerührt. Die 5:1-Deckung des MTV arbeitet gut auch die torgefährliche Bremervörder Rückraumwerferin weg, das Übergeben/Übernehmen klappte einwandfrei. Resultat waren nur 5 Gegentore in der Halbzeit.

Allerdings trafen die MTV-erinnen auch nur 8-mal vorne. „Wir haben ziemlich viel Energie in der Defensive verbrannt. Und wieder einmal klare Chancen nicht genutzt“, bestätigte Steffens. Nach der Halbzeit zog Eyendorf auf 10:5 weg, ließ den Gegner aber noch einmal auf 3 Treffer herankommen. Drei Minuten vorm Abpfiff lagen die Gastgeberinnen wieder mit 5 Buden vorne und bejubelten wenig später den 19:15-Erfolg. „Die Steine hat man vermutlich plumpsen hören“, war auch bei Trainer Steffens die Erleichterung groß. „Das war eine geschlossene Teamleistung.“

HG Winsen – TuS Hollenstedt II: 21:30

Überraschend deutlich fuhr Hollenstedt II seinen ersten Auswärtssieg in Winsen ein und festigte damit Rang 2 – mit einem Spiel mehr als der Dritte aus Bergen. Im ersten Abschnitt lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe: Vom 7:7 zog Hollenstedt auf 12:8 weg, die HG war zum Pausenpfiff beim 10:12 aber wieder dran, holte danach sogar noch das 12:12. Aber ein 6:1-Lauf der Gäste beim Stand von 15:14 für den TuS ließ das Spiel zugunsten der Gäste kippen.

„Unser Manko war klar der Angriff“, sagte HG-Trainer Sascha Sondermann. „Das Team ist komplett eingebrochen und hat sich leider auch etwas aufgegeben.“ Zudem musste Imke Etzien nach einem Zusammenprall mit blutender Nase raus. „Wir waren im Kopf nicht bei der Sache, haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen und überhastet abgeschlossen. Die Luft war irgendwie komplett raus.“

Hollenstedts Trainer Otto Sternberg und Manuel Cohrs hatten ihr Team auf die HG gut vorbereitet. Louisa Hesel-schwerdt (3) und Jana Pluntke (2) verteidigten sauber gegen Winsens Torgarantin Laura Jungjohann (7/4), und Rabea Marx (6) passte auf HG-Linksaußen Lena Gehrckens (4) auf. „Winsen wurde im zweiten Durchgang müder, und wir haben unsere Chancen besser genutzt“, erklärte Sternberg.

TuS Bergen – HSG Seevetal/Ashausen: 38:25

Zwei frühe Verletzungen machten den ohnehin ersatzgeschwächten Wolves in Bergen mental zu schaffen: Keeperin Sarah-Marie Olschewski stieß böse mit einer in den Torraum springenden Bergenerin zusammen und konnte mit einer Fußverletzung nicht mehr weiterspielen. Für sie kam Emma Petersen, die ihren Job im Tor gut meisterte. Dann wurde Nele Reese (1) gefoult und fiel mit einer Daumenverletzung weg. Damit fehlte Wolves-Trainer Sascha Lindemann die wichtige Regisseurin.

Bis zur Pause war aber beim 15:13 für Bergen noch nichts passiert. Nach dem 15:17 durch Ann Kathrin Kanebly stellte die HSG aber für eine Viertelstunde das Handballspielen komplett ein: Mit einem 14:0-Lauf machte Bergen schon in der 47. Minute den Sieg klar. „Bergen hat uns in dieser Phase regelrecht überrannt“, erklärte Lindemann. Unzählige Fehler im Spielaufbau, leichteste Pässe, die nicht ankamen, und technische Anfängerfehler der Wolves eröffneten Bergen eine Konterchance nach der nächsten. Erst in der Schlussphase fingen sich Wolves wieder. Lindemann bemängelte allerdings das überharte Einsteigen der Gastgeberinnen, das aus seiner Sicht von den Schiedsrichtern nicht genügend geahndet wurde.

Von Kathrin Röhlke