Landrat Rainer Rempe setzt Akzente für 2022. (Foto: LK Harburg)

Landrat legt Fokus auf Klimaschutz und Digitales

Rainer Rempe blickt auf 2022.

LK Harburg. „Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung im Landkreis Harburg einen weiteren Schub erhalten“, sagt Landrat Rainer Rempe. So fiel im Februar der Startschuss für die dritte Stufe des Serviceportals des Landkreises Harburg und einiger seiner Kommunen wie Buchholz, Rosengarten, Samtgemeinde Hollenstedt sowie Hanstedt. Online-Dienstleistungen gibt es rund um die Uhr, ob man neue Abfallbehälter bestellt, Auskunft zu Bauplänen möchte oder Meldebescheinigungen anfordert oder Kfz-Dienstleistungen. Weitere Stufen des Serviceportals sind in Vorbereitung.

Zahlreiche Schulen wurden bereits über das Projekt „IT@Schule“ mit Hardware wie Active Panels – digitale Tafeln – ausgestattet, und mit den Digitalpakt-Fördermitteln wurde flächendeckendes WLAN eingerichtet. Eine neue Kreisschulcloud optimiert den Internetzugriff, bietet komfortable Bandbreiten und ein hohes Maß an IT-Sicherheit. Bis 2023 werden alle weiterführenden Schulen im Landkreis an die Kreisschulcloud angeschlossen sein.

Breitband weiter ausbauen

Voraussetzung, dass die Digitalisierung auch gelingt, ist aber die Versorgung mit schnellem Internet. Im Rahmen des Breitbandausbaus erhalten 54 Schulen Hochgeschwindigkeitsinternet, die Aktivschaltung erfolgt bis Anfang des zweiten Quartals 2022.

Und auch mit der Schließung der sogenannten weißen Flecken, also Orten ohne Hochgeschwindigkeitsinternet, wurde begonnen: Im November fiel der Spatenstich für den Breitbandausbau in allen vier Ausbaugebieten.

Am Medienzentrum in Hittfeld bietet das digitale Medienlabor künftig ganz neue Möglichkeiten. Hier sollen sowohl Kinder und Jugendliche in ihrer Medienkompetenz gestärkt als auch Pädagoginnen und Pädagogen in zeitgemäßen Unterrichtsmethoden geschult werden. Mit seinen innovativen Konzepten nimmt das Medienzentrum landesweit eine Vorreiterrolle ein und wurde dafür kürzlich vom Land Niedersachsen als Digitaler Ort ausgezeichnet – als erstes Medienzentrum landesweit.

Klimaneutralität bis 2040

„Für uns als Kreisverwaltung spielt der Klimaschutz schon lange eine große Rolle“, versichert Landrat Rempe. Nicht umsonst wurden wir im Februar 2018 als Europäische Energie- und Klimaschutzkommune zertifiziert und seit 2009 koordiniert eine eigenständige Stabsstelle Klimaschutz eine Vielzahl von Maßnahmen und Projekten. Dazu gehören Beratungsangebote für Privatpersonen und Unternehmen, Energiespar-Kampagnen wie „Dreh ab!“, das Energiecontrolling und -management unserer 120 kreiseigenen Gebäude, die Nutzung von Ökostrom, die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die stufenweise Umstellung auf Elektromobilität und der Ausbau des ÖPNV.

Die Entwicklung wird aber noch einmal deutlich an Fahrt aufnehmen. Unser Ziel – vom Kreistag beschlossen – ist das Erreichen der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040. Dazu gilt es unter anderem, innovative Technologien noch stärker in den Blick zu nehmen. Der Landkreis Harburg ist deshalb gemeinsam mit zehn anderen Landkreisen der Region Lüneburg in das H2-Netzwerk Nordostniedersachsen (H2NON) eingebunden.

Ziel ist es, die innovative Wasserstofftechnik weiter voranzubringen. Dass dies nicht bloß schöne Zukunftsvisionen sind, beweisen einige Unternehmen im Landkreis, die sich aktiv an bundesweit geförderten Modellvorhaben beteiligen oder diese sogar initiieren. Der Einsatz von Wasserstoff in Bussen und Sonderfahrzeugen wird damit zu einer realistischen Perspektive.

Mobilität eine entscheidende Stellschraube

Das Thema Mobilität ist zweifellos eine wichtige Stellschraube beim Klimaschutz. Hier setzen wir nicht nur auf intelligente ÖPNV-Konzepte wie unseren On-Demand-Shuttle elbMOBIL oder die Förderung des Radverkehrs. Aber es muss auch darum gehen, den ÖPNV stärker auf emissionsneutrale Antriebe umzustellen. Hierzu befinden wir uns, was den verstärkten Einsatz von Elektrobussen angeht, in konkreten Gesprächen mit dem Betreiber der Busverkehre im Landkreis Harburg, der KVG.

Eng mit dem Klimaschutz verbunden sind die Bemühungen um den Umwelt- und Naturschutz, die wir auch 2021 fortgesetzt und intensiviert haben. Neben umfangreichen Pflege- und Renaturierungsmaßnahmen haben wir die Sicherung der 18 Natura-2000-Gebiete abgeschlossen, in denen natürliche und naturnahe Lebensräume sowie gefährdete wildlebende Tiere und Pflanzen besonders geschützt und erhalten werden.

Ein ganz wesentlicher Standortfaktor ist die Frage der medizinischen Versorgung. Erfreulicherweise haben wir mit den beiden Krankenhausstandorten in unserer Trägerschaft, aber auch mit der Waldklinik Jesteburg und dem Ginsterhof, gleich mehrere Einrichtungen, die eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung bieten. Dieses Angebot gilt es zu stärken und auszubauen.

Zentralisierung von Kliniken kein Thema

Ein ganz wesentlicher Standortfaktor ist die Frage der medizinischen Versorgung. Erfreulicherweise haben wir mit den beiden Krankenhausstandorten in unserer Trägerschaft, aber auch mit der Waldklinik Jesteburg und dem Ginsterhof, gleich mehrere Einrichtungen, die eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung bieten. Dieses Angebot gilt es zu stärken und auszubauen.

Vor dem Hintergrund der Diskussion auf Landes- und Bundesebene, die deutlich in Richtung Zentralisierung von Kliniken geht, ist eine Zusammenlegung der Standorte für uns keine Lösung und wir fühlen uns durch die gute Auslastung beider Häuser bestätigt. Hinzu kommt: Durch die auch im medizinischen Bereich immer weiter fortschreitende Digitalisierung eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für die Kooperation zwischen Kliniken, wie sie bereits erfolgreich zwischen unseren Häusern, der Waldklinik Jesteburg und dem UKE stattfinden.

Um die Standorte unserer Krankenhäuser weiter zu sichern, werden aber auch weitere Neu- und Umbauten insbesondere in Buchholz erforderlich sein, und ich werde mich als Mitglied des Krankenhausplanungsausschusses des Landes intensiv dafür einsetzen, die Finanzierung mit Unterstützung des Landes sicherzustellen.

Wünschenswert ist natürlich auch ein engmaschiges Netz an Allgemeinmedizinern und Fachärzten. Durch unsere Kampagne „stadtlandpraxis“ konnten wir im Bereich der Hausärzte bereits gute Erfolge erzielen. Inzwischen profitieren auch vier Medizinstudierende von der Möglichkeit eines Stipendiums. Sie verpflichten sich, nach dem Studium für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren als Hausarzt im Landkreis Harburg tätig zu sein.

Das zusammen ist schon ein dickes Paket, aber Landrat Rempe hat noch mehr im Blick. 2022 werden auch dafür die Weichen gestellt.