Das ist der Plan für das Naturbad im Eckermann-Park. Das Gesamtgelände ist etwa 19.500 Quadratmeter groß, davon nimmt die Wasserfläche etwa 3600 Quadratmeter ein. (Skizze: Polyplan Kreikenbaum)
Das ist der Plan für das Naturbad im Eckermann-Park. Das Gesamtgelände ist etwa 19.500 Quadratmeter groß, davon nimmt die Wasserfläche etwa 3600 Quadratmeter ein. (Skizze: Polyplan Kreikenbaum)

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Die Planung des Naturbades wirkt durchdacht. Eröffnung soll im Mai 2024 sein.

Winsen. Im Ausschuss für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften der Stadt Winsen ist jetzt die Entwurfsplanung für das Naturbad im Eckermann-Park in Winsen vorgestellt worden. Durch die Präsentation führte die Landschaftsplanerin der Stadt, Angelina Gastvogel. Das Naturbad ist ihr Projekt. Und die Präsentation vermittelte einen klaren Eindruck: Es läuft, alles ist im Griff. Sogar für den Winter gibt es bereits eine Idee. Entsprechende Temperaturen vorausgesetzt, soll dann eine Eisfläche bespielt werden können.

„Es ist ein Projekt, bei dem Planung und Bauleitplanung nahezu parallel laufen“, so Angelina Gastvogel. Darum ging es auch im Ausschuss: „Alle notwendigen Anträge im Rahmen der Genehmigungsplanung sollen gestellt und entsprechend der Planreife genehmigt werden“, hieß es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Über die Bauleitplanverfahren soll für den Bebauungsplan „Winsen Nr. 62 Naturbad im Eckermannpark“ Baurecht geschaffen werden.

Sanierung der Autobahn 39 erschwert Erschließung

Die Planreife soll bereits im März erreicht werden, und im Sommer, voraussichtlich im August, startet dann die Zeitschiene für den Bau mit den ersten vorbereitetenden Maßnahmen. Dieser Zeitplan ist nicht ganz freiwillig. Denn in 2023 steht die Sanierung der Autobahn 39 an. Dafür soll in Winsen die Hansestraße zur Ausweichstrecke werden.

Im September 2023 sollen die Baumaßnahmen für eine Querungsinsel und eine Linksabbiegerspur auf der Hansestraße starten. Den durch die Autobahn-Sanierung zusätzlichen Verkehr werden ab dann auch einige Teilsperrungen einschränken. Vollsperrungen allerdings wolle man vermeiden, so Gastvogel.

Dr. Erhard Schäfer (Grüne) warf ein, dass auf einer so stark befahrenen Straße eine Querungsinsel allein nicht ausreiche. Angelina Gastvogel verwies darauf, dass die Querungsinsel auf eine Nutzung durch Kinder und Jugendliche zugeschnitten sei. Zudem hätten Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen stattgefunden. Danach wurde von den Fachplanern die Querungsinsel als „beste Lösung“ empfohlen.

37 Parkplätze und endlich Wohnmobilstellplätze

Über die Anbindung Hansestraße wird man zum Naturbad gelangen. Dort soll es insgesamt 37 Parkplätze sowie acht Wohnmobilstellplätze und auch vier E-Ladestationen für Pkw geben, hinzu kommen noch weitere sogenannte Überlaufparkplätze. Insgesamt wird es drei Zugänge zum Bad geben, die Stadtwerke wollen dazu das bewährte Kassensystem aus dem Freizeitbad „Die Insel“ auch im Naturbad installieren. Man zahlt automatisch am Drehkreuz.

Sandstrand und Wasserspielplatz

Was wird es dann zu sehen geben? Zentrum wird neben der rund 3600 Quadratmeter großen Wasserfläche ein rundes Hauptgebäude aus Holz stehen, umrandet von einem Holzdeck. Dort wird es Gastronomie geben. Es wird einen Sandstrand und einen Wasserspielplatz geben, geplant ist auch ein Inklusions-Spielplatz.

„Ziel ist es auch, dass alle Besucher barrierefrei ins Wasser kommen“, sagte Angelina Gastvogel. Beim Badespaß im Naturbad kommen auch die Schwimmer nicht zu kurz: Fünf 25-Meter-Bahnen werden angelegt.

Eigener Strom und Eröffnung im Mai

Mit Strom wird sich das Naturbad autark versorgen. Auf das Hauptgebäude kommt eine Photovoltaikanlage, im Park wird zudem eine maximal 25 Meter hohe Windkraftanlage aufgestellt. Das Rad wird sich vertikal drehen, was vor allem den Vogelschlag einer solchen Anlage minimieren soll.

Kalkuliert wird mit 40 000 Besuchern pro Jahr

Die Zahlen: Das Naturbad wird über eine Freifläche von rund 19 500 Quadratmetern verfügen. Kalkuliert wird mit rund 40 000 Besuchern pro Jahr. Zur Preisgestaltung gibt es bisher noch keine Informationen. Die Zeitschiene für den Bau soll im Mai 2024 mit der Eröffnung zur Sommersaison enden.
Die Baukosten betragen insgesamt rund 5,8 Millionen Euro, abgezogen werden kann bereits eine Förderung über drei Millionen Euro aus Bundesmitteln. Pro Jahr wird aktuell mit rund 284 000 Euro Betriebskosten gerechnet, die die Stadt Winsen zusätzlich einplanen muss.

Von Björn Hansen