Dienstagvormittag erfolgte am südlichen Ende der Rathausstraße eine letzte Abnahme einer kleinen Musterfläche, anschließend starteten die Arbeiten. (Foto: he)
Dienstagvormittag erfolgte am südlichen Ende der Rathausstraße eine letzte Abnahme einer kleinen Musterfläche, anschließend starteten die Arbeiten. (Foto: he)

Winsen pflastert los

Neue Steine werden seit Dienstag in der Rathausstraße verlegt. Stadt sieht Zeitplan nicht in Gefahr.

Winsen. Es tut sich was in Winsen – endlich, dürfte am Dienstag so manchen Innenstadt-Besucher über die Lippen gegangen sein. Mit rund sechs Wochen Verspätung starteten gegen Mittag die Pflasterarbeiten am südlichen Ende der Rathausstraße.

Ende Oktober besuchte der WA zusammen mit Lena Stratmann von der Wirtschaftsförderung und Martin Färber vom Bauamt die Baustelle. Der Tenor damals: Wenn alles gut geht, liegt pünktlich zum ersten Advent der erste Pflasterstein. Frohen Mutes schritt Bürgermeister André Wiese Mitte November dann auch zum symbolischen Spatenstich, in der Hoffnung den anvisierten Termin einhalten zu können. Doch dann machte der bestellte Naturstein aus Portugal plötzlich Probleme: Immer wieder verschob der Importeur den Liefertermin. „Wie viele andere auf der Welt hatten auch wir Schwierigkeiten, unsere Lieferung pünktlich zu erhalten“, erklärte Theodor Peters, Sprecher der Stadt Winsen.

Schnell wurde klar, dass der Termin zur Adventszeit nicht eingehalten werden konnte. Mit mehreren Wochen Verspätung, in der die Baustelle nahezu komplett ruhte, kamen die Steine schließlich im Januar in der Luhestadt an und werden seitdem auf dem Pendlerparkplatz am Luhe-Spielplatz gelagert. In der kommenden Woche steht eine weitere Lieferung an, eine Woche später die nächste. Am Montag schritt die ausführende Firma Wiese und Suhr aus Hamburg dann endlich zur Tat und pflasterte am südlichen Ende der Rathausstraße eine kleine Musterfläche. Die wurde Dienstagvormittag abgenommen, mit positiven Ergebnis: „Es gab grünes Licht! Ab Mittag wurde mit den Arbeiten losgelegt und das Tempo erhöht“, berichtete Peters.

Bis Weihnachten hätte der erste Bauabschnitt bis zum Durchgang zwischen Sparkasse und Volksbank abgeschlossen sein sollen, bis Ende des Jahres der nächste Teil bis zum Rathaus. An letzterem Termin hält die Stadt auch weiterhin fest, da die bisher verlorene Zeit noch aufgeholt werden könne. „Das Ziel, bis Ende 2022 die südliche Rathausstraße fertig zu haben, ist aktuell nicht in Gefahr“, so Peters. Er konnte auch an anderer Stelle Entwarnung geben: Zusätzliche Kosten seien durch die mehrwöchige Wartezeit nicht entstanden.

Rathausstraße kostet 13 Millionen Euro

Mit der Innenstadtsanierung „Winsen 2030“ hat sich jetzt auch der Planungsausschuss der Stadt Winsen befasst. Im Entwurf für den Haushalt 2022 gab es einen ersten Überblick über die Summen, die verplant werden sollen. Für den Umbau der Rathausstraße in der Innenstadt wird dabei mit 13,1 Millionen Euro gerechnet, zwei Millionen Euro davon sind bereits ausgegeben worden. Ein Zuschuss wird aus der Städtebauforderung erwartet, dieser soll 2,54 Millionen Euro betragen. Der Ablauf der Bautätigkeiten ist durchgeplant bis 2025, entsprechend sind Kosten und Einnahmen bereits auf die Haushaltsjahre 2022 bis 2025 verteilt worden. Für 2022 plant die Stadtverwaltung etwa 3,7 Millionen Euro ein. Drei Millionen davon stehen noch aus Haushaltsresten aus 2021 zur Verfügung.

Im Haushaltsansatz sind auch die förderfähigen externen Planungskosten für die Aufstellung einer Gestaltungssatzung enthalten. Hinzu kommen Mittel für die Förderung privater Sanierungsmaßnahmen entsprechend der städtischen Förderrichtlinie. Der Planungsausschuss verabschiedete den Produkthaushalt mit der Mehrheit der Gruppe CDU/FDP, die auf fünf Stimmen kommt. Die Grünen stimmten gegen den Entwurf, die SPD enthielt sich. Beide Fraktionen haben im Planungsausschuss je zwei Stimmen.

Von Dominik Heuer