Über den Start des Rangerprojekts freuen sich (von links) Sandra Malissa, Naturpark-Vorsitzender Olaf Muus, Detlef Gumz, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Tostedts Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam, Naturpark-Geschäftsführerin Hilke Fedddersen und Handelohs Bürgermeister Uwe Blanck. (Foto: LK Harburg)
Über den Start des Rangerprojekts freuen sich (von links) Sandra Malissa, Naturpark-Vorsitzender Olaf Muus, Detlef Gumz, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Tostedts Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam, Naturpark-Geschäftsführerin Hilke Fedddersen und Handelohs Bürgermeister Uwe Blanck. (Foto: LK Harburg)

Die Rangerin vom Büsenbachtal

Das Projekt läuft zunächst auf ein Jahr im Büsenbachtal.

LK Harburg. Heidelandschaft wie aus dem Bilderbuch, Lila, gerahmt von Wacholdern, Laub- und Kiefernwäldern, Bächlein und sanften Hügeln. Und mittendrin Schäfer mit seiner Schnuckenherde. Das ist das Büsenbachtal. Doch manchmal wird es der Idylle zu viel mit den Besuchern. Jetzt starten der Landkreis Harburg, der Naturpark Lüneburger Heide, die Gemeinde Handeloh und die Samtgemeinde Tostedt deswegen ein Rangerprojekt für das Büsenbachtal. Ab sofort ist Rangerin Sandra Malissa in dem Gebiet unterwegs. Das Rangerprojekt ist zunächst auf ein Jahr befristet und soll Erfahrungen auch für andere Naherholungsgebiete bringen.

Den Dialog suchen

„Es geht in erster Linie um den Dialog mit den Besucherinnen und Besuchern“, sagt Hilke Feddersen, Geschäftsführerin des Naturparks Lüneburger Heide. „Sandra Malissa wirbt für ein sensibles Miteinander von Menschen und Natur.“ Dazu ist die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Ansprechpartnerin für die Besucherinnen und Besucher, beantwortet Fragen oder macht auch auf falsches Verhalten aufmerksam.

Die Rangerin ist aber keine Aufsicht, übernimmt weder ordnungsrechtliche noch hoheitliche Aufgaben. Bei kleinerem Fehlverhalten wie dem Gang abseits der Wege oder freilaufenden Hunden kann sie die Besucherinnen und Besucher ansprechen, bei uneinsichtigem Verhalten informiert sie Polizei und Untere Naturschutzbehörde.

Rangerin im eigenen Lebensraum

Ihr großer Vorteil: Sandra Malissa lebt selbst im Büsenbachtal, sie kennt die Situation und die Leute – und wird bewusst unregelmäßig in dem Gebiet anzutreffen sein. „Die Menschen gehen gerade während der Corona-Pandemie verstärkt in die Natur. Aber dabei gibt es bestimmte Spielregeln, die manchmal ins Gedächtnis gerufen werden müssen“, sagt Naturpark-Vorsitzender Olaf Muus. Oft komme es eben einfach aus Unwissenheit zu falschem Verhalten.

Das Büsenbachtal ist bereits seit 1939 als Landschaftsschutzgebiet besonders geschützt – und gleichzeitig ein attraktives Naherholungsgebiet. Nicht nur Wanderer und besonders Familien, auch viele Kindergartengruppen und Schulklassen nutzen das Büsenbachtal als Ausflugsziel.

Vom Schutz profitieren alle

Die Untere Naturschutzbehörde betreut das Heidegebiet intensiv und wertet es auf – und davon profitieren Tier- und Pflanzenwelt und Erholungssuchende gleichermaßen. So wurde beispielsweise kürzlich aus einer Fischteichanlage ein naturnahes Biotop. Vom 79 Meter hohen Pferdekopf, über den der beliebte Heidschnuckenweg verläuft, bieten sich dadurch ganz neue Blicke. An den Feenteichen ist zudem ein neuer Wanderweg für Erholungssuchende entstanden. Bänke wurden aufgestellt, über den Büsenbach führt ein Bohlensteg.

Angesichts der Beliebtheit mit entsprechend vielen Menschen vor Ort – und entsprechenden Nutzungskonflikten – startete Ende 2020 auf Initiative des Naturparks ein Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Tourismus, Bürgerinnen und Bürgern und Naturschutz. Denn immer wieder kommt es vor, dass die Besucherinnen und Besucher abseits der Wege unterwegs sind, Staudämme am Büsenbachtal bauen, Müll hinterlassen – oder sogar in der Heide grillen. Gemeinsam wurden Ideen zur Verbesserung der Situation vor Ort entwickelt. Daraus entstand das Ranger-Pilotvorhaben, das nun startet.