BU: Tostedts Küken Mia Griesel schnappte sich bei der Jugend-WM in Portugal Silber und Bronze. (Foto: rk)
BU: Tostedts Küken Mia Griesel schnappte sich bei der Jugend-WM in Portugal Silber und Bronze. (Foto: rk)

WM-Silber und -Bronze fürs Küken

Mia Griesel holte bei Weltmeisterschaft der Tischtennis-Jugend in Portugal zwei Medaillen in der Altersklasse U 15.

Tostedt. Beim MTV Tostedt ist sie die Jüngste im Kader des Tischtennis-Zweitligisten. An der Platte gehört Mia Griesel (U 15) allerdings zu den vielversprechendsten Nachwuchstalenten in Deutschland. Das belegte die junge Ausnahmespielerin jetzt mit einer Bronze- und einer Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft (WM) der Tischtennis-Jugend im portugiesischen Vila Nova de Gaia.

Zunächst hatte Mia sich im Mixed eine Medaille abgeholt: An der Seite ihres polnischer Mixedpartners Milosz Redzimski gewann die Schülerin Bronze. Im Halbfinale unterlag das junge Duo den Japanern Miwa Harimoto und Sora Matsushima klar mit 0:3. Lediglich im dritten Durchgang roch es etwas nach einer Verlängerung mit dem vierten Satz, als Mia und Milosz mit 10:9 führten. Doch auch dieser Satz ging nach Japan.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem 3. Platz. Das habe ich am Anfang gar nicht erwartet“, ordnete Mia die WM-Medaille ein. „Spielerisch war das nicht so gut, aber die Gegner waren einfach auch sehr gut. Vor allem der letzte Satz war etwas unnötig, da habe ich viele einfache Fehler gemacht. Letztendlich freue ich mich aber einfach über Bronze“, so die junge Zweitliga-Spielerin des MTV Tostedt nach dem Spiel.

Dieser Erfolg machte die kleine Enttäuschung in der Einzelkonkurrenz wett. Dort traf Mia im Viertelfinale auf die top-gesetzte Ägypterin Hana Goda und zog mit 1:4 den Kürzeren. Nicht unverdient, wie die junge Tostedterin am Ende selbst zugeben musste. Zwar gewann sie den Auftaktsatz und lag im zweiten Satz mit 8:6 und im fünften Satz mit 7:4 vorne, konnte den Vorsprung aber jeweils nicht durchbringen. Ihre Bestform hätte sie zweifelsohne nicht gezeigt, urteilte Mia: „Zwischendurch habe ich zu einfach gespielt und für meine Vorhand kein Timing gefunden. Das hat Hana dann ausgenutzt. Ich hatte einige Chancen, die ich nicht verwerten konnte. Es war mehr drin in diesem Viertelfinale, aber Hana hat auch schlau gespielt und meine Schwächen richtig ausgenutzt.“

Somit konnte Mia Griesel ihren Fokus komplett auf den letzten noch ausstehenden Wettbewerb, nachdem das Mädchen-15-Team im Viertelfinale gegen Japan mit 1:3 ausgeschieden war, legen: Mia stand mit der deutschen U 15-Europameisterin Annett Kaufmann im Doppelfinale der Mädchen 15. Weil es der Abschluss fürs deutsche Team war, erhielten die beide Top-Talente lautstarke Unterstützung aus dem gesamten deutschen Lager.

Allerdings standen auf der anderen Seite des Tisches die beiden vielleicht weltbesten Nachwuchsspielerinnen dieser Altersklasse mit Japans Miwa Harimoto, jüngere Schwester des als Tischtennis-Wunderkind bekannten und erfolgreichen 18-jährigen Weltranglisten-Vierten, Tomokazu Harimoto, und Ägyptens Hana Goda ­­– beide übrigens erst 13 Jahre alt.
Im ersten Satz servierten beide Doppel den Zuschauern Spitzen-Tischtennis. Den ausgeglichenen Satz sicherten sich letztlich die Japanerin und die Ägypterin mit 11:9. In den beiden folgenden Durchgängen hatten sich beide eingegroovt und brachten Gold mit 11:5 und 11:7 sicher in drei Sätzen nach Hause.

Der ausgelassenen Chance im ersten Satz trauerten die beiden Deutschen nur kurz hinterher, danach überwog die Freude über Weltmeisterschafts-Silber. „Das Finale hätte zwar etwas besser für uns laufen können, aber im Großen und Ganzen dürfen wir sehr zufrieden sein, und ich freue mich riesig über die Silbermedaille“, meinte Mia dann auch nach der Siegerehrung.

Von Kathrin Röhlke